liane, die weiße sklavin (hermann leitner, deutschland/italien 1957)

Veröffentlicht: Februar 12, 2014 in Film
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Nach den Ereignissen von LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD hat sich die Titelheldin (Marion Michael) gegen einen Verbleib in Deutschland und für die Rückkehr zu ihrem afrikanischen Stamm entschieden. Ihr Freund Thoren ist nicht weit weg in seinem Forschercamp und alles könnte so schön sein, wenn Liane nicht durch eine Verkettung von Zufällen und Missgeschicken in den Händen arabischer Sklavenhändler landete. Nun ist es an Frank (Adrian Hoven), dem Neuen im Forscherlager, sie zu befreien …

Dass nach dem immensen Erfolg des Vorgängers ein weiterer Film um die blonde Wilde mit dem reinen Herzen folgen würde, war auch in den Fünfzigerjahren keine Frage. Doch von der Titelheldin abgesehen hat die Fortsetzung mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam. Statt einer betulich-moralisierenden Verquickung von mildem Abenteuerfilm und herzerwärmendem Melodram serviert Regisseur Leitner einen actionlastigen Reißer, der nun ausschließlich in Afrika angesiedelt ist. (Bevor meinen Lesern angesichts dieser Worte der Sabber aus dem Mund läuft: Als actionlastiger Reißer darf der Film nach Kriterien der Fünfzigerjahre, nicht nach heutigen gelten.) Erstaunlicherweise legte man es nicht auf einen weiteren Skandal an, nachdem LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD von der hitzigen Diskussion um die nackten Tatsachen der minderjährigen Hauptdarstellerin sicherlich nicht wenig profitiert hatte. Vielleicht wollte man das Glück nicht überstrapazieren, und so zeigt sich Marion Michael hier über weite Strecken wenn nicht gerade züchtig verhüllt, so doch immerhin soweit bekleidet, dass man sich die Augäpfel nach ihren ans Tageslicht strebenden Nippeln umsonst verdreht. Sie bleiben auch dann noch auffällig sicher unter ihrer üppigen Muschelkette verborgen, wenn sie sich während eines rituellen Tanzes zu Beginn des Films lustvoll windet, wiegt und das Becken in eindeutiger Zweideutigkeit im Rhythmus der Trommeln nach vorn schiebt. Trotz Nippellosigkeit ist LIANE, DIE WEISSE SKLAVIN wesentlich expliziter als Borsodys Vorgänger: Das liegt zum einen daran, dass die mittlerweile an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehende Hauptdarstellerin deutlich fraulichere Züge trägt, zum anderen an der Präsenz Hovens, der Hardy Krügers treudoofe Gutmütigkeit durch seinen gewohnt öligen Charme ersetzt. Sein lüsterner Blick lässt keinen Zweifel an seinen Gedanken, wohingegen man Krüger jederzeit abnahm, den Implikationen des Films gegenüber vollkommen bind zu sein.

Schon in seiner ersten Szene entledigt sich Hoven seines bis zwischen die Knie aufgeknöpften Hemds und der Abenteurerhose, um eine Dusche zu nehmen, entblößt dabei neben seinem nicht ganz so prächtigen, aber immerhin schön behaarten und gut gebräunten Torso auch der Welt scheußlichste Unterhose. In ihr zeichnet sich nicht nur für alle gut sichtbar ein kapitales Gemächt und ein eindrucksvolles Gehänge ab, mit hoch ausgeschnittenem Bein ermöglicht sie auch den freien Blick auf käsige Arschbacken. Danach fällt es ganz, ganz schwer, ihn als Helden zu akzeptieren, auch wenn er sich redlich bemüht. Aus der heißen Affäre mit Liane wird zwar nichts, aber immerhin lacht er sich in einem Krankenhaus den Sohn eines orientalischen Potentaten an, dessen Papa dann auch bei der Befreiung Lianes tatkräftige Hilfe leistet. Die ist eigentlich an ihrem Schicksal selbst Schuld, hätte für die bodenlose Dummheit, mit der sie sich und zahllose weitere Menschen in Gefahr bringt, nicht die Rettung, sondern eine ordentliche Tracht Prügel verdient: Einem verhafteten Menschenhändler steckt sie an Bord eines von Frank gesteuerten Flugzeugs aus Mitleid ein Messer zu, hat so den Tod eines Polizisten, einen Flugzeugabsturz, die Verwundung Franks und schließlich ihre eigene Gefangenschaft ganz allein zu veantworten. Aber damit ist es noch nicht getan: Als ihr eine schwarze Leidensgenossin mit einem erotischen Tanz, der die Sklavetreiber ablenkt, die Flucht ermöglicht, zögert Liane zögert keine Sekunde und lässt ihre Freundin ohne mit der Wimper zu zucken zurück. Ganz ehrlich: Das Mitleid mit ihr hält sich in engen Grenzen und sie kommt viel zu glimpflich davon. Ein Date Rape von Frank wäre das Mindeste, was sie zum Karmaausgleich über sich ergehen lassen müsste. Der wird dem Zuschauer aber leider vorenthalten. Und so ist der kurzweilige, aber recht egale Spuk nach noch nicht einmal 80 Minuten (gekürzte Fassung) auch schon wieder vorbei, ohne nennenswerte Spuren hinterlassen zu haben.

Kommentare
  1. HomiSite sagt:

    Herrlich der Absatz über Hovens Entkleidung, ich habe gut gelacht. Irgendwie will ich jetzt diese Unterhose sehen :-). Aber deutsches 50er-Jahre-Kino, na ja…

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