the mutilator (buddy cooper, usa 1984)

Veröffentlicht: März 14, 2016 in Film
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mutilator1THE MUTILATOR darf, passend zu seinem Titel (zu Deutsch: „Der Verstümmler“) für sich beanspruchen, einer der blutigsten und brutalsten Vertreter des Slasherfilms der Achtzigerjahren zu sein. Die Opfer des Killers werden mit einem Außenbordmotor aufgeschlitzt, enthauptet, mit einer Mistgabel aufgespießt, bekommen eine Machete ins Gesicht und einen Fischerhaken durch den Unterleib. Der ganze Film spielt während einer Herbstnacht (der ursprüngliche Titel des Films lautete FALL BREAK) in einem kleinen Strandhaus auf einer von den Touristen verlassenen Insel und ist überaus dunkel und schmuddelig, was auch der maschinell wummernde und dröhnende Score entsprechend betont. Auch die Story, die vom Absturz eines Mannes in den Wahnsinn und von seinem um mehrere Jahre hinausgezögerten Rachelfeldzug handelt, ist eine Ecke ernster, stärker in der Realität verhaftet, als das für dieses Genre charakteristisch ist. Die Eröffnungsszene, die darlegt, wo der Wahn des Killers seinen Ursprung hat, wirkt dann auch besonders nachhaltig und ist ein schönes Beispiel dafür, wie noch der billigste Schocker im Idealfall ein Stück amerikanischen Alltagshorrors widerspiegelt.

Als ich THE MUTILATOR vor rund 20 Jahren zum ersten Mal gesehen habe, waren es logischerweise die Goreszenen, die mich am meisten interessierten und auf dem Splatter-Best-of in meinem Kopf kompiliert wurden. Das Füllmaterial mit den jugendlichen Protagonisten hingegen fand ich schon damals eher langweilig bzw. belustigend: Wie sechs Leute auf die Idee kommen können, ein lustiges Kurzurlaubswochenende mit nur 12 Dosen Bier bestreiten zu wollen, wollte mir einfach nicht in den Kopf, und ihre Idee, sich die Zeit mit einer müden Versteckspielvariante zu vertreiben, erschien mir auch eher albern. Zu behaupten, THE MUTILATOR sei spannend oder besonders geistreich, wäre also eine krasse Übertreibung, aber die neue Blu-ray aus dem Hause Arrow offenbart dann doch einige Stärken, die die ramschige Videokopie von einst in der rauschigen Dunkelheit verborgen hielt. Der Film sieht wider Erwarten sehr schön aus, die Fotografie ist streckenweise wirklich gelungen, unterstreicht die düstere Atmosphäre, die Ahnung eines nahenden Todes. Und auch wenn THE MUTILATOR wirklich nur den damaligen Genrestadard in einer etwas düstereren, weniger geleckten Variante repräsentiert, so läuft er dennoch ganz gut rein. Ich mag den Verstümmler. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

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