skyfall (sam mendes, großbritannien/usa 2012)

Veröffentlicht: Februar 3, 2015 in Film
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Das Engagement von Sam Mendes – nach vielen, vielen „Handwerkern“ vielleicht der profilierteste Regisseur, der sich überhaupt jemals an einem Bondfilm versuchen durfte – lässt darauf schließen, dass den Produzenten die Bedeutung von SKYFALL für den Fortgang der Serie sehr bewusst war. Nach der fulminanten Wiederbelebung und Frischzellenkur mit CASINO ROYALE musste man QUANTUM OF SOLACE in jeder Hinsicht als Enttäuschung empfinden – vor allem, weil der Film den Eindruck machte, die Produzenten hätten gar nicht verstanden, was das Comeback überhaupt erst zu diesem Erfolg hatte werden lassen. Die Kurkorrektur gelingt mit Bondfilm Nr. 23 weitestgehend: Mendes inszeniert mit dem Wissen, dass Actionszenen erst im Kontrast mit der nötigen Ruhe ihre volle Wirkung entfalten und bringt zudem ein Maß an visuellem Einfallsreichtum und Stilbewusstsein mit, das die Reihe zuletzt in den Tagen von Lewis Gilbert auszeichnete. Mit der inhaltlichen Konzentration auf den MI6, die Organisation hinter Bond, eröffnet der Film zudem neue erzählerische Möglichkeiten, die bislang brachlagen. Das Dilemma des Agenten – gleichzeitig ein Mensch und dann doch nur ein Werkzeug, ein Rädchen in einem großen Getriebe zu sein –, das CASINO ROYALE zu solch großer Spannung und dem Helden zu neuer, scharfer Konturierung verhalf, verschafft auch SKYFALL die entscheidende Dramatik abseits des Plots. Dennoch: So richtig zufrieden bin ich mit Mendes‘ Film nicht.

Über weite Strecken des Films gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Mit einem ausgedehnten, actionlastigen Prolog geht es, wie aus den beiden Vorgängern gewohnt, schwungvoll und krachig los. Bei Over-the-Top-Stunts wie einer Motorrad-Verfolgungsjagd über die Dächer (!) Istanbuls, der Fahrt mit einer Planierraupe über einen Zug und einer schön oldschooligen Prügelei auf dem Dach desselben knüpft Mendes im Geiste an den Irrsinn der Ur-Bonds an, anstatt die Modernisierung auch auf motivischer Ebene voranzutreiben. Im Gegensatz zu Marc Forster, der alle Actionszene kaputtschneiden ließ, zeigt der nun auch nicht gerade als Actionexperte geltende Mendes außerdem, dass er verstanden hat, worum es geht: Immer wieder gibt es lang gehaltene Totalen, die es erlauben, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und überhaupt zu begreifen, was da gerade passiert. Der Kampf im Inneren eines von außen mit psychedelischen Leuchtelementen illuminierten Shanghaier Hochhauses dürfte ein visueller Höhepunkt der gesamten Reihe sein, der Gastauftritt eines Komodo-Warans weckt Erinnerungen an die seligen Zeiten, in denen jeder Bondschurke, der etwas auf sich hielt, ein Piranha- oder Haifischbecken sein eigen nannte und Javier Bardem legt seine Rolle als abtrünniger homosexueller Ex-Geheimagent mit Rachgedanken ebenfalls schön cartoonesk an, was nach den ganzen Beamten eine willkommene Abwechslung ist. Auch Adeles Titelsong ist wieder von jenem pathetischen Schmelz, den man erwartet. Der Brückenschlag zwischen der liebgewonnenen Bond-Tradition und dem Bemühen, dem Zeitgeist wieder ein Stück vorauszueilen, gelingt formal über weite Strecken ausgezeichnet. Leider tritt SKYFALL in der zweiten Hälfte in einige Fettnäpfchen, die ihn nicht so sehr als Vorreiter als als Kind seiner Zeit ausweisen.

