harimu ogen (dan wolman, israel/deutschland 1985)

Veröffentlicht: August 3, 2016 in Film
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plakat01War der unerwartet schöne Vorgänger nur ein Zwischenhoch oder gar der finale Erguss, dem unweigerlich das tragische Erschlaffen folgt? Bevor diese Frage final beantwortet werden kann, sind erst noch die Teile 7 und 8 zu begutachten, bis dahin kann allenfalls vermerkt werden, dass HARIMU OGEN zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand schlechteste Film der Reihe ist. Von „Ermüdungserscheinungen“ zu sprechen wäre noch geprahlt, viel eher muss mankomatöse Zustände konstatieren, die akuten Hirntod vermuten lassen. Es fängt schon damit an, dass Jonathan Segal hier zum ersten Mal nicht mit von der Partie ist. Angeblich weilt sein Bobby oder Momo, oder wie auch immer die deutsche Synchro ihn hier genannt hätte, zum Urlaub in den USA. Benny (Yftach Katzur) liest dann auch gleich zu Beginn eine Postkarte vor, auf der der absente Kumpel haarklein von seinen Sexabenteuern berichtet. Bäh! Akute Ideenarmut wird in einer folgenden, ausgedehnten Szene deutlich, in der sich die Freunde alte Super-8-Filme ihrer Erlebnisse ansehen, was dazu genutzt wird, eine Episode aus ESKIMO LIMON in voller Länge wiederzuverwursten. Dass die elaborierte Szene mit ihren vielfältigen Perspektivwechseln, Schnitten und voneinander getrennten Räumlichkeiten überdies gar kein selbst gefilmtes Material sein kann, will ich dem Film mal nicht ankreiden, das wäre ein bisschen, als machte man sich über geistig Behinderte lustig.

Naja, jedenfalls kommen Benny und Johnny (Zachi Noy) auf die Idee, Urlaub zu machen. Wie praktisch, dass Benny sich just in diesem Augenblick in die hübsche Dana verliebt, die kurz vor einer Kreuzfahrt steht. Die Jungs heuern auf dem Schiff an, auf dem auch zwei Hochstapler/Juwelenräuber (darunter mal wieder Bea Fiedler) untergekommen sind. Haha. lustige Verwechslungen, ick hör euch trapsen! Kapitän des Dampfers ist Danas strenger Papa (Yahuda Efroni), den aufgeblasenen ersten Offizier gibt der aus SAPICHES bekannte Joseph Shiloach. Tja und nach unzähligen unwitzigen Possen und einigen Sexszenen läuft das Schiff dann in Venedig ein, wo es weitere unwitzige Possen und Sexszenen gibt. Ich weiß nicht, wie oft ich mittlerweile eine Variante dieses einen berühmten Johnny-Gags gesehen habe, bei dem er sich ins Bett einer vermeintlichen Superbraut stiehlt, nur um dann, wenn der gehörnte Ehemann auftaucht, festzustellen, dass er sich im Zimmer geirrt hat. Ich fürchte, das kam mehr als einmal pro Film vor. Egal. Irgendwann, lang, lang nachdem man aufgehört hat, einen Scheiß drauf zu geben, ist der Film zu Ende und man fragt sich, wie dieser massive Abfall des Niveaus möglich war. Man muss ja doch konstatieren, dass die Serie es zuvor gegen jede Wahrscheinlichkeit geschafft hatte, nicht komplett in Morast und Dilettantismus zu versinken, aber HARIMU OGEN wetzt diese Scharte mit Erfolg aus. Ein fürchterlich ödes Teil, dem zudem auch dieser Fifties-Charme, den die Vorgänger allesamt für sich verbuchen konnten, vollkommen abgeht. Einfach nur Mist.

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