memorial valley massacre (robert c. hughes, usa 1989)

Veröffentlicht: Dezember 2, 2015 in Film
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maybe-canadian-flag-day-was-takenIm abgeschiedenen Memorial Valley hat der skrupellose Geschäftsmann Allen Sangster (Cameron Mitchell) eine Campinganlage errichtet, die pünktlich zum bevorstehenden Memorial Day eröffnet werden und ihm die Taschen vollmachen soll. Auch diverse technische Probleme, nicht fertig gestellte Straßen und ein offensichtlich von einem Saboteuer in den Trinkwasserbrunnen geschmissener Hundekadaver lassen ihn von seinem Vorhaben nicht abbringen. Und so kommt denn, was kommen muss: Ein vor Jahren entführter Junge hat als Höhlenmensch im Tal überlebt und kämpft nun mit Speer, Axt und Booby Trap gegen die eine Müllspur hinter sich herziehenden Touristen. Park Ranger George Webster (John Kerry), spitzenmäßiger Fährtenleser und Vater des Verschollenen, und Sangsters mit ökologischem Bewusstsein ausgestatteter Sohn David (Mark Mears) nehmen zusammen mit einigen Campern den Kampf gegen den Killer auf …

MEMORIAL VALLEY MASSACRE ist einer der späten Nachzieher des zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen ausgeuferten Slasherbooms, der Videotheken durch die gesamten Achtzigerjahre hindurch mit nie versiegendem Nachschub versorgte. Das Wörtchen „Massacre“ im Titel löste bei Fans sofort schwitzige Handflächen und nervöses Zucken aus, auch wenn sie doch eigentlich längst hätten wissen müssen, dass damit meist die lahmsten und ödesten Vertreter der Zunft verkauft werden sollten. So auch hier: Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis irgendwas passiert, der Täter – ein zotteliger Teenie mit Fellwams, Metalmähne und Überbiss – ist indes gleich von Anfang an zu sehen, was jeden Funken von Spannung schon im Keim erstickt. Man verbringt viel Zeit mit den verschiedenen Campern, die genau jenen Typen entsprechen, die immer in solchen Filmen auftreten. Da gibt es die brave, ökologisch interessierte und sich zunächst spröde gebende Schönheit, die im Laufe des Films natürlich mit dem jungen Protagonisten anbändeln wird, den gruselige Geschichten erzählenden und Böses vorhersagenden schwarzen Hausmeister, der von niemandem ernst genommen wird, die Rockerbande, die sich hart gibt, am Ende aber tatkräftig mithilft, die notgeile Teenie-Ische, die gleich zwei willige Typen mitgebracht hat, diese aber nur hinhält, und natürlich den Militär-Crack (William Smith) im gepanzerten Wohnmobil, der als Endgegner für den Killer aufgebaut wird, dann aber schon vorher ins Gras beißen muss. Die Effekte locken keinen Hund hinter dem Ofen hervor und die ganze Chose wird so spannungsarm und vorhersehbar abgespult, dass es schwerfällt, überhaupt von einem Horrorfilm zu sprechen. Vielmehr erinnert MEMORIAL VALLEY MASSACRE an eine zu lang geratene Episode einer typischen US-Serie der Achtzigerjahre. Die beiden Stars Mitchell und Smith erhalten zwar die oberen Ränge in den Credits haben aber kaum mehr als Gastauftritte. Ihre Einstellung erinnert durchaus an die, die auch hinter dem Film steckt: Mit möglichst wenig Arbeit nen ordentlichen Paycheck einstreichen. MEMORIAL VALLEY MASSACRE kann ich beim besten Willen nicht weiterempfehlen, aber irgendwie mag ich solchen Käse.

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