dumb and dumber to (bobby & peter farrelly, usa 2014)

Veröffentlicht: Dezember 9, 2015 in Film
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142vio1111111Ein Glücksfall!

Bobby und Peter Farrelly kehren 20 Jahre nach dem Überraschungshit DUMB AND DUMBER zu dessen Protagonisten, den beiden grotesk verblödeten Hängern Lloyd Christmas (Jim Carrey) und Harry Dunne (Jeff Daniels) zurück. Ersterer ist nach der im ersten Teil erlittenen Absage seiner Angebeten in eine katatonische Starre verfallen und in eine Heilanstalt eingewiesen worden, wo ihn sein treuer Freund seitdem jeden Tag besucht hat. Doch – haha! – alles war nur ein ausgesprochen elaborierter Streich Lloyds. Die 20 Jahre seines Lebens, die er dafür in den Wind geschissen hat, waren es in jedem Fall wert und das bestätigt ihm auch ein sichtlich beeindruckter Harry.

Dieser Gag, der DUMB AND DUMBER TO eröffnet, gibt die gegenüber dem Vorgänger modifizierte humoristische Richtung vor: Waren die beiden Idioten zuvor noch sehr gut mit dem Attribut „liebenswert“ umschrieben, auch wenn sie schon einmal einem blinden Jungen einen toten Wellensittich verkauften, so fällt das bei den nun deutlich gealterten Männern doch um Einiges schwerer. Nicht nur sind die Witze schmutziger und zotiger, es bleibt einem doch das ein oder andere Mal das Lachen im Hals stecken, etwa wenn die beiden „Helden“ die Eltern eines bei einem Motorradunfall verunglückten Freundes aufsuchen, oder – etwas profaner – die Moderatorin bei einem wissenschaftlichen Fachvortrag aus dem Auditorium zum Ausziehen auffordern.

DUMB AND DUMBER TO pendelt zwischen nostalgischer Rückbesinnung – der Plot greift Situationen und Requisiten aus dem ersten Teil wieder auf oder variiert sie leicht, die Endcredits stellen Bilder der beiden Teile gegenüber – und der ernüchterten oder gar schockierten Bestandsaufnahme hin und her. Die Farrellys haben auch einen Film über das Älterwerden gemacht, der auf dem frappierenden Clou basiert, dass seine Charaktere sich geistig nicht ein Iota weiterentwickelt haben. Die erwähnte Liebenswürdigkeit, die in DUMB AND DUMVER daraus resultierte, dass die beiden in einer zynischen Welt eine Art kindlicher Unschuld verkörperten und in einem beneidenswerten Zustand der Blindheit lebten, wird hier doch ziemlich entzaubert. Was natürlich nicht heißt, dass sich Lloyd und Harry in Schurken verwandelt hätten: Das wird schon allein dadurch verhindert, dass sie auf genug Menschen treffen, die echte Schurkenqualitäten an den Tag legen. Aber wie sie da in ihrem Zustand bisweilen aggressiver Infantilität verharren, beseelt im Zustand der geistigen Quasibehinderung und voller Herablassung gegenüber Menschen, die ihnen intellektuell und menschlich weit überlegen sind, ist nicht unbedingt beneidens- oder gar erstrebenswert. Diese beiden sind völlig zufrieden damit, nur einander zu haben. Und so wie sie sich verhalten, wird sich daran auch nie etwas ändern. DUMB AND DUMVER TO ist im Grunde ein furchtbar trauriger Film.

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