here comes the boom (frank coraci, usa 2012)

Veröffentlicht: September 12, 2013 in Film
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Scott Voss (Kevin James) geht seinem Beruf als Biologielehrer nur noch mit äußerst gemäßigtem Einsatz nach. Das ändert sich, als er erfährt, dass der liebenswerte Musiklehrer Marty Streb (Henry Winkler) kurz vor dem Aus steht, weil die Schule Geld einsparen muss. Weil er insgeheim weiß, dass Marty einer der wenigen Lehrer ist, die ihren Job verdient haben, nimmt er sich vor, das Geld aufzubringen, um seinen Job zu retten. Dummerweise fällt ihm dafür keine bessere Lösung ein, als sich als MMA-Kämpfer zu verdingen. Mithilfe des ehemaligen Fighters Niko (Bas Rutten) wirft sich Scott in den Ring – und hat nach einigen Schwierigkeiten tatsächlich Erfolg …

Der unsportliche Normalo, der sich einer anscheinend selbstmörderischen und unlösbaren körperlichen Aufgabe stellt: eine beliebte Komödienformel, die etwa Will Ferrell meisterlich anzuwenden verstand. Auch Kevin James verdankt seinen Ruf der sympathischen Interpretation des treudoofen Durschnittstypen mit gelegentlichen delusions of grandeur und ist somit eigentlich prädestiniert dafür, zur Freude des Publikums von gefährlichen Kampfgiganten verdroschen zu werden. Leider mag sich HERE COMES THE BOOM aber nicht damit begnügen, die Schadenfreude seiner Zuschauer zu bedienen und seine Prämisse bis auf den letzten Tropfen zu melken. Klar, es gibt ein paar dankbare Gags, die Coraci – einer von Adam Sandlers Stammregisseuren – gern mitnimmt, aber viel lieber möchte er ein warmherziges Drama abliefern, das wieder einmal erzählt,  das man alles schaffen kann, wenn man nur will, dass es wichtig ist, Ideale zu haben und seinen Träumen zu folgen, anstatt immer nur realistisch zu sein. Über die neue Herausforderung wird Scott zu einem besseren, motivierteren und natürlich auch bei den Kids beliebteren Lehrer, er hilft dem nerdigen Philippino-Mädchen, das von seinem Papa gezwungen wird, die Musik aufzugeben, um ihm in seinem Restaurant zu helfen, er kriegt die heiße Schulkrankenschwester Bella Flores (Salma Hayek) und gewinnt am Ende natürlich gegen jede Chance einen Profikampf in Las Vegas, während die ganze Schule ihm von der Tribüne aus zujubelt. Was eine herrlich blöde kleine Komödie für die intellektuelle Unterschicht hätte sein können, wird unversehens zu einem ausgesprochen aufgeblasenen und unangenehmen aufdringlichen Vehikel, das sich viel zu ernst nimmt, dafür, dass es lediglich Altbekanntes wiederkäut, reichlich verlogene Augenwischerei betreibt und Meisterschaft lediglich im Knöpfchendrücken erlangt. Leid tut es mir vor allem um Bas Rutten, der hier wirklich toll ist als liebenswerter, kantiger Immigrant. Wann immer er die Szene betritt, erlangt der Film die Lockerheit, die man sonst weitestgehend vermisst.

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