the wrath of god (ralph nelson, usa 1972)

Veröffentlicht: November 12, 2015 in Film
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THE WRATH OF GOD erschien in Deutschland unter dem putzigen Titel ZUM TEUFEL MIT HOSIANNA und stach mir bei einer Amazon-Recherche wegen seines hübschen Postermotivs ins Auge. Robert MItchum als ballernder Priester, lateinamerikanischer Bürgerkrieg, Ralph Nelson als nicht ganz uninteressanter Regisseur: Das sah nach einer schönen Wiederentdeckung aus einer Zeit aus, in der weitaus mehr seltsame und längst vergessene Starvehikel prouziert wurden, als man das heute gemeinhin für möglich hält. Damals, als noch kein Team von Marktforschern eine umfassende Zielgruppenanalyse durchführten, bevor dann ein durchoptimiertes Plastikprodukt auf den Markt kam, das garantiert niemanden mehr überraschte, konnte noch so etwas entstehen: Ein Abenteuerfilm vor dem Hintergrund eines blutigen Bürgerkriegs, dessen Protagonisten vom Militär eingespannt werden, einen unliebsamen Rebellenführer zu ermorden, und sich dann nicht, wie es eigentlich üblich ist, auf die vermeintlich richtige Seite schlagen.

Der irische Gelegenheitsarbeiter Keogh (Ken Hutchison) will eigentlich das Land verlassen, wird aber vom hinterlistigen Geschäftsmann Jennings (Victor Buono) reingelegt und für einen letzten Job engagiert. Unterwegs trifft er auf den falschen Priester van Horne (Robert Mitchum), der im Koffer ein Maschinengewehr mit sich führt. Auf ihrer Fahrt durchs Land werden sie von Colonel Santilla (John Colicos) verhaftet und treffen bei ihm auch Jennings wieder, dem es ähnlich ergangen ist. Santilla schlägt einen Deal vor: Die drei Männer sollen sich im Dorf des Rebellenführers Thomas de la Plata (Frank Langella) einschleichen und ein Attentat auf ihn verüben. Am Ziel angekommen, stellen die „Helden“ aber fest, dass de la Plata nicht nur gegen die Regierungstruppen kämpft: Der Halbwahnsinnige hat alle Priester seines Heimatorts hinrichten lassen und ein eigenes Schreckensregiment aufgezogen. Die gedungenen Mörder schlagen sich auf die Seite der Dorfeinwohner …

THE WRATH OF GOD ist leider ziemlich langweilig geraten, was wohl vor allem daran liegt, dass er sich nicht wirklich entscheiden kann, was er denn eigentlich sein will. Da wird mit dem verschlagenen Protagonistentrio der humorvolle Ton alter Abeneteuerfilme angeschlagen, dann wieder relativ ernste Kost geboten, in der ein aus längst vergangenen Zeiten einbrechendes Element, die stumme Indianerschönheit Chela, wie ein bizarrer Fremdkörper wirkt. Der ganze Auftakt scheint für die spätere Geschichte überhaupt keine Rolle mehr zu spielen: Dass de la Plata ein Regierungsgegner ist, ist für den weiteren Verlauf des Films völlig unbedeutend. Zu behaupten, es dauerte zu lang, bis der Film in Fahrt komme, wäre dann auch falsch: Es wird eigentlich vom Auftakt weg einiges an Action geboten, das Problem ist eher, das nichts davon wirklich tangiert, weil man die Motivationen der Figuren nicht versteht. Erst im letzten Akt klärt sich das Bild ein wenig und im Showdown kommt dann auch ein bisschen Stimmung auf, aber bis dahin kommt THE WRATH OF GOD eher einer tragischen Ressourcenverschwendung gleich.

Kommentare
  1. Im mittleren Absatz fehlt ein Stück.

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