funeral home (william fruet, kanada 1980)

Veröffentlicht: März 16, 2016 in Film
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funeralÜber Filme wie FUNERAL HOME zu schreiben, ist immer am schwierigsten: Es handelt sich um einen kleinen Horrorthriller, der sich ein wenig beim gerade populär gewordenen Slasherfilm bedient, ein bisschen Backwood-Flair verströmt, wie man es von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE kennt, vor allem aber eine Hommage an Hitchcocks Überklassiker PSYCHO darstellt. Im Zentrum steht ein altes, düsteres Haus, das einst das titelgebende Bestattungsinstitut beherbergte, nun aber Durchreisenden und Urlaubern eine bescheidene Unterkunft bieten soll, und seine Bewohnerin, die pausbäckige, resolute Maude Chalmers (Kay Hawtrey), eine freundliche Großmutter, die aber, das wird schnell klar, eine sprichwörtliche Leiche im Keller hat.

William Fruet hat in den Siebziger- und Achtzigerjahren viele Genrefilme gedreht, unter anderem den Gewaltthriller DEATH WEEKEND, den Vietnam-Heimkehrer-Actionfilm SEARCH AND DESTROY, den Backwood-Film TRAPPED, den Schlangen-Schocker SPASMS oder den kuriosen Slasher KILLER PARTY: Alle diese Filme sind gut, kompetent gemachte Spannungsware, aber ein richtiger Überkracher ist nicht darunter. Fruets größtes Manko ist wohl, dass er kein Originator ist, sondern bloß ein Epigone. Und das gilt auch für FUNERAL HOME, mit dem Unterschied, dass der Film insgesamt ruhiger angelegt ist als seine typischen Reißer, einen langsamen Spannungsaufbau bemüht, mehr auf eine unheimliche Atmosphäre setzt als auf Gewalt- und Effektszenen. Und da fällt es einfach deutlich schwerer ins Gewicht, dass man den Fortgang der Handlung nahezu punktgenau vorhersagen kann. Schnell machte sich bei mir Langeweile breit und FUNERAL HOME verkam zur Hintergrundbeschallung, weil es eigentlich eh nichts zu verpassen gab. Irgendwo verbirgt sich unter der durchaus ansprechend gestalteten, aber eben vollends generischen Oberfläche ein interessanter Gruselthriller über das Altern, die Einsamkeit und all die kleinen Geheimnisse, die sich in einem Haus im Laufe der Jahrzehnte so anhäufen, aber jedes Potenzial wird von zentnerschwer lastender Konvention erdrückt. Schade, denn eigentlich mag ich solche kleinen, unaufgeregten Teile sehr gern.

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