german angst (jörg buttgereit/michal kosakowski/andreas marschall, deutschland 2015)

Veröffentlicht: Mai 5, 2015 in Film
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59441_3151e94b41f4b5b07a4a934e2c52f13c_1Für Critic.de habe ich mir den von vielen heiß erwarteten deutschen Episoden-Horrorfilm angesehen und rezensiert. Da ich die Crowdfunding-Kampagne, die seine Produktion überhaupt erst möglich gemacht hat, mit einem kleinen Beitrag unterstützt habe, freue ich mich auch persönlich sehr über das Endergebnis, das gern der Startschuss für eine neue Tradition mutiger, verstörender deutscher Horrorfilme sein darf. Speziell Jörg Buttgereit und Andreas Marschall haben mit ihren Beiträgen „Final Girl“ und „Alraune“ meiner Meinung nach kleine Meisterwerke abgeliefert, die in Deutschland einzigartig sind und hoffentlich keine Ausnahmen bleiben. Meinen Text gibt es hier, wer sich für eigenständiges Genrekino interessiert, sollte definitiv versuchen, den Film bei seinem Kinoeinsatz zu erwischen.

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Kommentare
  1. Chrisch sagt:

    „„Final Girl“ hat keine Botschaft, keinen Spannungsbogen, begnügt sich mit einer lediglich beobachtenden Haltung auf das Geschehen und erschüttert mit der Banalität, mit der das Grauen zuschlägt.“

    Du schreibst ein wenig später, dass nicht klar wird, was Kosakowski denn erzählen möchte. Aber nach der oben zitierten Aussage zu Buttgereits Segment, bedarf es doch anscheinend gar keiner Botschaft et cetera.

    Mir ist leider nicht ganz klar geworden, was denn nun FINAL GIRL sehnswert machen soll.

    Was würdest du denn der hier geäußerten Kritik (http://wortvogel.de/2015/03/fantasy-filmfest-nights-2015-die-reviews-1/) entgegnen, die Buttgereit attestiert, dass seine „erzählerischen Werkzeuge […] pubertär und grobschlächtig [sind]: Ha ha, Pimmel! Kastrationsangst, kennt man ja!“

    • Oliver sagt:

      Es besteht ein Unterschied zwischen „eine Botschaft vermitteln“ und „etwas erzählen, das Bedeutung hat“. Buttgereit schafft ein überzeugendes, bewegendes Szenario, mit Blick für kleine, beiläufig gestreute impressionistische Details (der im Teppich versickernde Blutstropfen, die KIndheitsfotos), ohne Plot anzuhäufen. Kosakowski macht das Gegenteil und arbeitet zielstrebig auf eine „Auflösung“ zu, deren Bedeutung mir leider verschlossen geblieben ist. Ich habe rein gar nicht verstanden, was er von mir will. Das hat nichts mit der Klage über das Fehlen einer „Botschaft“ zu tun. Ich muss nicht belehrt werden, brauche auch keine aufgesetzte „Relevanz“, aber ich muss, das, was mir da vorgesetzt wird, irgendwie mit meiner Weltsicht in Übereinstimmung bringen oder zumindest zu ihr in Bezug setzen können. Entweder habe ich den Amulett-Twist schlicht nicht begriffen, dann hat Kosakowski als Erzähler versagt. Oder ich habe ihn begriffen, dann habe ich aber leider keine Ahnung, was er „bedeuten“ soll. Davon abgesehen fand ich den Hauptdarsteller ziemlich schlimm.

      Was mich zum zweiten Teil deiner Frage bringt: der Wortvogel. Ich finde seine Kritik etwas arg polemisch und zu gewollt auf Provokation gebürstet (auch wenn ich ihm zur Kosakowski-Episode in Teilen Recht gebe). Erkennt man auch daran, wie er sich über die (allerdings ebenfalls idiotischen) Reaktionen der „Fanboys“ freut, als hätte er einen Schwanzvergleich gewonnen (das fand ich auch schon in seiner Demontage des SHOWGIRLS 2-Honks äußerst unangenehm). Wenn er „Final Girl“ „grobschlächtig“ und „pubertär“ findet, hat er entweder einen anderen Film gesehen als ich oder er versteht die verwendeten Begriffe anders. Dass der „Pimmel“ abgeschnitten wird, ist einer der nicht-expositorischen Hinweise, die Buttgereit zur Biografie seiner Hauptfigur gibt. Aber natürlich darf man GERMAN ANGST scheiße finden, da habe ich kein Problem mit.

  2. Chrisch sagt:

    Danke. Das war erhellend!

    Zum zweiten Teil: Bin da ganz bei dir. Die Kritiken, die auf dem Blog erscheinen, lassen mich manches Mal nur mit dem Kopf schütteln.

  3. Bartel sagt:

    Ich zitiere den Vogel mal aus seiner „Raze“ Kritik:

    „Ich habe nach “Raze” gesagt, dass ich niemanden kennen lernen möchte, dem dieser Film gefällt. Und einen Tag später sprach mich genau so einer an: “Sprecht ihr von ‘Raze’? Fandet ihr den nicht gut? Also ich fand den gut. Ich habe mich nur am Schluss gefragt, wieso…”. Ich habe den Typ unterbrochen: “Ich will nicht mir dir reden. Wenn du ‘Raze’ – auf was für einer Ebene auch immer – gut fandest, gibt es zwischen uns keine mögliche Ebene der Kommunikation. Du hast menschliche und moralische Defizite, die mich abstoßen. Bitte lass’ mich in Ruhe.”

    Ich möchte jedenfalls niemanden lesen, der eine solche Denke vertritt.
    Amen.
    P.S.: „Raze“ war wirklich Scheiße. 😀

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