class (lewis john carlino, usa 1983)

Veröffentlicht: Dezember 9, 2012 in Film
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Jonathan (Andrew McCarthy), ein Junge aus einfachen Verhältnissen, kommt auf eine vornehme Prep School und wird dort Zimmergenosse des aus wohlhabendem Haus stammenden Frauenschwarms Skip (Rob Lowe). Der macht es sich gleich zur Aufgabe, dem unbeholfenen Grünschnabel an die Frau zu bringen. Der spendierte Trip nach Chicago ist tatsächlich erfolgreich: Die attraktive Mittdreißigerin Janet (Jacqueline Bisset) angelt sich den Jungen und beginnt eine hitzige Liaison mit ihm. Doch dann kommt der große Knall: Janet entpuppt sich als Mutter von Skip …

Ein früher Vertreter des Brat-Pack-Kinos, das Jugendkultur in den Achtzigerjahren entscheiden prägen sollte, wird CLASS heute nicht mehr ganz so kultisch verehrt wie etwa THE BREAKFAST CLUB, SIXTEEN CANDLES oder auch FERRIS BUELLER’S DAY-OFF. Das liegt möglicherweise auch daran, dass der „skandalöse“ Inhalt eher brav aufbereitet wird: Bekam der Pubertierende bei Betrachtung jener Szene, in der Jonathan und Janet es in einem gläsernen Aufzug treiben, damals noch die volle Wucht der Hormone zu spüren, entpuppt sich dieselbe Szene einige Jahre später betrachtet als doch ziemlich sittsam und zugeknöpft. CLASS ist dann auch insgesamt eher „middle of the road“: durchaus unterhaltsam und nicht unsympathisch, in den Nebenrollen zudem mit John Cusack und Alan Ruck gut besetzt. Was fehlt, ist die Tiefe, die der Titel noch suggeriert. CLASS, das ist ja nicht nur Jonathans „Schulklasse“ oder eben die „Klasse“, die Skip Jonathan voraus hat, sondern referenziert auch den Klassenunterschied zwischen den beiden Protagonisten, einen Unterschied, der in fast allen dieser Filme eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielt. Aber gerade zu diesem interessantesten Aspekt fällt Carlino außer Klischees nichts ein: Reichtum macht nicht glücklich und die finanzielle Affluenz wurde mit dem Verlust der Empathie bezahlt. Janet ist gefangen in ihrer Ehe, stürzt sich in den Alkohol und das Sexabenteuer mit einem Minderjährigen. Am Ende begibt sie sich in psychiatrische Behandlung, Skip und Jonathan sind wieder Freunde. Ein Happy End, das irgendwie billig und vormodern erscheint.

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