la liceale (michele massimo tarantini, italien 1975)

Veröffentlicht: November 17, 2013 in Film
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Laliceale_75Loredana (Gloria Guida) ist ein freches Früchtchen: Liebend gern verdreht sie den Jungs ihres Abiturjahrgangs und anderen Männern den Kopf mit ihren jugendlichen Reizen, nur um sie dann, kurz vor der Erfüllung ihrer Wünsche, eiskalt abblitzen zu lassen. Erst ist der etwas trottelige Petruccio (Alvaro Vitali) ihre bevorzugte Zielscheibe, doch dann wird Billy (Rodolfo Bigotti), ein neuer Mitschüler aus Amerika, ihr bevorzugtes Ziel. Mit ihrer Masche zieht sie sowohl seinen Zorn auf sich, als sie ihn damit auch gnadenlos um den Finger wickelt. Seine Eifersucht wird jedoch angeheizt, als sich Loredana mit dem zehn Jahre älteren Marco Salvi (Giuseppe Pambieri), einem Geschäftspartner ihres Vaters, einlässt …

LA LICEALE – was sich, wenn man diversen Übersetzungsseiten vertrauen darf, von „licenza liceale“, dem italienischen Begriff für „Abitur“, ableitet – bildete 1975 den Auftakt zu einer insgesamt fünfteiligen Erfolgsreihe. In Deutschland, wo er als FLOTTE TEENS UND HEISSE JEANS erschien, wurden nach bester Tradition – man denke an die unzähligen DJANGO-Filme, die nach Sergio Corbuccis Welterfolg hierzulande erschienen – noch zahlreiche weitere, mit der ursprünglichen Reihe in keinerlei Verbindung stehende Filme „eingemeindet“: Die OFDb spuckt satte 25 Filme mit „Flotte Teens“ im deutschen Titel aus, die meisten davon italienische Sexkomödien der Siebziger- und frühen Achtzigerjahre, die man dem deutschen Kinogänger und Videoleiher mit dem Hinweis auf die Erfolgsserie schmackhaft machen wollte.

Der Etikettenschwindel ist wohl verzeihlich: Ohne Experte auf dem Gebiet zu sein, wage ich zu behaupten, dass sich die meisten dieser frivolen Filmschwänke aus Italien relativ ähnlich sind. Mit Tarantini war bei LA LICEALE dann auch gleich ein Fachmann am Werk, der zahlreiche weitere Beiträge zu diesem mittlerweile ja längst ausgestorbenen Genre inszenierte. Sein Film gerät dann auch zur gewohnt bunten und munteren Aneinanderreihung alberner Episödchen, garniert mit etwas jugendfreiem Sex und dem ein oder anderen inszenatorischen Einfall. Die FLOTTEN TEENS darf man Nichteingeweihten vielleicht als italienisches Pendant zu den EIS AM STIEL-Filmen vorstellen, abzüglich des Fifties-Kolorits, des Rock’n’Roll-Soundtracks und der damit einhergehenden Nostalgie. Tarnten sich die israelischen Filme mit einer gewissen zeitbedingten Unschuld, bewegen sich die FLOTTEN TEENS-Filme mit der gemeinen Loredana aber in eine ganz andere Richtung. Bei so viel eiskalter Abgezocktheit wird man dann auch nicht wirklich warm: Sie ist eine ziemlich ätzende Schlampe, wenngleich ihr der Schönling Billy, der gleich Besitzansprüche erhebt, bloß weil er mal ihre Brüste sehen durfte, ihr kaum nachsteht. Es sind dann auch eher die Randfiguren, die einem ans Herz wachsen: der verzweifelte Petruccio, der sich hilflos, aber hochmotiviert als echter Macho inszeniert, obwohl er ein Gesicht wie ein Feuermelder hat; der tölpelhafte Lehrer Gianni Guidi (Gianfranco D’Angelo), der sich in der absurdesten Szene des Films als abgebrühter Martial Artist entpuppt; oder der bemitleidenswerte Liebhaber von Loredanas Mutter, Osvaldo (Enzo Cannavale), der stets unter dem Bett oder im Schrank vor der Tochter in Deckung gehen muss.

Weil es also eher die kleinen Randdetails sind, die das Interesse wachhalten, während der eigentliche Plotverlauf um Loredana und ihr Liebesglück von Minute zu Minute uninteressanter wird, könnte man auch sagen, dass LA LICEALE ein Film ist, der insgesamt leider nicht mehr als die Summe seiner Teile ist. Selbst Gloria Guidas makellose Schönheit entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Makulatur: Selbst das dicke Make-up kann ihre unreine Haut nicht ganz verdecken. Ich freue mich trotzdem darauf, in den kommenden Monaten echte und unechte Sequels aufzuarbeiten.

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