in defense of „hair metal“

Veröffentlicht: September 5, 2014 in Musik

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich gesagt, dass ich nach einigen nur mäßig gelungenen Versuchen, über Hip-Hop zu schreiben, in Zukunft auch weiterhin davon absehen wolle, mich hier zu Musik zu äußern. Dabei bleibe ich auch, denn ich habe über Musik kaum etwas Gehaltvolles zu sagen: Wenn ich musikalisches Fachvokabular verwende, komme ich mir immer wie ein Priester vor, der was über Sex erzählen will, weil ich über ein bestenfalls rudimentäres Verständnis dieser Begriffe verfüge. Und allein die Tatsache, dass ich irgendeine Platte oder Band gern mag, befugt mich noch nicht wirklich dazu, dass Internet mit einer Meinung vollzuschreiben, die außer mir auch Millionen anderer Menschen teilen. Manchmal juckt es mich zugegebenermaßen in den Fingern, aber ich halte es dann wie der Müde Joe in den TRINITÀFilmen von Bud Spencer und Terence Hill und kratze mir einfach die Handflächen, weil ich genau weiß, dass mir die euphorisch hingeschriebenen Texten wenig später peinlich sein werden.

Mötley Crüe galten in Metalkreisen damals als Inbegriff der hassenswerten Poser (wohl auch, weil Vince Neils Sauferei einem Menschen das Leben kostete), rehabilitierten sich jedoch vor ca. zehn Jahren mit der Autobiografie „The Dirt“ als lustige Krawallheinis. Was wichtiger ist: Ihr Debüt „Too Fast for Love“ versprüht punkige Energie, der Nachfolger „Shout at the Devil“ ist ein Heavy-Metal-Meilenstein.

Eine Sache nervt mich aber seit geraumer Zeit, sodass ich mich hier nun bemüßigt fühle, meinem Ärger Luft zu machen. Es geht dabei um die Arroganz sowohl diverser (Online-)Musikjournalisten wie auch der deren Seiten frequentierenden Leser (meist sich eh ständig ihrer intellektuellen und poitischen Überlegenheit versichernde Indie-und Alternative-Fans), die sich in ihrem allwissenden Hipsterism darüber verständigt zu haben scheinen, dass das, was sie abfällig als „Hair Metal“ bezeichnen, die wahrscheinlich erste und einzige Form der Popmusik ist, die über keinerlei nennenswerten Qualitäten, dafür aber ausschließlich besonders verblödete Fans verfügt, objektiv beschissen ist und daher immer dann herangezogen werden darf, wenn man ein schlag- und beweiskräftiges Beispiel für durch und durch wertlosen Müll braucht. Sicherlich hat jeder das Recht auf seine Meinung und dass die hier in Frage stehende Musikrichtung so viel Verachtung und Häme auf sich zieht (im Gegensatz etwa zum wenige Jahre vor ihr erfolgreichen New-Wave-Sound, der heute wieder als heißester Scheiß gelten darf), lässt sich duchaus pophistorisch und ästhetisch erklären. Was mich aber an der Verbissenheit wundert, mit der man diese Musik immer und immer wieder als kulturellen GAU beschwört, mehr als 20 Jahre, nachdem sie von den Bühnen der großen Arenen und der Heavy Rotation der Musiksender verschwunden und in die Dive Bars und Truckerpinten zurückgekehrt ist, denen sie einst entsprang, sind zwei Dinge: Erstens sollte man doch eigentlich längst wissen, wie das mit Moden und Trends funktioniert, dass sie immer wiederkommen und man dann möglicherweise selbst wie ein Idiot dasteht. Als einer, der plötzlich nicht mehr den coolen Leuten mit dem richtigen Geschmack angehört; oder aber, noch schlimmer, als einer, der plötzlich wortbrüchig geworden ist. Zweitens und noch wichtiger: Ist der Vorwurf der Poserei nicht eigentlich selbst fürchterlich chauvinistisch? Könnte man denn nicht ehrlicherweise gleich sagen, dass man diese Musik für schwul hält, die hinter ihr stehenden Musiker für unmännlich?

