gator bait (beverly & ferd sebastian, usa 1974)

Veröffentlicht: Juni 3, 2016 in Film
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gator_baitEine rotmähnige, leicht bekleidete, wildkatzenartige Frau schleicht barfüßig durch die Sümpfe oder rast todesmutig mit dem Motorboot durch die Mangrovenwälder Louisianas, das Gewehr im Anschlag, das Bowiemesser im Gürtel. Die Bande grobschlächtiger Rednecks, darunter der korrupte Sheriff mit seinem anhänglichen Deputy-Sohn, ist ihr dicht auf den Fersen, hat aber dennoch keine Chance. Am Ende sind sie alle tot, bis auf einen, der die undankbare und wahrscheinlich unlösbare Aufgabe hat, aus den Tiefen der Sümpfe zurückzufinden, in die ihn die Bayou-Sirene gelockt hat.

GATOR BAIT ist einer jener unzähligen amerikanischen Drive-in-Hits aus den Siebzigerjahren, zu denen es heute gar keine Entsprechung mehr gibt. Eine lokale Produktion, die mit heißer Nadel rund um das ehemalige Playmate of the Year Claudia Jennings gestrickt worden war. Sie wirkte nach ihrer Modelkarriere in den Siebzigerjahren in einigen Exploitationfilmen mit – etwa in THE GREAT TEXAS DYNAMITE CHASE, DEATHSPORT oder Cronenbergs FAST COMPANY – bevor sie 1979 mit nur 29 Jahren in einem tragischen Autounfall ums Leben kam. Sie ist logischerweise das Zentrum von GATOR BAIT, der am ehesten als Ambiente-Film funktioniert, vor allem mit seinen stimmungsvollen, lichtdurchfluteten Bildern des atemberaubenden Sumpfsettings, Louisiana-Lokalkolorit und den typischen Redneckfiguren einnimmt – und eben mit der höchst ansehnlichen (und darüber hinaus sympathischen) Hauptdarstellerin. Die notdürftige Handlung – eine Rache- und Menschenjagdgeschichte – trägt hingegen nicht wirklich über 90 Minuten, die mitunter etwas zäh werden. Die Möglichkeiten, Männer interessant durchs Unterholz latschen zu lassen, sind knapp beziffert und die Sebastians haben sie bereits zur Halbzeit allesamt ausgeschöpft. Es fehlt ein auflockerndes Element, ein Twist meinetwegen, irgendwas, was der schon nach 20 Minuten auserzählten Geschichte noch einen zusätzlichen Aspekt hinzufügen würde. Aber ich will gar nicht meckern: Als ich gestern nicht wusste, was ich gucken soll und zum Antesten kurz in GATOR BAIT reinschaute, war es dank der tollen Bilder – das unergründlich schwarze Wasser der Sümpfe, die uralten Bäume, das in dicken Bündeln durch die dichten Äste fallende Sonnenlicht, der schlammig-modrige Waldboden, die wettergegerbten Hackfressen der belatzhosten Rednecks und natürlich die Jennings in ihren selbstgeschneiderten Waldläuferklamotten – sofort um mich geschehen. Wer für den Backwood-Film genauso ein Faible hat wie ich, der kommt auch um diesen kleinen Kultfilm nicht herum, der in dieser HInsicht die Vollbedienung darstellt.

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