Ich war noch nie ein besonderer Freund von Computerterrorismus im Film, weil sich dieses Thema für mein Empfinden nur sehr schlecht in packende Bilder übersetzen lässt. Das ist auch hier der Fall: Wenn auf Ms (Judi Dench) Laptop-Monitor ein putzig animierter Virus mit Totenköpfen aufpoppt, wirkt das auf mich einfach albern, genauso wie das bedeutungsschwangere Rumdaddeln an irgendwelchen Hightechscreens und das angestrengte Starren auf seltsame Grafiken, die einen Code verbildlichen sollen. Warum? Damit man ihn leichter knacken kann? Das scheint der Fall zu sein, wenn sogar der hemdsärmelige Bond schneller auf die Lösung kommt als das neuen Wunderkind Q (Ben Whishaw), das immerhin ein vergleichbares, angeblich unüberwindbares Sicherheitssystem erfunden haben will. Apropos Q: Es leuchtet mir ein, das es für ein Computergenie einen anderen Darstellertypus braucht als Desmond Llewelyn oder John Cleese, aber musste es wirklich wieder so ein Wuschelfrisuren- und Pullunderträger sein, wie man ihn auch aus den Krimiserien kennt, die meine Gattin so gern sieht? Auch mit Javier Bardem geht es mit zunehmender Laufzeit bergab: Wie er da im Schneidersitz in seiner gläsernen Gefängnis-Litfasssäule sitzt und selbstzufrieden grinst, fragt man sich, ob es anno 2012 wirklich mal wieder eine Hannibal-Lecter-Hommage brauchte. Immerhin ist der Make-up-Effekt, wenn er sich seine Kieferprothese herausnimmt, wunderbar scheußlich geraten. Das sind alles nur Kleinigkeiten, aber sie addieren sich, zumal sich auch in Plotentwicklung dieses Abdriften in den Durchschnitt erkennen lässt. Wie sich der Showdown da am Ende in zwei aufeinanderfolgende Auseinandersetzungen aufsplittet, Bond und M eine Reise in die Vergangenheit unternehmen und sich so nicht nur dem Feind, sondern auch ihren persönlichen Problemen miteinander stellen müssen, fühlte ich mich in einen Kurs „Screenwriting 101“ versetzt. Ohne die bekannten Figuren hätte das nahezu jeder moderne, großbudgetierte Actionfilm sein können. Auch wenn das entsetzlich blöd und engstirnig klingt: Mir fehlte da einfach das spezielle Bond-Feeling, das CASINO ROYALE auf jeden Fall hatte, obwohl er ganz anders aussah und sich auch ganz anders anfühlte als alle Bonds davor. Es kommt hier nach dem letzten Absatz vielleicht nicht so richtig durch: SKYFALL ist ein guter Bond, auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, aber nach der exquisiten ersten Hälfte überwiegt einfach die Enttäuschung darüber, dass er nicht mehr ist als „nur“ gut. Da wurde immenses Potenzial verschenkt, und sowas finde ich immer besonders ärgerlich.

Kommentare
  1. Ghijath Naddaf sagt:

    Das ist natürlich Nörgeln auf hohem Niveau. Ich fand auch nicht alles perfekt. Da gab es natürlich
    schon einige Logiklöcher. Warum war z.B. ausgerechnet der Zug der entgleist leer ?
    Aber ich fand den im grossen und ganzen schon toll. Der Film hatte durchaus emotionale Wucht
    und Ralph Fiennes ist sowieso ein Grund zur Freude.
    Die ganze Disskussion über das Frauenbild in den Bond Filmen, finde ich spektakulär Langweilig.
    Bei Outlaw Vern wollte man Bond sogar der Vergewaltigung überführt haben.
    Man kanns auch übertreiben.

    • Oliver sagt:

      Logiklöcher stören mich eigentlich nicht. Es sei denn, der Film um sie herum, tut besonders klug. Das war mir auch hier total egal. Ich fand den Film, wie gesagt, zur Hälfte oder zwei Dritteln toll, etwa bis zur Festnahme Silvas. Danach ist jeder innovative Drive flöten gegangen. War natürlich immer noch besser als vieles andere, aber ich hatte da einfach mehr erwartet. Dass zum Schluss nur noch so ein Standard-Racheshowdown abgespult wird, fand ich einfach enttäuschend.

  2. Ich antworte nun einfach hier. Wenn Moneypenny als schwarze Frau in der Pre-Credit-Scene ihr Unvermögen im Feld unter Beweis stellen darf, um dann zu realisieren „so ein ,00′-Leben ist nichts für mich“, um dann am Ende als Vorzimmer-Dame des weißen alten Mannes zu Enden – braucht einen das natürlich nicht zu stören. Tat es zumindest mich dann doch.

