police academy 4: citizens on patrol (jim drake, usa 1987)

Veröffentlicht: August 1, 2016 in Film

1987-police-academy-4-citizens-on-patrol-poster1Commandant Lassard (George Gaynes) kommt auf die glorreiche Idee, zur Verbesserung der Beziehung zwischen Polizei und Bürgern und zur Erhöhung der Sicherheit auf den Straßen die Initiative „Citizens on Patrol, kurz „C.O.P.“, ins Leben zu rufen. Ausgerechnet Captain Harris (G. W. Bailey), ein erbitterter Gegner der Kampagne, bekommt die Aufgabe, die Aufsicht zu übernehmen, als Lassard bei einem Empfang in London weilt. Als gäbe es mit den Feierabend-Polizisten nicht schon genug Probleme …

Der Grat zwischen „schön blöd“ und „dilettantisch“ ist schmal und wird mit Teil 4 zum ersten Mal eindeutig überschritten. Waren die POLICE ACADEMY-Filme ja schon vorher eher ein Sammelsurium von albernen Sketchen, die nur lose zusammengehalten wurden, verstärkt sich hier nun der Eindruck, dass da ziemlich planlos drauflos gefilmt wurde, in der Hoffnung, dass man das Ergebnis am Ende irgendwie sinnvoll würde zusammenkleben können. Regisseur Jim Drake, der den überraschend verstorbenen Jerry Paris ersetzt, kam vom Fernsehen und absolvierte für das dritte Sequel der Reihe seine einzige Kinofilm-Regie; gut möglich, dass er überfordert war. Dass CITIZENS ON PATROL vor Veröffentlichung kräftig runtergekürzt wurde und mitunter reichlich fragmentarisch anmutet, trägt zum zerfahrenen, schlampigen Charakter des Films bei.

Da tauchen Figuren – etwa eine von Sharon Stone gespielte Anwältin – ebenso plötzlich auf wie sie wieder verschwinden, stehen Handlungselemente unverbunden im Raum, wird das eigentliche Thema des Films völlig unvermittelt fallen gelassen. Nun gut, auch die Vorgänger waren nicht gerade Musterbeispiele für geschlossenes filmisches Erzählen, aber am Ende standen da immerhin Filme bei denen Form und Inhalt einigermaßen im Einklang miteinander standen. Hier indessen regiert der bloße Clusterfuck und das ist umso schlimmer, als auch die Gags nur noch als unterirdisch bezeichnet werden können. Wie wenig Mühe man sich gegeben hat, sieht man wohl am besten in einer kurzen Kampfsequenz, in der Jones (Michael Winslow) gegen ein paar Ninjas antritt. Sicherlich erwartet niemand, dass ein POLICE ACADEMY-Teil Maßstäbe in Actioninszenierung setzt, aber diese völlig undynamisch abgefilmte Szene, in der Winslow gleich reihenweise Luftlöcher schlägt, sieht aus, als habe man die ersten misslungene Probe abgelichtet. Auch das spektakuläre Finale mit einer Doppeldecker-Flugshow und Heißluftballons verpufft, weil man als Zuschauer längst aufgegeben hat und stöhnend das Ende herbeisehnt. Ja, auch hier gibt es die ein oder andere lustige Szene, aber das lobend zu erwähnen, erscheint mir angesichts dieser Katastrophe als unverdient. Steve Guttenberg stieg nach diesem Titel aus und wandte sich anderen Dingen zu, sich wahrscheinlich darüber ärgernd, dass er es nicht mit der bekannten Weisheit „Aller guten Dinge sind drei“ gehalten hatte. Und dass David Spade hier sein Debüt feierte, kann man in Anbetracht seiner auch eher „unglücklich“ zu nennenden Filmkarriere auch nur als böses Omen begreifen.

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