maximum overdrive (stephen king, usa 1986)

Veröffentlicht: Juli 9, 2016 in Film
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maxov7Gut, Stephen King ist nicht der erste und auch nicht der einzige Schriftsteller, der einen seiner eigenen Romane als Film umsetzen durfte. Trotzdem kann man an MAXIMUM OVERDRIVE ganz gut ablesen, wie verdammt groß der „Master of Horror“ damals war. Seine Romane waren nahezu allesamt vereits verfilmt worden, und selbst wenn die meisten dieser Verfilmungen von den Fans seiner Bücher mit wenigen Ausnahmen als Reinfälle betrachtet wurden, hatten  sie doch immerhin ordentlich Kasse gemacht. So durfte der Meister dann selbst mal ran und sich an einer seiner Kurzgeschichten versuchen. Nachdem MAXIMUM OVERDRIVE an den Kassen abgesoffen war und bei den „Golden Raspberrys“ nur von Prince‘ Regiedebüt UNDER THE CHERRY MOON übertroffen, schwor King dann aber, sich vorerst wieder ganz auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren und „moron movies“ anderen zu überlassen. Die Einsicht macht ihn sympathisch, auch wenn ich MAXIMUM OVERDRIVE nicht sooo schlecht finde, wie er meist gemacht wird.

Die Geschichte um den durch einen Kometen ausgelösten Aufstand der Maschinen wird von King mit viel Humor und einigen hübsch blutigen Effekten erzählt, konzentriert sich im Stile alter Western oder Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD auf den Kampf einiger Personen, die in einer Raststätte von wütenden Trucks belagert werden. Angeführt werden sie vom jungen Burgerbrater Bill (Emilio Estevez), sein ausbeuterischer Chef Bubba Hendershot (Pat Hingle) hat zum Glück ein paar Waffen und eine Panzerfaust im Keller (die im Gegensatz zu allen anderen Maschinen immer brav ihren Dienst verrichtet), und damit es für den All American Boy nachts nicht zu langweilig wird, kommt auch noch Brett (Laura Harrington), ein selbstbewusstes Girl mit Klappmesser im Stiefel, vorbei, das sich in ihn verliebt. Am Ende macht es laut „Bumm“, die Überlebenden segeln auf eine maschinenlose Insel und eine unnötige Schrifttafel macht das Klischeeende auch nicht besser. Das ist alles durchaus unterhaltsam, obwohl oder gerade weil manches gnadenlos naiv und doof ist. Die Opfer müssen sich schon absichtlich dumm anstellen, um von den nun nicht gerade besonders wendigen Lkw plattgemacht werden zu können, und warum ein Mensch sterben soll, nur weil er eine Coladose gegen den Hintern bekommt, leuchtet auch nicht ein. Wirklich bedrohlich wird das ganze Szenario niemals, die Figuren sind einem entweder egal oder sie nerven: Kein Wunder, dass MAXIMUM OVERDRIVE im letzten Drittel genauso ins Schnaufen und Schnauben kommt wie seine dieselgetriebenen Monster.

Eines möchte ich dem Film dann aber doch hoch anrechnen: Schon super, wie man da für die AC/DC-Songs des Soundtracks immer genau den passenden Einsatz gefunden hat. Zu „Shake the Foundation“ reißen die Brummis etwa Tankstelle und Raststätte nieder. Bleibt nur die Frage, warum „Sink the Pink“ nicht während der Sexszene zwischen Estevez und Harrington läuft.

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