    Ansonsten meinte ich mit „bieder“, den von dir angesprochenen Rückgriff auf alte Elemente/Momente, die in dieser – seit Casino Royale eher „moderneren Interpretation – für mich nicht vollends funktionieren. Braucht es wirklich einen neuen Wuschel-Q, nur um einen Q zu haben? Und nur weil der Showdown in Bonds Kinderhaus ist, fühl ich mich der Figur jetzt nicht näher. Naja, einfach nicht so meins, der Film.

    • Oliver sagt:

      Also beim Q und dem Haus-Showdown sind wir uns schon einig.

      Bei Moneypenny würde ich dir empfehlen, deine Haltung noch einmal zu überdenken. Zu zeigen, dass eine Frau „scheitert“, ist nicht per se sexistisch, sondern erst einmal genauso realistisch wie männliches Scheitern, womit die Craig-Bonds auch gespickt sind. Ich finde auch überhaupt nicht, dass der Film sie als unfähig hinstellt oder sie ihr „Unvermögen“ beweist, ganz im Gegenteil. Sie zeigt ihr Durchhaltevermögen in der Verfolgungsjagd, als sie Bond immer auf den Fersen bleibt, hat in der Sniper-Situation Skrupel, folgt dann jedoch einem zweifelhaften Befehl und verpatzt einen schwierigen Schuss, bei dem eine geringe Chance bestand, das richtige Ziel zu treffen. Das alles macht sie sympathisch, weil sie ein Gegenentwurf zu den ganzen abgebrühten Geheimdienstleuten ist, die ohne mit der Wimper zu zucken, Menschen hinrichten oder über ihr Leben verfügen. Dass sie die Karriere einschlägt, die sie einschlägt, ist in erster Linie ihre Entscheidung. In zweiter zeigt es die Gnadenlosigkeit der Branche, in der ein Fehler sofort bestraft wird.

      Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber wenn du meinst, eine Frau sei gescheitert, weil sie Sekretärin und nicht Profikillerin wird, dann liegt das Problem ja vielleicht auch ein wenig bei dir, oder? 😉

      • Das sehe ich nicht so. Die Anfangsszene zeugt ja eher von der Inkompetenz der Beteiligten (zwei davon Frauen), die Situation „richtig“ zu handhaben. Die simpelste Lösung wäre gewesen, Bond schafft auf dem Zug etwas Raum zwischen sich und seinem Gegner, er hört ja das Gespräch zwischen Moneypenny und M mit, weiß um die Sniper-Position. Er hätte somit den Schuss vereinfachen können. Letztlich scheitert er ja in der Mission auch – und darf sich dennoch rehabilitieren. Im Gegensatz zu Moneypenny. Wenn du mir in den Mund legen willst, dass eine Frau scheitert, wenn sie Sekretärin wird statt Auftragskillerin, dann ist das deine Sache, aber eben völlig an meiner Aussage vorbei. Wenn Angela Merkel statt Bundeskanzlerin plötzlich nach wenigen Monaten den Fraktionsvorsitz ihrer Partei in Thüringen übernommen hätte, wäre das für mich ein Scheitern. Und nicht wenn sie nur Fraktionsvorsitzende statt Kanzlerin geworden wäre. Wenn eine Frau mit Bond eine Mission bestreitet, beide scheitern, er zurück darf und sie kocht M den Kaffee, dann dient das für mich lediglich dazu, dass sie zu der Moneypenny werden soll, wie wir sie kennen. Mendes will einen Q, er will eine Moneypenny – er schafft sie sich. Der Film könnte ja einfach so eine Moneypenny einführen – und die Agentenfigur dazu. Die sich dann so wie Bond am Ende rehabilitieren darf.

        Klar kannst du dir sagen: Ach, Gottchen, das ist eine Frau und die ist halt für die Agentenwelt nicht geschaffen, weil sie halt Skrupel hat und Hormone und so. Das macht sie ja auch irgendwie sympathisch. Und daher isses voll okay, wenn sie am Ende lieber Dokumente tackert, Anrufe entgegennimmt und so. Muss sie schon niemanden umbringen. Immerhin hat sie es ja versucht, aber „it’s a man’s world“. Dann würde ich aber dir empfehlen, dein Frauenbild nochmal zu überdenken. Ich finde die Darstellung in der Form wie hier gezeigt unglücklich und unnötig.

