neighbors (nicholas stoller, usa 2014)

Veröffentlicht: Dezember 2, 2015 in Film
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neighbors-poster-artSeth Rogen hat in den Judd-Apatow-Filmen die Persona des Slackers entwickelt, der sich trotz fortschreitenden Alters beharrlich weigert, erwachsen zu werden. In NEIGHBORS muss er sich als frisch gebackener Daddy Mac Radner gemeinsam mit Ehefrau Kelly (Rose Byrne) nicht nur an das neue Leben als Eltern gewöhnen, was beiden schwer genug fällt, er wird auch mit einer Art Alter ego konfrontiert, als im Nachbarhaus Frat Boy Teddy (Zac Efron) mit seiner College-Fraternity einzieht. Mac und Kelly stehen angesichts der zu erwartenden geräuschvollen Exzesse einerseits vor dem Problem, klare Grenzen ziehen, andererseits vor den jungen, gutaussehenden College Boys aber auch nicht als langweilige Spießer dastehen zu wollen. Die erste Kontaktaufnahme resultiert in der Teilnahme an einer wilden Party, auf der das Ehepaar noch einmal die vergangene Jugend aufleben lassen kann, doch natürlich folgt wenig später der Bruch, als Mac und Kelly die Polizei wegen Lärmbelästigung einschalten. Es entbrennt ein Nachbarschaftskrieg, in dem beide Parteien bereit sind, zum Äußersten zu gehen.

Regisseur Stoller (FORGETTING SARAH MARSHALL) verlässt sich in NEIGHBORS sehr auf die kumpelhafte Likeability seiner beiden Hauptdarsteller Rogen und Byrne, bekommt aber weder den Stoff mit seinen verschiedenen Implikationen richtig in den Griff – z. B. die Gegenüberstellung der beiden unterschiedlichen Familienentwürfe – noch gelingt es ihm, die Absurdität der Situation im Stile eines OLD SCHOOL genüsslich auf die Spitze zu treiben. Ein Problem ist Mac und Kellys Gegenspieler Teddy, der von Sangesknabe Efron ohne echten eigenen Witz verkörpert wird. Er ist als hedonistischer, egoistischer und ansonsten leerer und oberflächlicher Frat Boy sicher die idealtypische Besetzung, aber statt solchen „Realismus“ hätte der Film eher eine Figur gebraucht, die nicht einfach nur unsympathisch ist, sondern eher als diabloischer Versucher funktioniert. Selbst wenn Mac und Kelly sich teilweise idiotisch benehmen und von ihren Nachbarn nicht ganz zu Unrecht aufs Korn genommen werden: Der Film schlägt sich eindeutig auf ihre Seite, macht es dem Zuschauer zu einfach, für sie Partei zu ergreifen. Es besteht nicht nur nie ein Zweifel daran, dass sich am Ende alles zum Guten wenden wird, es steht auch nie wirklich etwas auf dem Spiel. So kommt NEIGHBORS über den netten Timewaster mit ein paar guten Gags nie hinaus.

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