skin trade (ekachai uekrongtham, thailand/kanada/usa 2014)

Veröffentlicht: November 10, 2015 in Film
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Als Fan des DTV-Actioners ist man ja durchaus Tristesse gewohnt. Im ehemaligen Ostblock preisgünstig und mit anonymen Nebendarstellerfressen abgedreht, unter Zuhilfenahme von oft nur mäßig überzeugender Computertechnologie aufgehübscht, um die oft traurige Realität zu verbergen, erfordern sie manches Mal ein gehobenes Maß an Leidensfähigkeit vom Zuschauer. Da freut man sich über einen Film wie SKIN TRADE, der nicht nur mit einer namhaften Besetzung aufwartet, sondern auch richtig gut aussieht. Die exotische Kulisse Bangkoks und des umliegenden Landes fängt Kameramann Ben Nott in supercrispen Bildern ein, weiß den Farben- und Lichtreichtum der nächtlichen Metropole immer wieder effektiv zu inszenieren. Der Schnitt orientiert sich dankenswerterweise nicht an der Lichtshow einer Provinzdisco, sondern gestattet Orientierung und Übersicht. Und selbst wenn auf die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung auch hier nicht ganz verzichtet wurde, so wurde immerhin maßvoll damit umgegangen. Es ist noch gar nicht so lang her, da wäre SKIN TRADE ohne Zweifel als lupenreiner Kinofilm durchgegangen (und in manchen Ländern der Erde hatte er ja auch seinen Kinostart).

Es sind andere Faktoren, die einem ins Gedächtnis rufen, dass SKIN TRADE eher den weniger anspruchsvollen und langmütigeren Videotheken- und Streamingkunden anpeilt. Die Story um den Cop Nick Cassidy (Dolph Lundgren), den es nach der Ermordung seiner Frau und der Entführung seiner Tochter durch den Menschenhändler Viktor (Ron Perlman) auf Rachefeldzug nach Bangkok verschlägt, wo er sich mit seinem thailändischen Kollegen Tony (Tony Jaa) zusammentut, kommt über ein Ansammlung bekannter Versatzstücke nie hinaus, und um wirklich eine emotionale Bindung zu den Protagonisten aufzubauen, fehlen die spezifischen Details, die sie als Menschen aus Fleisch und Blut glaubhaft machten. Ähnliches gilt für die Action, die kompetent gemacht ist – eine lange Verfolgungsjagd sticht heraus – und fast die gesamte zweite Hälfte des Films einnimmt, aber auch nichts bietet, was man so noch nie gesehen hätte. Gut, das ist vielleicht auch ein etwas hoher Anspruch, aber gerade wenn man weiß, was Tony Jaa so drauf hat, wirkt er hier, als agierte er mit angezogener Handbremse. Gut, er ist in den vergangenen zehn Jahren auch nicht jünger geworden.

Das alles ist aber streng genommen Jammern auf hohem Niveau, denn SKIN TRADE sticht überaus positiv aus der Masse der überwiegend durchschnittlichen aktuelleren DTV-Actionern heraus. Dolph Lundgren ist einfach immer schön anzuschauen, vor allem, wenn er dann so gut eingesetzt wird wie hier, der Film geht ein immens hohes Tempo und bietet jede Menge Eye Candy, das Wiedersehen mit Veteranen wie Ron Perlman oder Peter Weller nimmt man gern mit, selbst wenn sie schauspielerisch keine Bäume ausreißen müssen. Ein durchweg runde Sache.

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Kommentare
  1. Marcos sagt:

    Hab bisher nur Positives gehört. Freu mich schon.

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