kommissar x – drei goldene schlangen (roberto mauri, italien/deutschland 1969)

Veröffentlicht: Mai 31, 2014 in Film
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Jo Walker (Tony Kendall) wird auf Empfehlung seines Freundes Captain Rowland (Brad Harris) von einer Amerikanerin nach Thailand gerufen, weil deren Tochter Phyllis (Hansi Linder) bei einem Urlaubsausflug spurlos verschwunden ist. Dahinter steckt die angebliche Wohltätigkeitsorganisation der „Drei Goldenen Schlangen“ von Kim So, die auf einer Insel junge Frauen aus aller Welt gefangen hält. Unter Drogen gesetzt, stehen die Mädchen finanzkräftigen Herren gegen Bezahlung für Liebesdienste zur Verfügung und sehen einem traurigen Schicksal entgegen. Aber mit vereinten Kräften gelingt es Walker und Rowland, zur Insel vorzudringen …

Stammregisseur Gianfranco Parolini machte für den sechsten KOMMISSAR X-Film seinem Landsmann Roberto Mauri Platz und begnügte sich mit dem Verfassen des Drehbuchs. Mehr als dieser Besetzungswechsel macht sich jedoch ein gewisser Zeitgeistwandel bemerkbar. DREI GOLDENEN SCHLANGEN kündigt mit seinem sexualisierten Thema den Übergang vom unschuldig-naiven Popspektakel zum handfesten Sleaze an, wie er sich in den Siebzigern engültig vollziehen sollte. Immer wieder werden barbusige Damen im Bild drapiert: ein Schauwert, der die Science-Fiction-Eskapaden und das Location Hopping der vorangegangenen Reihenbeiträge weitestgehend ersetzt. Der Umschwung vom heiteren Agentenfilm zur handfesten Komödie war schon vorher vollzogen worden, doch Rainer Brandts Synchronisation gibt dem Film noch einen zusätzlichen Schub. Die Sprüche, die er den Figuren in den Mund legt, haben entscheidenden Anteil daran, dass DREI GOLDENE SCHLANGEN seinen Charme entwickelt, auch wenn er sonst eher roh und hingeworfen wirkt. Gleich zu Beginn singt Rowland unter der Dusche „Oh, my darling Clementine, plötzlich war er wieder klein“, später nennt er ein dreirädriges Taxigefährt „Rost Royce“ und beschimpft einen Einheimischen als „Galettebürste“, was immer das ist. Die verbalen Absurditäten nehmen kein Ende, sodass auch dieser sechste KOMMISSAR X-Film als voller Erfolg verbucht werden kann, auch wenn er die Eurospy-Eleganz der Anfangstage gänzlich vermissen lässt und ihm im Finale etwas die Puste ausgeht. Egal. Nach diesem Film legte Produzent Theo Maria Werner die Serie zunächst auf Eis, bevor er 1971 Harald Reinl für ein neues, dann jedoch endgültig letztes Abenteuer von Jo Walker und Captain Rowland anheuerte. KOMMISSAR X JAGT DIE ROTEN TIGER erscheint demnächst via Filmjuwelen auf DVD und selbstverständlich werde ich die Reihe dann zu ihrem angemessenen Abschluss bringen.

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