mama (andrés muschietti, kanada/spanien 2013)

Veröffentlicht: April 6, 2014 in Film
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Ein Familienvater erschießt seine Frau, packt seine beiden kleinen Töchter ins Auto und rast davon. Nach einem Unfall versteckt er sich mit ihnen in einer einsamen Waldhütte. Dort wird er von etwas gepackt und umgebracht, bevor er sein Werk vollenden kann. Fünf Jahre später erfüllen sich endlich die Hoffnungen von Lucas (Nikolaj Costa-Waldau) dem Bruder des Amokläufers, seine beiden Nichten wiederzufinden. Wie durch ein Wunder haben sie überlebt, sind verständlicherweise halb verwildert und traumatisiert. Und sie erzählen von eine Gestalt namens „Mama“, die sie beschützt habe. Lucas und seine Partnerin Annabelle (Jessica Chastain) nehmen die Mädchen zu sich auf. Nachdem Lucas einen Unfall erleidet, verdichten sich die Anzeichen, dass „Mama“ keineswegs nur ein Hirngespinst ist …

Hier gibt es nicht viel zu sagen: MAMA ist ein Gruselfilm moderner Prägung, von vorn bis hinten vorhersehbar, klischeehaft, voller plotholes, aber eben grundsolide gemacht und mit dem ein oder anderen lichten Moment sowie eine Hauptdarstellerin, die sich für solche Massenware nach ihrer Leistung in ZERO DARK THIRTY eigentlich nicht mehr hergeben sollte. Die Grundidee mit den beiden verwilderten Kindern ist eigentlich ganz hübsch und böte Potenzial für eine Gruselversion von Truffauts L’ENFANT SAUVAGE, bietet letztlich aber kaum mehr als die Einleitung für eine Allerweltsgeistergeschichte, die nach üblichem Schema abläuft. Jeder Plopoint kommt mit Ansage und dass sich die Story als deutlich weniger originell entpuppt, als sie zu Beginn scheint, trägt auch nicht gerade zu einem Spannungsanstieg bei. Das Design der Titelkreatur ist ganz hübsch, wird aber etwas dadurch unterwandert, dass sie eingesetzt wird wie Hunderte von Geistern in vergleichbaren Filmen zuvor: Der Einfluss von Hideo Nakatas RINGU hat sich auch nach mehr als zehn Jahren noch nicht ganz verflüchtigt. Am Ende gibt es dann die erwartbare Dosis Pathos und ein bisschen Düsterkitsch, der auch den letzten Rest von Unbehagen vertreibt. Schade ist es um den ein oder anderen originellen Einfall: Die Szene in der die kleine Lily mit der durch die Rauminszenierung verdeckten Mama spielt, ist toll, weil sie deutlich macht, dass von „Mama“ nicht per se eine Gefahr ausgeht. Wie so vieles wird das aber nicht konsequent herausgearbeitet, sodass MAMA nie über biederes Mittelmaß hinauskommt. Kann man sich angucken, ist keine totale Zeitverschwendung, weil der ein oder andere potente Schock abfällt und vor allem auf ein süßliches Happy End verzichtet wird, ist aber schon wieder vergessen, noch bevor die Credits abgelaufen sind.

 

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