das todesauge von ceylon (gerd oswald & giovanni roccardi, italien/deutschland/frankreich 1963)

Veröffentlicht: Januar 25, 2014 in Film
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todesauge_von_ceylon_dasAbenteuerfilme mit Lex Barker, die zweite: In diesem von Wolf C. Hartwig produzierten Werk spielt er den Raubtierfänger Larry Stone, der sich in Helga (Ann Smyrner), die Tochter von Professor Ferlach (Hans Nielsen), verliebt. Ferlach wird nach Ceylon gerufen, um dort bei den Ausgrabungen eines alten Tempels zu helfen, der vor zehn Jahren bei einer Naturkatastrophe verschüttet wurde. Es stellt sich aber schon bald heraus, dass irgendjemand kein allzu großes Interesse am Erfolg der Ausgrabungen hat: Arbeiter werden ermordet und verjagt, Equipment gestohlen und immer taucht als Warnzeichen das „Todesauge“ auf …

Bezeichnete ich 24 HOURS TO KILL, einen ebenfalls mit Lex Barker besetzten britischen Abenteuerfilm, noch als „nostalgisch“ und „angenehm anachronistisch“, so fällt es mir schon sehr schwer, diesen hier nicht einfach als „altbacken“ abzuwatschen. Ja, fürs Auge wird durchaus etwas geboten und diese Sechzigerjahre-Schoten um alte Tempel, verborgene Schätze, fremde Kulturen und kernige Aussteigertypen, die mit khakifarbener Explorer-Gear in Jeeps durchs Gehölz heizen und nebenbei die blonde Schönheit abstauben, während farbenfroh gewandetes Personal in prunkvollen Tempeln gemeine Intrigen schmiedet, haben ja auch was für sich, was ich nicht einfach so wegschieben kann. Aber DAS TODESAUGE VON CEYLON bietet leider nur wenig mehr als das. Die Story ist sogar so schlampig konstruiert, dass der eigentliche Protagonist zur finalen Lösung sogar absolut gar nichts beitragen muss: Die Schurken schaffen sich einfach selbst ab. Auch die Chance, den bekleideten Schimpansen, den Larry natürlich besitzt, irgendwelchen Schabernack machen zu lassen, verstreicht ungenutzt. Unentschuldbar!

So bleibt lediglich eine Szene wirklich hängen. Die ist zwar tatsächlich absolut denkwürdig, ob sie die Sichtung dieses Films rechtfertigt, möchte ich aber trotzdem anzweifeln: In einer Bar bestaunen die Protagonisten die Tanznummer (!) eines reichlich verbaut aussehenden Orang-Utans. Es gibt für den Zuschauer zunächst keinen echten Grund, daran zu zweifeln, dass es sich um einen echten Menschenaffen handeln soll, waren Menschen in zotteligen Affenkostümen zu jener Zeit doch ein gern gesehener Gast in Genrefilmen. Auffällig ist nur, dass dieses Kostüm selbst gemessen an den niedrigen Maßstäben erschreckend mies aussieht. Und natürlich ist die Idee, einen Affen als Animierdame auftreten zu lassen für sich genommen schon reichlich seltsam. Doch dann passiert es: Der Affe streift einen Arm ab, zum Vorschein kommt ein schlanker Frauenarm. So geht es ganz langsam weiter. Erst zeigen sich die Arme, dann die Beine, dann verschwinden der Affentorso und schließlich die Maske, und hervor tritt eine blonde Tänzerin, womit die Tanznummer auch schon beendet ist. Was originell und vielleicht auch kinky anmuten soll, gerät zur reichlich verstörenden Bestiality-Fantasie, die einfach nur gruselig ist. Die Zuschauer sehen das offensichtlich anders und bedenken die Dame mit tosendem Applaus und Respektsbekundungen, während die Schauspielerin, sichtlich gedemütigt, so schnell aus dem Bild rennt wie sie nur kann. Ich habe schon viel gesehen, Zombies die Gedärme verschlingen, minutenlange Vergewaltigungen, die Abtrennung jedes erdenklichen Körperteils, aber das hier stellt einen ganz besonders perversen Gipfel der Geschmacklosigkeit dar. Igittigitt!

 

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