Tatsächlich weitestgehend unerträglich: Poison. Aber ihr Nummer-1-Hit „Every Rose has its Thorn“ gehört zu jenen schmalzigen Schmachtballaden, die sich heute leider niemand mehr zu machen traut.

Ja, es gibt Gründe dafür, dass „Hair Metal“ – der by the way früher Glam-, Sleaze- oder Hardrock genannt wurde, bevor irgendwelche Oberschlauen ihn rückwirkend zum kulturellen No-go ernannten – heute als die Verkörperung peinlicher Musik gilt: Seine Vertreter genossen den Oberflächenrausch der Achtzigerjahre in vollen Zügen, feierten Drogen, Alkohol und Sex und hatten dabei nur wenig anderes im Kopf, was ihnen unverschämterweise nicht im Geringsten unangenehm war. Penelope Spheeris‘ fantastische Dokumentation THE DECLINE OF THE WESTERN CIVILIZATION PART 2: THE METAL YEARS (ich warte immer noch auf eine DVD dieses Lieblingsfilms) legt ein recht eindrucksvolles Zeugnis davon ab, was die Szene damals umtrieb, und das Bild, das sie zeichnet, ist nur wenig schmeichelhaft. Den äußeren Exzess bei gleichzeitigem innerem gesundheitlichen wie idealistischen Verfall spiegelt auch die Musik wider, bei der produktionstechnischer Overkill und songwriterischer Minimalismus in krassem Missverhältnis zueinander stehen. Die Plattenfirmen rochen bald das große Geld und warfen eine Band nach der anderen auf den Markt, wie das bei solchen musikalischen Trends immer so ist (auch beim immer noch übermäßig idealisierten Grunge, dessen flanellhemdige Stubenhockerei auf Dauer jedoch kaum weniger aufgesetzt war als der Hedonismus der Sunset-Strip-Rocker). Und natürlich sank das Niveau irgendwann, gab es unzählige Trittbrettfahrer, die ihre Alben mit kläglichen Poprock-Nümmerchen und Balladen füllten. (In diesem Video erzählt Jani Lane von Warrant, dass er sich für den Riesenhit „Cherry Pie“, zu dem er von seiner Plattenfirma genötigt wurde, „am liebsten in den Kopf schießen“ würde). Zu den Bands aus dem hier diskutierten Genre gehörten die einst Millionen von Tonträgern verkaufenden Giganten Bon Jovi und Guns N‘ Roses, aber natürlich auch solche wie Posion, Mötley Crüe, Twisted Sister, W.A.S.P., Warrant, White Lion, Skid Row, Cinderella, Stryper, Ratt, Tesla, Dokken, Enuff Z’Nuff, Dangerous Toys, L.A. Guns, Extreme, Steelheart, Nelson, Kix, Bullet Boys, Trixter, XYZ, Faster Pussycat, London, Danger Danger, Great White, House of Lords, Britny Fox, Firehouse, Trixter, Slaughter oder auch Damen wie Lita Ford und die Band Vixen (muhaha) sowie bereits zuvor etablierte Combos wie Kiss, Aerosmith (sowas wie die Vorväter der Szene), Def Leppard, Whitesnake, Judas Priest oder Ozzy Osbourne adaptierten den plötzlich populären Sound mit hallenden Bombastdrums, lasziven Texten und Keyboardfanfaren im Hintergrund.

Die L.A.-Glamrocker Faster Pussycat bewiesen mit der Wahl ihres Bandnamens Geschmack, Sänger „Taime Downe“ mit seinem Künstlernamen eher nicht.

