graduation day (herb freed, usa 1981)

Veröffentlicht: September 29, 2013 in Film
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Nachdem sie unter den Anfeuerungen ihres Trainers George Michaels (Christopher George) den Rekord in einem Kurzstreckenrennen gebrochen hat, bricht die Highschool-Leichtathletin Laura tot zusammen. Zeitgleich mit der Ankunft ihrer älteren Schwester Anne (Patch Mackenzie), einer in Guam stationierte Navy-Soldatin, die für die Trauerfeier gekommen ist, beginnt auch ein Mörder sein Unwesen zu treiben, der es auf die Teammitglieder der Toten abgesehen hat …

Zuerst die historischen Fakten: GRADUATION DAY wurde von Troma für ein Budget von ca. 250.000 Dollar gedreht und spielte satte 23 Millionen ein, wenn man Wikipedia Glauben schenken mag. Der Plan, am Slasher-Hype jener Tage zu partizipieren, ging also voll auf. Wie vor allem für die frühen Epigonen typisch, geht es hier noch nicht so sehr darum, einen maskierten Killer die Freuden des creative killing demonstrieren zu lassen und dabei mit blutigen Effekten aufzutrumpfen, sondern in bester (oder eher schlechtester) Whodunit-Manier darum, eine Murder Mystery mit zahlreichen Verdächtigen zu spinnen. Um zum Punkt zu kommen: GRADUATION DAY ist in 85 von seinen 95 Minuten schrecklich langweilig, vollgestopft mit uninteressanten Versuchen, noch uninteressantere Figuren zu den Verdächtigen in einer uninteressanten Mordserie zu stempeln. Dass das vor allem ermüdend ist, liegt nicht zuletzt daran, dass die kreativen Köpfe leider versäumt haben, ihre Geschichte mit einem echten Protagonisten auszustatten: Die Schwester des Opfers, die zunächst die Identifikationsfigur zu sein scheint, muss ebenfalls als potenzielle Mörderin herhalten, benimmt sicht daher überaus seltsam und verschwindet auch mal für längere Strecken gänzlich aus dem Film, den Zuschauer einer nicht enden wollenden Reihe belangloser Szenen aussetzend. Die Laufzeit mit nichtigem Füllstoff auszukleiden gehörte quasi zum guten Ton des Slasherfilms, weshalb es in der Mitte auch eine laaaaange Sequenz in einer Rollschuhdisco gibt, die von der Band „Felony“ mit einer seltsamen Melange aus New Wave und Cock Rock untermalt wird.

Trotz bester Vorsätze habe ich es nicht geschafft, GRADUATION DAY mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit zu belohnen, zu öde und im schlechtesten Sinn des Wortes trist (nach dem Hofbauer Kongress bedarf das Wort dieses ungelenken Zusatzes, will man es negativ verwenden) ist die ganze Chose. Erst ganz zum Schluss, während des Finales, entwickelt Freed so etwas wie Zug zum Tor: Endlich merkt man dann auch mal, dass GRADUATION DAY tatsächlich ein Horrorfilm und kein fehlgeleiteter Krimi ohne Ermittler sein soll. Auch der Finalschock ist hübsch geworden und lässt vermuten, dass Freed durchaus gekonnt hätte, hätte er denn wirklich gewollt (in der Montage und im Sounddesign sind ihm ein paar ganz schöne Momente gelungen). Dass es sich dafür lohnen würde, 95 Minuten seines Lebens zu opfern, kann ich aber beim besten Willen nicht behaupten. GRADUATION DAY ist heute eigentlich nur noch als historisches Dokument und für Slasher-Enthusiasten wie mich halbwegs von Interesse, die sich vorgenommen haben, irgendwann mal jeden Vertreter diese Subgenres gesehen zu haben. Eine Aufgabe, die sich dank Schlaftabletten wie dieser geradezu herkulisch ausnimmt.

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