death drums along the river (lawrence huntington, großbritannien 1963)

Veröffentlicht: April 4, 2015 in Film
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In dem fiktiven afrikanischen Staat Gondra ermittelt der britische Polizist Sanders (Richard Todd) in einem Mordfall. Als möglicher  Täter kommt der Großgrundbesiter und Ganove Pearson (Bill Brewer) infrage, eine weitere Spur führt zur Klinik von Dr. Schneider (Wolf Rilla), bei dem auch Sanders neuestes Love Interest, die schöne Ärztin Dr. Jung (Marianne Koch), ihre Arbeit aufgenommen hat. Hinter dem Mord scheint ein großangelegter Diamantenschmuggel zu stehen …

Der britische Produzent Harry Alan Towers initiierte diese Verfilmung eines Abenteuerromans von Edgar Wallace auf dem Gipfel der Erfolgs der deutschen Wallace-Adaptionen, konnte damit aber die „Gruselkrimis“, die das Gros der Reihe ausmachten, nicht vom Thron stoßen. DEATH DRUMS ALONG THE RIVER fährt, seinem Genre angemessen, einige exotische Schauwerte und damals populäre Darsteller auf, wurde von Lawrence Huntington, einem bereits 63 Jahre alten Veteran kurz vor seinem Karriereende, aber äußerst hölzern und ohne echten Drive inszeniert. Wäre DEATH DRUMS nicht in Farbe und könnte man ihn aufgrund seiner Besetzung nicht eindeutig in seiner Zeit verorten, ginge er problemlos als Werk aus den Dreißigerjahren durch. Er funktionierte in erster Linie als hoffnungslos überkommener Kintopp für den Nostalgieflash, führt er doch zurück in eine Zeit, in der es völlig in Ordnung war, die weibliche Protagonistin auf die Funktion zu reduzieren, dem Helden schmachtende Blicke zuzuwerfen, Afrikaner ausnahmslos als Sklaven, Diener oder aber Wilde darzustellen und ihnen die beliebte Ongabonga-Sprache in den Mund zu legen, die damalige Dialogschreiber anscheinend aus dem FF beherrschten.

DEATH DRUMS ALONG THE RIVER profitiert vor allem von seiner knackigen Kürze, die keine Langeweile aufkommen lässt und für ihn einnimmt, auch wenn er sonst nichts Nachhaltiges zu bieten hat. Freunde des abseitigen Films werden ihn aber vor allem aufgrund seiner haarsträubend beknackten Dialoge – als Dr. Jung hat Marianne Koch neben dem Anschmachten des Helden vor allem die Aufgabe, dumme Fragen zu stellen und die Antworten dann regelmäßig mit solchen hilflosen Artikulationsfetzen wie „Ach“ oder „Ach so“ zu quittieren – und der inflationär gebrauchten „Rein-“ und „Raustrübungen“ ins Herz schließen: Es ist kaum einzuschätzen, wie viel Laufzeit dafür draufgeht, Menschen von einem Bild ins nächste latschen zu lassen. Das kulminiert konsequenterweise mit einer Bootsverfolgungsjagd in Schrittgeschwindigkeit. Kleines Kino ganz groß.

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Kommentare
  1. Wieso hast Du den Film denn mit dem Tag „Achtzigerjahre“ versehen?

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