      • Oliver sagt:

        Naja, jetzt drehst du mir aber die Worte im Munde rum. Ich sage mitnichten „Das ist eine Frau, die ist nicht für die Agentenwelt geschaffen“, sondern einfach, dass diese Person, so wie der Film sie zeigt, nicht für die Agentenwelt geschaffen ist. (Und dass sie das innerhalb des Films sympathisch macht, weil der den Agentenjob nicht als etwas Erstrebenswertes zeichnet.) So wie sich jeder Mensch eben für manche Dinge eignet und für manche andere nicht. Weder spielt ihr Geschlecht dabei eine Rolle, noch ist das in dem Sinne ein „Scheitern“. Ein Scheitern ist es, wenn der 100-Meter-Läufer kurz vor dem Ziel als Erster strauchelt und dann noch letzter wird. Nicht, wenn ein Leichtathlet zu langsam für den 100-Meter-Lauf ist und sich deswegen für den 10.000-Meter-Lauf entscheidet. Es ist kein Scheitern, wenn man feststellt, dass man etwas nicht kann, und sich dann für etwas entscheidet, was man besser kann. Das ist vielmehr Beleg für ein intaktes Verhältnis zu sich selbst, für Flexibilität und Mut.

        Außerdem liest du die betreffende Szene falsch, wenn du von Inkompetenz sprichst: M kann die Situation nur unzureichend einschätzen, weil sie nicht selbst anwesend ist. Sie muss eine Entscheidung anhand unvollständiger Parameter treffen. Moneypenny ist Befehlsempfängerin von M, aufgewühlt und psychisch nicht auf die Situation, in der sie sich befindet, vorbereitet. Bond steht auf einem Zug, der über eine Brücke fährt, und befindet sich in einem Ringkampf mit einem Schurken, der einen von beiden das Leben kosten wird. Wenn du meinst, er müsse in dieser Situation noch dem Gespräch zweier anderer Personen zuhören und entsprechend handeln, gestehe ich dir das zu, weil es die Bondfilme sonst mit dem Realismus auch nicht so genau nehmen, aber ganz ehrlich: Nein, das kann er nicht (kennst du diese Gameshow-Spielchen, in denen Kandidaten während der Ausübung banaler Tätigkeiten einfache Quizfragen beantworten müssen?), und es gibt auch in Mendes‘ Inszenierung kein einziges Anzeichen dafür, das andeutete, dass Bond einen Fehler beginge oder eine sich bietende Handlungsalternative nicht nutze. Und dann ist da ja auch noch ein anderer involviert, der da vielleicht etwas dagegen hat. Generell glaube ich, dass du die ganze Situation viel zu statisch betrachtest, wenn du von „Inkompetenz“ sprichst: Es ist eine Situation, in der es schlicht keine einzige Handlungsalternative gibt, die den gewünschten Ausgang der Situation garantiert. Verzichtet M auf den Schießbefehl, kann es sein, dass Bond überwältigt wird. Gibt sie ihn, kann es sein dass der Falsche getroffen wird. Es muss eine Entscheidung getroffen werden und es muss in Kauf genommen werden, dass sich diese Entscheidung hinterher als die Flasche herausstellt. Und Moneypenny ist einfach nur die Person, die in der beschissenen Lage ist, den Befehl ausführen zu müssen. Die ganze Szene ist so gestaltet, dass sie gar nicht treffen kann.

        Was du außerdem übersiehst: Moneypenny will danach gar nicht in den Field Service zurück, im Gegensatz zu Bond, der sich freiwillig zurückmeldet. Sie trifft von sich aus die Entscheidung, dass das nicht die Laufbahn ist, die sie einschlagen will. Sie will die Sekretärinnenlaufbahn. Das ist kein Scheitern, das ist wissen, was man will, entsprechend handeln und sich den Job sichern. Sicher, Mendes hätte eine andere Moneypenny aus dem Hut zaubern können. Aber ich fand das ehrlich gesagt einen netten Zug: Sie hat wegen ihres Fehlschusses ein schlechtes Gewissen und kommt nun in eine Position, in der sie ein freundschaftliches Verhältnis (oder mehr) zu Bond haben kann. Abwarten, was daraus gemacht wird.

        Und zum Schluss: Die Art wie du über die Tätigkeit einer Büroassistentin sprichst („Dokumente tackern, Anrufe entgegennehmen und so“) ist ziemlich herablassend gegenüber den Menschen (meist Frauen), die diese Tätigkeit ausführen. Schon einmal darüber nachgedacht, dass das sexistisch sein könnte?