Die Musiker frönten trotz Drag-Queen-Look dem unverhohlenen Chauvinismus, toupierten sich die Haare zu beeindruckenden Türmen, schminkten sich wie billige Huren, hüllten sich in Spandexhosen, zerrissene Jeans, arschbackenfreie Lederhosen, behingen sich mit allerlei Accessoires und losen Weibern. (Ehrlich: Was sagt es uns, dass das heute immer noch so verlacht wird?) Vieles davon schreit heute nach der Phrase vom „Style over Substance“, und der typische Achtzigersound mit seinen synthetisch klingenden Drums, ausgedehnten Gniedelpassagen für die angehenden Axtgötter, dem angehäuften Reverb und prollig geshouteten Refrains ist und bleibt genauso Geschmacksache wie das primitive Songwriting, das seinen Ursprung im Bluesrock der Siebziger trotz allen Schnickschnacks nicht verbergen kann. Wie auch der mit ähnlich viel Häme bedachte AOR (Album-oriented Rock) von Bands wie Journey, Foreigner, Survivor, Styx, Toto, Night Ranger oder Bad English trifft den „Hair Metal“ heute der schlimmste aller anzunehmenden Vorwürfe, mit der man eigentlich auf Nonkonformismus abzielende Rockmusik bedenken kann: der des „corporate rock“, des kapitalistisch bezähmten Konsumartikels aus industrieller Fertigung. Das wilde, rebellische, genderzuschreibungen durchbrechende Styling, die Texte, die Rausch, Suff und Sex predigten, waren demnach gewissermaßen nur Verkleidung, hinter der sich das ganz normale Spießertum versteckte. Es ist klar, dass die sprichwörtliche Alternative, die sich in den späten Achtzigern bereits abzeichnete, um dann in den frühen Neunzigerjahren ihren Siegeszug anzutreten, so aussehen und sich so anhören musste, wie sie es dann tat: Zurückgeschraubt, „authentisch“, ungestylt. Was irgendwann natürlich auch nur ein cleverer Stylingschachzug war.

Die hierzulande eher unbekannt gebliebenen Britny Fox erreichten mit ihrem selbstbetitelten 88er-Debütalbum und Hits wie „Girlschool“ Goldstatus in den USA.

Diese gängige Kritik am „Hair Metal“ ist meines Erachtens aber nur eine Seite der Medaille, denn die Musiklandschaft hat sich seit damals verändert, was damals Mainstream war, ist, wie beschrieben, heute nur noch ein Schimpfwort, die einstige „Alternative“ hat zwar auch bereits einige Metamorphosen durchlaufen, aber die Rockmusik-Landschaft doch mehr als nachhaltig verändert. Die Glamrock-Stars von einst sind größtenteils tatsächlich immer noch tätig, wie ich vor ein paar Jahren erstaunt herausfand, als ich durch diverse Hardrock-Blogs surfte. Sie sind heute meist jenseits der 50 und keine Sexgötter mehr, aber sie sind ihrem musikalischen Stil weitestgehend treu geblieben, verkneifen sich peinliche Versuche, „relevant“ zu bleiben und bedienen einfach weiter ihr Publikum. Manche haben nie aufgehört, Platten aufzunehmen und zu touren, andere haben sich mit ihren alten Kollegen reuniert, weil es immer noch Menschen gibt, die den Sound von einst hören wollen. Viele davon treibt gewiss die Nostalgie, wenn sie eine Karte lösen, und ich käme heute wahrscheinlich auch nicht auf die Idee, mir Alben von Ratt anzuhören (was ich tatsächlich tue), wenn ich diese Art der Musik nicht schon damals gemocht hätte und sie mich in die Zeit meiner Jugend zurückversetzte. Wie denn auch? Diese Musik wird ja, anders als andere Hits der Achtziger- und Neunzigerjahre, geradezu totgeschwiegen. Es sei denn natürlich, es bietet sich die Gelegenheit, sich mehr oder minder ironisch-schadenfroh an diese vermeintlich peinliche Zeit zu erinnern, etwa in Filmen wie ROCK OF AGES (benannt nach einem Def-Leppard-Song by the way). Dann wird diese Musik herausgekramt und man versichert sich darüber, wie flach und schrecklich das damals alles war.

White Lion gehörten in den USA zu den Superstars der Szene. Ihr zweites Album „Pride“ verkaufte sich dank der Top-3-Single „When the Children Cry“ 2 Millionen Mal.

