blood rage (john grissmer, usa 1987)

Veröffentlicht: März 17, 2016 in Film
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bloodragecoverHier gibt es nicht viel zu sagen: BLOOD RAGE ist ein nicht übermäßig spannender, dafür aber zum einen recht herber (die Splattereffekte stammen von FX-Wiz Ed French), zum anderen inhaltlich einigermaßen ambitionierter Slasherfilm. Der Killer ist der jugendliche Schönling Terry (Mark Soper), der nach seinem ersten Mord im zarten Kindesalter alle Welt davon überzeugen konnte, dass sein Zwillingsbruder Todd (Mark Soper) der Täter war. Als der, ein vollkommen harmloser, introvertierter Typ, zehn Jahre später aus der geschlossenen Anstalt ausbricht, erliegt Terry seinem neuerlich entfachten Blutdurst und metzelt sich quer durch den Wohnhauskomplex, den er mit seiner verstörten Mutter (Louise Lasser) bewohnt. Alle Welt glaubt natürlich, der Mörder sei der entflohene Todd und so kommt es zum tödlichen Verwechslungsspiel.

Der von John Grissmer inszenierte Film platzte 1983 mitten hinein in den Slasher-Boom, erhielt seltsamerweise aber erst vier Jahre später, im Juni 1987, einen kleinen Kinostart unter dem Titel NIGHTMARE AT SHADOW WOODS und in massiv gekürzter Form, die viele der liebevollen Make-up-Effekte vermissen ließ. Erst ein Videorelease präsentierte die vollständige, zudem um Handlungsszenen erweiterte Fassung unter dem ursprünglichen Originaltitel. Im Netz kursiert ein Composite, der eine Art „Extended Cut“ aus dem zur Verfügung stehenden Material kompilierte, seit Ende 2015 kann man den restaurierten Film via opulent ausgestatteter Arrow-Blu-ray erstehen. Slasher-Fans dürfen gefahrlos zugreifen: Zwar wird BLOOD RAGE niemanden, der mehr als drei Filme dieses Genres gesehen hat, um den Schlaf bringen, aber er geht ein relativ hohes Tempo, ist durchweg unterhaltsam und geizt nicht mit blutigen Details. Mark Soper gibt eine glaubwürdige Darbietung als ungleiches Zwillingspaar, Louise Lasser ist als labile Mama geradezu schmerzhaft anzuschauen, das Ende ist von angemessener Tragik, dösbaddeligen Humor sucht man vergebens. Die Inszenierung ist eher zweckdienlich, und offensichtlich wurde der Dreh von einigen Problemen heimgesucht: Eine Szene wird sehr seltsam mittels Voice-over-Narration erklärt, obwohl sie doch offenkundig mit Dialog gedreht wurde. Keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist, aber der restliche Film bleibt von solchen Auswüchsen glücklicherweise verschont. Ich habe mir jedenfalls gleich die Blu-ray geordert, die alle bisherigen Schnittfassungen des Films und zahlreiche weitere Extras enthält, die hoffentlich Licht auf die rätselhafte Editionsgeschichte werfen.

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