king arthur (director’s cut) (antoine fuqua, usa/irland 2004)

Veröffentlicht: Januar 16, 2016 in Film
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king-arthurWährend ihres Eroberungszugs durch Europa und Vorderasien unterwerfen die Römer auch das kampfeslustige Volk der Sarmaten, von deren Kraft und Durchhaltevermögen sie so begeistert sind, dass sie einige von ihnen gleich in die eigene Armee integrieren. Darunter befindet sich auch der junge Lancelot (Ioan Gruffudd), der mit einigen seiner Landsleute unter dem römischen General Artorius Castus (Clive Owen) – Sohn einer Britin – am Hadrianswall stationiert wird, um die Grenzen des römischen Reichs vor den von Norden herandrängenden Woads zu beschützen. Nach vielen Jahren im Dienste Roms erhalten sie schließlich die Erlaubnis, in die Heimat zurückzukehren. Doch vorher wartet eine letzte Mission: Sie sollen ins Gebiet der Woads eindringen, um den dort lebenden Patensohn des Papstes vor den einfallenden Sachsen zu retten.

KING ARTHUR hat es sich zum Ziel gesetzt, die Artussage auf ein historisches Fundament zu stellen, entzieht dem Mythos damit aber leider jeden Zauber und verstrickt sich darüber hinaus auch noch in zahlreichen Ungereimtheiten. Zwar wurde vonseiten der Macher nie geleugnet, dass es sich bei ihrer Interpretation der Geschichte um reine Spekulation handelte, trotzdem geht hier so viel drunter und drüber, dass Sinn und Zweck der ganzen Übung reichlich fragwürdig erscheinen. Vor allem, weil man letztlich wieder einmal nichts anderes zu erzählen weiß, als die sattsam bekannte und reichlich pathosgetränkte Geschichte um Patriotismus, Freiheitsdrang und die „wahre Bestimmung“. Da muss der ständig dumpf-brüterisch in die Gegend blickende Artus in endlosen bedeutungsschwangeren, dazu noch furchtbar gespreizt klingenden Dialogen zu der banalen Erkenntnis geführt werden, dass er Britannien eigentlich ganz gern hat und Rom doch nicht sooo geil ist, wie er es in Erinnerung hat. Die Entscheidungsfindung wird zum Glück dadurch erleichtert, dass die Römer ein verlogenes Volk grausamer Potentaten sind, die von Norden kommenden Sachsen zottelige Barbaren, die zudem Till „Drei Ausrufezeichen!!!“ Schweiger in ihren Reihen haben, die Briten aber eine Lady Guinevere (Keira Knightley) vorweisen können, die es genauso gut versteht, schutzbedürftig und begehrenswert in Walle-walle-Kleidern durch den winterlichen Wald zu schweben wie auch als kampfeslustige Amazone in geilem Fetisch-Ledergeschirr und Corpsepaint mit der Armbrust herumzuballern. Die Männer von Artus‘ Tafelrunde sind die üblichen groben, aber ehrlichen Haudraufs, auf die immer Verlass ist und unter denen der feingeistige Lancelot als Eye Candy und Orlando-Bloom-Ersatz hervorsticht. Am Ende wird in einer elend lang ausgedehnten Schlacht klar Schiff gemacht, gemetzelt und gestorben, bis alle das geeinte Britannien feiern und sich darüber freuen können, dass die Freunde für den „common cause“ ins Gras gebissen haben.

KING ARTHUR ist schrecklich dröge und unelegant als Puzzle aus den Einflüssen zahlreicher vorangegangener und auch schon öder Filme wie BRAVEHEART, GLADIATOR, LORD OF THE RINGS, PEARL HARBOR oder PIRATES OF THE CARIBBEAN erzählt, mit den üblichen Mitteln der Postproduction visuell aufgepimpt und bar jeder Subtilität. Passend dazu dröhnt, wimmert, posaunt und trötet Hans Zimmers Default-Score, dass einem die Ohren bluten und man die lebenslange Verpflichtung bei der Bundeswehr erwägt. Das Ganze dauert dann zu allem Übel auch noch sage und schreibe 140 bleischwere Minuten – zumindest im Director’s Cut (Bruckheimer, der an den Erfolg seines Piratenfilms anknüpfen wollte, ließ den Film zum Kinostart massiv herunterkürzen und nachbearbeiten). Klar, es fallen ein paar nette Szenen und Bilder ab, etwa die Befreiung der Lady Guinevere aus einem schimmligen Kellerverlies oder der Kampf auf einem zugefrorenen See, aber bei dem hier betriebenen Aufwand (Budget: 120 Millionen Dollar) fällt es mir schwer, das positiv anzurechnen. KING ARTHUR ist nur ein besonders eklatantes Beispiel für die furchtbar uninspirierten, geistlosen, stumpfen und immer gleich aussehenden Schlachtengemälde, die Hollywood seit gut 20 Jahren in einer Tour raushaut und damit einem absolut ekelhaften Militarismus das Wort redet. Dass Fuqua danach mit SHOOTER, BROOKLYN’S FINEST und THE EQUALIZER drei Knaller erster Güte abgeliefert hat, darf man angesichts dieses Rohrkrepieres als mittelschweres Wunder bezeichnen.

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