the wedding singer (frank coraci, usa 1998)

Veröffentlicht: August 4, 2013 in Film
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1985: Robbie Hart (Adam Sandler) verdient sein Geld als Sänger auf Hochzeitsfeiern. Mit seiner Band covert er die größten Hits und wenn ein besoffener Gast sich auf der Bühne zu blamieren droht, rettet er gekonnt die Situation. Nur mit der eigenen Hochzeit klappt es nicht: Seine langjährige Freundin lässt ihn allein am Traualtar stehen und stürzt den armen Robbie in eine tiefe Krise. Linderung verspricht Julia (Drew Barrymore), die er vor kurzem kennen gelernt hat und die selbst in den Vorbereitungen für ihre Hochzeit mit dem unsympathischen Glenn (Matthew Glave) steckt. Eigentlich soll Robbie ihr nur ein bisschen helfen, doch dann funkt es zwischen den beiden …

Ich hatte THE WEDDING SINGER etwas später in Sandlers Filmografie verortet: Coracis Film bedeutet nach HAPPY GILMORE sowohl tonal wie auch stimmungsmäßig einen ziemlichen Sprung (der Buddy-Film BULLETPROOF liegt noch zwischen den beiden) und bescherte Sandler dann auch in Deutschland die ersten durchweg wohlwollenden Besprechungen. Es ist ein Film zu dem ich wahnsinnig gern zurückkehre und der auch nach Jahren und mehreren Sichtungen zu meinem Erstaunen nichts von seinem Charme verloren hat. Natürlich ist THE WEDDING SINGER auch „nur“ eine RomCom: Seine Geschichte hält keine bahnbrechenden Überraschungen bereit und Kritikern, die behaupteten Robbie sei ein bisschen zu nett, Julia ein bisschen zu süß, kann ich eigentlich kaum widersprechen. Es ist die Frage, inwieweit man bereit ist sich auf dieses Liebesmärchen einzulassen. Ich liebe ihn für seine Charaktere, die sich bei aller Formelhaftigkeit echt anfühlen und mit denen ich gern meine Zeit verbringe. Ich habe für dieses Genre eigentlich nicht viel übrig, aber hier ertappe ich mich dann doch immer wieder dabei, wie ich mir wünsche, dass Robbie und Julia gegen alle Hindernisse zusammenfinden. Aber es sind ja nicht nur Robbie und Julia – von Sandler und Barrymore mit viel Herzblut gespielt –, die den Film ausmachen, sondern auch seine Nebenfiguren, die auch, wenn sie eigentlich nur ein Running Gag sind, Tiefe andeuten, die über das Gezeigte hinausgeht: Da ist etwa Robbies Bandkollege George (Alexis Arquette), eine Boy George nacheifernde Transe, die leider nur „Do you really want to hurt me?“ im Repertoire hat und mit ihrer Performance regelmäßig die Hochzeitsgäste verstört; oder Sammy (Sandler-Regular Allen Covert), Robbies bester Freund, der mit seinen Weibergeschichten prahlt, eigentlich aber ein vereinsamter Single ist; die alte Dame Rosie (Ellen Albertini Dow), die ihrem Ehemann zur Goldenen Hochzeit ein Ständchen singen möchte und dafür Gesangsstunden bei Robbie nimmt;  Alle diese Figuren hauchen der Formel Leben ein, sorgen dafür, dass sich das Richmond des Films belebt anfühlt. Es ist ein Ort voller kleiner Geschichten und die von Robbie und Julia ist nur eine davon. Andere erzählen vielleicht vom verbitterten Dave Veltri (Steve Buscemi), der sich vom Vater immer vernachlässigt fühlte und nicht das Glück hatte, eine tolle Frau kennenzulernen, oder auch vom peinlichen Hochzeitssänger Jimmy Moore, der sich für unwiderstehlich hält, wenn er Kool & The Gangs „Ladies Night“ anstimmt. Der tolle Score mit einigen wunderbaren Eighties-Evergreens – teilweise von Sandler überaus kompetent interpretiert – und genuinen Sandler-Stücken tut sein Übriges. THE WEDDING SINGER bietet 90 Minuten lang perfekten, herzerwärmenden Eskapismus. Ich liebe den Film, das habe ich bei dieser Sichtung wieder gemerkt, und halte ihn für einen von Sandlers besten. Danach kehrte er mit seinem Superhit THE WATERBOY erst einmal wieder wieder zum Erfolgsrezept seines Frühwerks zurück. Vielleicht wäre es an der Zeit, Robbie und Julia wiederauferstehen zu lassen. Ich würde ganz gern wissen, was in der Zwischenzeit aus ihnen geworden ist …

 

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