hall pass (bobby & peter farrelly, usa 2011)

Veröffentlicht: Dezember 2, 2015 in Film
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hall-pass-movie-posterRick (Owen Wilson) und sein bester Kumpel Fred (Jason Sudeikis) bekommen von ihren Gattinnen einen „Hall Pass“, einen eine Woche gültigen „Freifahrtschein“ ausgestellt, nachdem sie sich mit ihrer Sexobsession und der Angewohnheit, ständig hinter anderen Frauen herzustieren, zum wiederholten Mal unmöglich gemacht haben. In einer Woche Urlaub von der Ehe steht es ihnen frei, sich nach Belieben auszutoben und ihre unerfüllten Fantasien auszuleben, um hoffentlicht „geheult“ in den Ehealltag zurückzukehren. Die anfängliche Euphorie der beiden Männer weicht jedoch schnell der Ernüchterung, denn das andere Geschlecht ist alles andere als wild danach, mit zwei Fortysomethings ins Bett zu springen. Und während also Ricks und Freds Bemühungen immer verzweifelter werden, bändeln ihre Gattinnen Maggie (Jenna Fischer) und Grace (Christina Applegate) ihrerseits mit ihren Urlaubsbekanntschaften an.

Die Farrellys galten mit THERE’S SOMETHING ABOUT MARY mal als Erfinder der Gross-out- bzw. Anything-goes- bzw. Equal-opportunities-Komödie, fielen aber irgendwann dem eigenen Trend zum Opfer als sie von der nächsten Generation von Filmemachern hinsichtlich vulgärer Zoten übertroffen wurden. HALL PASS wirkt in seiner Exposition, in der Rick und Fred sich vor aller Welt zum Affen machen, laut über die Geschlechtsteile ihrer weiblichen Mitmenschen fantasieren oder der Bedienung im Café ungehemmt auf den Arsch glotzen und imaginäre Fotos für die „spank bank“ schießen, geradezu versessen darauf, verlorenen Boden gutzumachen, schwenkt dann aber recht schnell in versöhnlichere Gefilde ab. Anstatt Ricks und Freds Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen, führt der Film ihnen natürlich vor Augen, dass sie mit ihren Gattinnen doch sehr zufrieden sind, ein Traum durch seine Verwirklichung nicht unbedingt besser wird. Die Filme der Farrellys waren zwar schon immer von einer letztlich konservativen Moral geprägt, doch in HALL PASS ist auch die letzte Flamme des Aufbegehrens verloschen, mutet jeder Tabubruch nur noch wie das Ausreizen einer längst totgerittenen Masche an. Sie sind eben mit ihren Protagonisten zusammen älter geworden.

Wirklich überrascht wird von HALL PASS wohl nur noch der unbedarfteste Zuschauer, aber es fallen trotzdem ein paar gute Gags ab: Die Kumpels vollkommend stoned auf dem Golfplatz, die weibliche Eroberung, die plötzlich über Krämpfe klagt und der ein Nieser unangenehme Erlechterung verschafft, Rick und Fred vollends besoffen beim Anpöbeln entgeisterter Frauen. HALL PASS ist nicht ohne Wahrheit und demütigende Einblicke in das Wesen des Mannes, aber ein wenig mehr Mut hätte ihm trotzdem gut getan.

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