a nightmare on elm street 5: the dream child (stephen hopkins, usa 1989)

Veröffentlicht: Juni 28, 2015 in Film
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Wie ich zuvor schon geschrieben hatte, avancierte Freddy Krueger im Laufe der Achtzigerjahre zu einem echten Popkultur-Phänomen, das längst nicht mehr auf die Sphäre des Kinos und das Horrorgenre beschränkt war. Die dem fünften Teil vorangegangenen Filme hatten stetig höhere Gewinne eingefahren, jede Installation den Erfolg des Vorgängers noch übertroffen. Eine Entwicklung, die nicht ewig weitergehen konnte und mit Hopkins Film, der hinter den Erwartungen zurückblieb, dann auch beendet war. Wahrscheinlich hatte die schiere Omnipräsenz des Killers mit dem Ringelpulli auch zur Übersättigung des Publikums geführt: So ähnlich wie der Charakter der Greta (Erika Anderson), die im Film von Freddy so mit Essen vollgestopft wird, dass sie schließlich daran erstickt, war der fünfte Teil genau jene Portion zuviel, führte zu Übelkeit und Verdauungsproblemen und war der Anfang vom Ende für das Erfolgsfranchise.

Es half sicherlich nicht, dass THE DREAM CHILD bei aller visuellen Opulenz, mit der Hopkins den Film inszenierte, hoffnungslos zerfahren wirkt. Das Bemühen, eine echte Geschichte zu erzählen, statt eine weitere Nummernrevue im Stile des vierten Teils aufzubieten, ist zu spüren, doch die Story um das im Körper Alice‘ (Lisa Wilcox) heranwachsende Kind, das von Freddy (Robert Englund) attackiert wird, ist so konfus, um- und unverständlich, dass jeder Versuch, ihr zu folgen, zum Scheitern verurteilt ist. Die kreativen Morde, die zuvor im Zentrum jedes NIGHTMARE-Films standen, sind enttäuschend einfallslos und blutarm, der Body Count so niedrig wie nie zuvor. Auch Freddy selbst wirkt, als hätte ein Nickerchen dringend nötig: Das Make-up lässt ihn hier nicht wie ein Verbrennungsopfer, sondern eher wie eine hässliche alte Vettel aussehen und ähnlich zahnlos sind diesmal auch seine Sprüche. Dass der fünfte Teil nicht als vollkommener Reinfall angesehen werden muss, liegt, wie gesagt, vor allem an der visuellen Gestaltung des Films: Wo die Vorgänger bei aller Kreativität manchmal auch etwas ungeschliffen und gummig wirkten, bleiben hier keinerlei Wünsche offen, zieht Hopkins alle Register, und zeichnet die Traumwelten, in denen sich Alice und Freddy zum Kampf gegenübertreten, als surreal-gothische Escher-Appropriationen, in denen man sich gern länger aufhielte. Wie für Harlin vor ihm begann für den gebürtigen Jamaikaner mit A NIGHTMARE ON ELM STREET 5: THE DREAM CHILD eine vielversprechende Hollywoodkarriere. Im Anschluss drehte er den tollen PREDATOR 2, danach JUDGEMENT NIGHT, BLOWN AWAY und den Abenteuer-Horrorfilm THE GHOST AND THE DARKNESS (den ich dringend mal wieder sehen müsste), bevor der Flop mit LOST IN SPACE ihn ein wenig ausbremste. Heute arbeitet er überwiegend fürs Fernsehen und ist wie Freddy Krueger weitestgehend in Vergessenheit geraten.

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Kommentare
  1. Haz sagt:

    „Die kreativen Morde, die zuvor im Zentrum jedes NIGHTMARE-Films standen, sind enttäuschend einfallslos“
    Es gab zwar nur wenig Morde im Film, diese fande ich aber alles andere als einfallslos. Die Szenen mit dem Motorrad und dem Comicbuch sind doch wohl super.

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