Glam- und Hardrock ist definitiv nicht zeitlos, aber mal ehrlich: Die wenigste Musik ist das. Ich finde in ihr heute  etwas, das ich in 99,9 % der aktuellen Rockmusik vergeblich suche: In Verbindung mit den Texten wirkt sie erfrischend unprätentiös, geradeaus und absolut ehrlich, sich einen Scheißdreck um irgendwelche Konzeptionen von „Coolness“, „gutem“ Geschmack oder sonstwas scherend. Der Hardrock der Achtziger verhält sich zu seinen zeitgenössischen Entsprechungen wie der Kostümschinken zum Mumblecore-Film. Beim einen sind Gefühle groß und bunt, darf eine Liebesszene auch ruhig mal hemmungslos in den Kitsch abdriften, beim anderen ist alles reduziert, „authentisch“ und zurückgenommen. Fantasie und Traum gegen Alltag und Realität gewissermaßen. David Coverdale, Reibeisenstimme von Whitesnake, war sich nicht zu schade, in „Fool for your Loving“, einem Song vom Album „Slip of the Tongue“, dem Nachfolger zum Mammutseller „1987“, darüber zu singen, wie ihn seine große Liebe immer wieder hemmungslos zum Heulen bringt („I’m so tired of trying, I always end up crying/Fool for your loving no more“) und ich möchte behaupten, dass das heute sowohl textlich als auch stimmlich anders gehandhabt würde. Ein Rocksänger würde sich diese Blöße heute ja gar nicht mehr geben. Zumindest würde sich die Musik, mit der ein solches Geständnis unterlegt wäre, deutlich anders anhören.

Eine der besten Hardrock-Bands der Achtziger: Ratt. Zu ihrem Hit „Round & Round“ führt Mickey Rourkes alternder Wrestler Randy Robinson in Aronofskys THE WRESTLER ein kleines Tänzchen auf.

Mir ist bewusst, dass das ich hier eine Haltung zu der Musik einnehme, die erst durch die zeitliche Distanz möglich ist: Natürlich war den L.A-Rockern von einst ihr Image alles andere als egal, sondern im Gegenteil sogar immens wichtig, natürlich hielten sie sich selbst für unendlich cool und sexy und natürlich betrachteten auch ihre Fans sie so. Aber aus heutiger Perspektive liegt alles, was diese Musik ausdrückt, so weit jenseits all dessen, was als cool und hip gilt, dass sie wie eine frische Brise wirkt, die einem gehörig den Kopf freibläst und einem verdeutlicht, dass sich die Dinge auch ganz anders ausdrücken und fühlen lassen. Eine Kontingenzerfahrung. Die Musik macht Spaß, sie ist überkandidelt und größenwahnsinnig, manchmal schlicht drüber, gleichzeitig aber auffallend solipsistisch, naiv und klein. Die Bands kreisen um eine kleine Welt, die am Tresen der Stammkneipe, auf der Bühne des örtlichen Rockschuppens oder aber auf der Matratze der Angebeteten schon wieder zu Ende ist. Die Hooks sind wie Kaugummi ohne große Raffinesse, aber dafür mit viel Verve intoniert. Die Musik ist frech, rotzig und unverschämt, aber ohne jene Selbstüberschätzung, die heute noch jeden Halbgebildeten dazu veranlasst, einen Anti-Bush-Song zu schreiben und sich dabei wahnsinnig politisch zu fühlen. Wobei Selbstüberschätzung durchaus ein Thema war: Die tools von London, eine der peinlichsten Erscheinungen in der oben erwähnten Doku von Spheeris, kündigten ihren Song „Russian Winter“ auch schon mal mit dem Verbrennen einer UdSSR-Flagge an. Unangenehm chauvinistisch, sicher, aber gleichzeitig so offenkundig ungebildet und boneheaded, dass man es als politische Aussage gar nicht Ernst nehmen kann.

Cinderella. Ihr Sänger Tom Keifer hatte eine seinem Namen alle Ehren machende Röhre, wie sie heute leider total verpönt ist. Das Album „Night Songs“ ist knorke.

