11. hofbauer kongress: töchter der sonne (alexander swiagenin, schweiz 1964)

Veröffentlicht: September 21, 2013 in Film, Veranstaltungen
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f-004_01Der zweite Nudistenfilm führte die Kongressteilnehmer von den Tropen in gemäßigtere Gefilde nach Korsika und dort auf die idyllische Felseninsel Cavallo, die eine kleine Nudistenkolonie beherbergt. Bevor es den ausgiebigen Blick auf nackte Menschen gibt, nehmen die drei „Protagonisten“ – ein Mann und zwei Frauen – und der gut gelaunte Voice-over-Kommentator den Zuschauer jedoch bei der Hand und zeigen ihm auf dem Weg nach Cavallo ein paar Sehenswürdigkeiten. Hilarity ensues: Ein typisch südländisch-fauler Autovermieter vergisst bei der Herrichtung des 2CV einen neuen Vergaser einzubauen, sodass es für die drei Urlauber auf den Gebirgsstraßen schon bald nicht mehr weitergeht. Zum Glück ist die knorrige Inselbevölkerung immer hilfsbereit – wenn sie nicht gerade auf Wildschweinjagd ist und wüst ballernd im Wald herumrennt – und übernimmt mit einem braven Esel, bekanntlichermaßen „Freund des Menschen“, den Abschleppdienst, sodass die Drei doch noch am Ziel ankommen. Auf der anderen Seite der Insel bemerkt der Autovermieter unterdessen sein Versäumnis und rast den Nudisten auf dem Sozius eines motorisierten Pfarrers hinterher. Das war dann auch schon die Handlung.

Für den Rest des Films ergeht sich Regisseur Swiagenin in der Ins-Licht-Stzung des Insel- und Nudistenidylls: Man turnt am Strand mit seinen bizarren Felsformationen herum, taucht im kristallklaren Wasser, tanzt, empfängt den Lebensmittelboten, neckt sich mit Bällen (Zitat), wäscht den Esel und lässt es sich rundum gutgehen in seiner Nacktheit. Auf- oder gar erregend ist das alles nicht, aber irgendwie erholsam in all seiner Ereignis- und Harmlosigkeit, der fleißigen Gewissenhaftigkeit, mit der der Nudistenurlaub in all seiner Biederkeit protokolliert wird. Cavallo bietet eine hübsche Kulisse, doch nach knapp 80 Minuten hat man dann wirklich jeden Felsen gesehen. TÖCHTER DER SONNE ist auch darin fast wie Urlaub: Kurz vor Schluss freut man sich darauf, wieder nach Hause zurückzukehren, dem elenden Müßiggang endlich wieder etwas Stress entgegensetzen zu können. Mit von der Sommerbrise gut ausgelüftetem Gemächt ist man bereit, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen.

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