        Kein böses Blut, einfach eine Diskussion mit offenen Karten. Alles klar? 😉

  3. […] Oliver Nöding hat auf Remember It For Later seine James-Bond-Retro mit „Skyfall“ abgeschlossen und wendet sich mit „Piratensender Powerplay“ anderen Themen zu. Lesenswert […]

  4. Mr. Majestyk sagt:

    Sophisticated, dies fällt mir ein wenn ich SKYFALL beschreiben soll. Und dies ist m.E. Segen und Fluch zugleich. Lange sah kein Bond mehr so gut aus wie dieser. Die Auftaktsequenz in Istanbul, Shanghai, Macao, der Hashima look alike, Schottland, ja selbst der Blick über die Dächer von London – die Bilder sind unglaublich toll, keine Frage.

    Aber seit dem Reboot nimmt sich die Serie ziemlich ernst, was ich grundsätzlich sogar begrüße.
    Nur passen einige over the top Szenen nicht richtig zum „realistischeren“ Konzept.
    Zudem störe ich mich etwas an der Mutter-Thematik, dem Spiel von Bardem und den Wuschelkopf-Q hätte ich auch nicht gebraucht. Letztlich aber alles Marginalien.

    Es sind meiner Meinung nach zwei Kritikpunkte die verhindern, dass aus SKYFALL nicht nur ein guter bis sehr guter Beitrag der Reihe ist, sondern tatsächlich einer der besten Bonds aller Zeiten.
    Zum einen der Versuch Bond eine Vergangenheit zu geben. Meiner persönlichen Meinung nach ist es nie sinnvoll einen Mythos erhellen zu wollen. Das beste Beispiel ist für mich Star Wars, wo eben die mythische Vorgeschichte ihre Wirkung verliert sobald sie bildlich dargestellt wird und Darth Vader zum überheblichen und nervigen Bengel degradiert wird, sobald man hinter die Maske blickt.

    Skyfall begeht den gleichen Fehler, ich möchte gar nicht hinter die Fassade des größten Geheimagenten aller Zeiten blicken, manche Dinge sollten einfach im Nebel bleiben.
    Der zweite Punkt, der mich am meisten stört. Warum muss Bond als gebrochen dargestellt werden.
    Bond trinkt Alkohol, verführt Frauen und spielt, weil es im gefällt, nicht weil er traumatisiert ist. Mir geht es ohnehin quer, dass heutztage jeder „Held“ irgendeinen Knacks haben muss. Dies ist keine Kritik an Craig, den finde ich toll, aber die Psycholgisierung dieser Figur gefällt mir nicht und dies wäre dem anderen nicht passiert. 😉

    Dennoch, Skyfall sieht phantastisch aus, auf Ralph Fiennes als M freue ich mich jetzt schon.
    Und obwohl ich Casino Royale lieber mag, bei SKYFALL hatte ich trotz mancher Kritikpunkte tatsächlich wieder ein richtiges Bondfeeling.

    Bei mir hat SKYFALL übrigens durch Zweit- und Drittsichtung gewonnen, meine private Bond-Retrospektive war Anfang 2014 und da hat er es auf einen respektablen (wenn auch geteilten) 5. Platz geschafft. Und die Karten für SPECTRE sind im Geiste jetzt schon gebucht.

    • Oliver sagt:

      Was mich an SKYFALL rückblickend wirklich enttäuscht hat, war der Rückgriff auf einen Plotmechanismus, den ich vielleicht einem 08/15-Actioner/Thriller verzeihe, aber bei einem Bondfilm, der ja für sich irgendwie in Anspruch nimmt, Trends zu setzen, mehr als schwach finde: Nämlich jenen, alles am Ende als elaborierten Plan des Schurken zu enttarnen. Da fehlte für mich genau das Bondfeeling, das du vespürt hast.

  5. Mr. Majestyk sagt:

    Kann ich gut nachvollziehen. Ist dann sicher auch eine Frage der Erwartungshaltung.
    Für mich ist Bond schon lange kein Trendsetter mehr, sondern läuft im Gegenteil den Trends recht oft hinterher. QUANTUM hätte z.B. ja auch ein Bourne Rip-off sein können.
    Der Hype um SKYFALL ist ganz sicher nicht gerechtfertig, besser als den Durchschnitt empfinde ich ihn aber allemal.

  6. Dennis Neiss sagt:

    „Ich war noch nie ein besonderer Freund von Computerterrorismus im Film, weil sich dieses Thema für mein Empfinden nur sehr schlecht in packende Bilder übersetzen lässt.“

    Dann bin ich mal auf deine Meinung zu Michael Manns „Blackhat“ gespannt.

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