Meist merkt man den Musikern an, dass sie ins Musikgeschäft gestolpert sind wie das Kind in den Süßigkeitenladen, das nun großäugig und bis über beide Ohren grinsend vor den Regalen steht und sich hoffnungslos überfressen wird. Jeder Sinn von Professionalismus, der viele zeitgenössische Mucker so fürchterlich öde macht (Fußballer sind heute ähnlich), geht ihnen ab. Ich komme wieder auf Spheeris Film zurück: Dass die Musiker sich so ablichten ließen, wäre heute undenkbar. Sofort würde ein Agent oder Anwalt dazwischenspringen und die Aufnahme stoppen. Und so klingt die Musik auch oft: Überschwänglich, manchmal einfach furchtbar und herrlich Over the Top, mit Inbrunst und heiligem Ernst intoniert. Es gibt keinerlei absichernde Ironie: Alles ist genauso gemeint wie es ausgedrückt wird. Und manchmal wird die Grenze zur Peinlichkeit weit überschritten. Das ist meines Erachtens ein unschätzbarer Wert, und einer der Gründe, warum mich zum einen die immer wieder über das Genre ausgegossene Häme nervt, ich zum anderen solche Combos wie The Darkness so überaus halbherzig und blöd finde. Es ist einfach, sich die Haare mit Haarspray vollzukleistern, sexualisierten Blödsinn zu singen und das für irrsinnig komisch zu halten. Die Kunst besteht darin, es vollkommen Ernst zu meinen. Die Sunset-Strip-Glamster sind nicht geschminkt und aufgetakelt auf die Bühne gegangen, weil das ein Trend war, von dem sie sich Reichtum und Ruhm erhofften, sie waren genauso echt wie der Grunger nach ihnen, der Doc Martens und ein Flanellhemd trug. Aber nur, weil ihnen das Aussehen wichtiger war, heißt das nicht, dass alles andere dahinter verblasste und zweitrangig war. Es ist nicht per se „echter“ oder „besser“, wenn Musiker möglichst „normal“ aussehen, das macht ihre Musik nicht bedeutender oder künstlerisch wertvoller: Dahinter steht lediglich ein anderes Paradigma. Hinter Glamrock steckte logischerweise ein extrovertierterer, „lauterer“ Lifestyle. Es ging um Spaß, Hedonismus, Sex. Darum, sich größer zu machen als man tatsächlich war. Eskapismus, basically. Die Vergänglichkeit ist dieser Musik ins Erbgut eingeschrieben. Sie feiert den Augenblick. Um ihr Erbe dürften sich die Musiker nur wenig Gedanken gemacht haben. Das ist Pop, wenn mich nicht alles täuscht.

Aus Erfahrung blöd: London, rechts im Bild Frontmann „Nadir D’Priest“.

Jetzt habe ich hier lange rumschwadroniert und dabei ist der Ärger ein wenig verflogen – wenigstens bis ich zum nächsten Mal lesen muss, dass „Hair Metal“ eine Musik ohne jede redeeming qualities und bestenfalls ironisch zu goutieren sei. Ob meine Argumentation für andere überzeugend ist oder nicht, weiß ich natürlich nicht. Ich schätze, wer mit dieser Art von Musik damals schon nichts anzufangen wusste, der wird heute kaum leichter Zugang zu ihr finden. Aber vielleicht habe ich den ein oder anderen rockaffinen Leser, der in den Achtzigern, als diese Musik allgegenwärtig war, die Nase über die „Poser“ rümpfte, davon überzeugen können, ihr noch einmal eine Chance zu geben, wenn auch nur nur um des Flashbacks willen. Mir war es einfach wichtig zu sagen, was diese Musik mir bedeutet, dass sie etwas bedeutet: Ich höre in ihr etwas, was Pop- und Rockmusik heute verloren hat, etwas, was mir in der gegenwärtigen Musiklandschaft fehlt: den sense of fun. Die Bands von einst aufgrund überkommener Moden und Oberflächlichkeiten kurzerhand als Abfallprodukt der Kulturindustrie und Geschmacksverwirrung der Zeit abzutun, fällt überaus leicht. Aber vielleicht übersieht und überhört man dabei auch etwas.

Zum Abschluss ein bisschen Musik.

 

 

Kommentare
  1. Alex sagt:

    Äußerst nachvollziehbare Ausführungen! Und „flanellhemdige Stubenhockerei“ ist sehr schön, das merk ich mir. 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.