mountaintop motel massacre (jim mccullough sr., usa 1986)

Veröffentlicht: Dezember 11, 2015 in Film
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mountaintop_motel_massacre_original_posterEin weiterer Beitrag zum schier unerschöpflichen Fundus an Slasherfilmen, die in den Achtzigerjahren auch nach Erreichen der Marktsättigung  noch weiter florierten. Mit MOUNTAINTOP MOTEL MASSACRE begibt sich der Zuschauer bereits in die dritte Reihe und tief in das regionale Filmmaking, das eine schöne US-amerikanische Eigenheit ist. McCullough inszenierte seinen Film in den herbstlich-tristen Wäldern Louisianas, Roger Corman roch den Profit und vertrieb das gute Stück unter dem Banner seiner Produktionsfirma New World. MOUNTAINTOP MOTEL MASSACRE war natürlich viel zu klein und billig, um wirklich Spuren zu hinterlassen, wurde dann aber nachträglich zum kleinen Kultobjekt hochgejazzt und auf DVD aufgelegt.

Nicht ganz zu Unrecht, wenngleich man auch gut daran tut, keine Wunderdinge zu erwarten. Gegenüber nichtswürdigen Schrottprodukten wie THE NAIL GUN MASSACRE weiß MOUNTAINTOP MOTEL MASSACRE immerhin solides Handwerk und einen Anflug von Atmosphäre zu verzeichnen. Wer ein Faible für den Backwood-Film hat, mit seinen schlammigen Waldlandschaften, grummeligen Einheimischen und halbverfaulten Blockhütten, der drückt vielleicht auch dann ein Auge zu, wenn der Spannungsaufbau nicht wirklich funktioniert. Aus der Identität seines Mörders macht McCullough kein Geheimnis, enthüllt ihn gleich zu Beginn, versäumt es aber, aus dem daraus resultierenden Wissensvorsprung  des Zuschauers Kapital zu schlagen. Die bedauernswerten Gestalten, die innerhalb weniger Stunden im gammeligen Mountaintop Motel der irren Evelyn (Anna Chappell) einmieten, laden nicht wirklich zum Mitfiebern ein, und kurz nachdem das große Morden losgeht, wissen sie auch schon selbst, was da vor sich geht. Der Aufbau eines Drohszenarios misslingt genauso wie alternativ Mitleid oder Empathie für die Mörderin zu wecken. Man schaut dem weiteren Verlauf relativ teilnahmslos zu, kann immerhin anerkennen, dass sich McCullough nicht mit dem handelsüblichen Ten-little-Indians zufriedengibt. Die Idee, dass sich Evelyn über unteriridische Gänge Zutritt zu den einzelnen Kabinen verschafft, ist eigentlich sehr hübsch und man ahnt, was dem Regisseur vorschwebte. Ich bin geneigt, den nicht ganz geglückten Versuch zu würdigen, anstatt das Misslingen zu kritisieren. Kann man mal gucken.

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