matthew mcconaughey romcom-romp: fool’s gold (andy tennant, usa 2008)

Veröffentlicht: März 17, 2015 in Film
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Fool’s-Gold-2008-Hollywood-Movie-Watch-OnlineFun, Fun, Fun und gute Laune! Dass die Erwartungen nach den ersten drei Filmen meines RomCom-Selbstversuchs ziemlich gedrosselt waren, hat FOOL’S GOLD mit Sicherheit nicht geschadet, seine Leistungen aber so zu relativieren, wäre auch nicht fair. Wer ein Herz für locker-flockig daherkommende Trivialunterhaltung hat, wie sie Hollywood vor allem in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in großer Zahl und handwerklicher Meisterschaft auf die Leinwände brachte, sich huete aber leider nicht mehr zu machen traut, der wird sich über diese hoffnungslos altmodische Abenteuerromanze in traumhafter Urlaubskulisse ein Loch ins Knie freuen. Hochglanzoptik und diverse Handlungsdetails verorten FOOL’S GOLD zwar ganz eindeutig in der Gegenwart, aber der Schwung, den der Film durch das gut aufgelegte Spiel und die Chemie seiner Akteure gewinnt, der Witz, der kunstvoll auf dem schmalen Grat zwischen Stil und Zote wandelt, ohne jemals ins Terrain der letzteren abzugleiten, und schließlich diese ansteckende Leichtigkeit erinnern durchaus an die großen Vorbilder längst vergangener Tage.

Finn (Matthew McConaughey) ist ein passionierter Schatzsucher und in der Karibik auf der Suche nach einem gesunkenen Schatz, für deren Finanzierung er sich mit dem Gangster/Rapper Bigg Bunny (Kevin Hart) eingelassen und einen Berg Schulden angehäuft hat. Zur Scheidung von seiner Gattin Tess (Kate Hudson), die seine Leidenschaft eigentlich teilt, aber Finns Verantwortungslosigkeit satt hat, kommt er zu spät und kann ihr nur noch gestehen, dass er das Boot, das ihr als letztes Kapital noch geblieben ist, aus Versehen versenkt hat. Eine Verkettung von Zufällen führt ihn wenig später auf die Luxusyacht des Millionärs Nigel Honeycutt (Donald Sutherland), auf der Tess als Steward arbeitet und sogleich einen Tobsuchtsanfall bekommt, als sie ihren Ex-Mann dort vorfindet. Doch als der mit seiner Geschichte des versunkenen Schatzes das Interesse Honeycutts weckt, wird auch ihr Enthusiasmus neu entfacht. Bei der folgenden Schatzsuche finden die beiden wieder zusammen, müssen sich aber gegen die Männer von Bigg Bunny und Finns alten Mentor Fitch (Ray Winstone) wehren, die die Reichtümer ebenfalls einstreichen wollen …

Jeder Versuch, die Vorzüge von FOOL’S GOLD hier wortreich zu preisen und meine Leser davon zu überzeugen, ihm eine Chance zu geben, muss fast zwangsläufig in die Hose gehen. Das, was Tennants Film auszeichnet, lässt sich nur unzureichend in Worte fassen: Es ist einer jeder Filme, die für die Dauer ihrer Laufzeit ein gutes Gefühl vermitteln, ohne einen dabei mit ihrer Brillanz schier umzuhauen oder echte Spuren zu hinterlassen. Nichts an FOOL’S GOLD ist nachhaltig, nichts herausragend oder gar originell. Der Film ist witzig, ohne den Betrachter von einem Lachkrampf in den nächsten zu stürzen, er ist spannend, ohne an den Nerven zu zerren, romantisch, ohne wirklich zu Tränen zu rühren. Aber gerade das zeichnet ihn eben auch aus, dieses Bekenntnis zur flüchtigen Unterhaltung und das unbestreitbare Geschick, diese Flüchtigkeit mit einem gewissen Stilbewusstsein zu vereinen. FOOL’S GOLD sieht absolut fantastisch aus, wie ein in Bewegung geratener Hochglanz-Reiseprospekt, in den man am liebsten gleich reinspringen würde. Es ist kein Wunder, dass die Schauspieler gut gelaunt aufspielen, und diese gute Laune ist durchaus ansteckend. McConaughey und Kate Hudson hatte schon HOW TO LOSE A GUY IN 10 DAYS mit ihrer Chemie gerettet und auch hier sind sie wieder das lebendige Zentrum eines stets in Bewegung bleibenden Abenteuerfilms. Matthew McConaughey interpretiert seinen Finn als liebenswerten Einfaltspinsel und Hallodri, der im Stile einer Cartoonfigur auch die heftigsten Attacken auf seine Gesundheit noch übersteht, und beweist sein immenses komödiantisches Talent. Und Kate Hudson ist die ideale Folie für ihn, die Wand, an der er gewissermaßen abprallen kann. Das Drehbuch verlegt sich zum Glück nicht nur auf grellen Slapstick, sondern hat auch einigen Wortwitz zu bieten, der sich eher an alten Screwball Comedies orientiert als an niveaulosen One-Liner- und Pimmelwitz-Orgien, auf die sich moderne Komödien verlegt haben meidet. Das einzige, was ich FOOL’S GOLD wirklich ankreiden möchte ist seine Länge: Die etwas aufgedunsenen 110 Minuten passen einfach nicht zur flatterhaften Leichtigkeit des Films. Die Überraschung des Monats.

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