police academy 5: assignment: miami beach (alan myerson, usa 1988)

Veröffentlicht: August 7, 2016 in Film
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Original Cinema Quad Poster - Movie Film PostersDass ich mich mit meinen EIS AM STIEL- und POLICE ACADEMY-Retros am unteren Rand der Filmkultur bewege, begünstigt einige lustige Koinzidenzen und Déjà-vus. So konnte ich unlängst nach zwei unerträglichen Rohrkrepierern protokollieren, wie die israelisch-deutsche Softsex-Reihe mit ihrem letzten Teil einen wunderbaren Abschluss feierte. Und nun passiert etwas ganz ähnliches eben mit dem interpunktionsreich betitelten POLICE ACADEMY 5: ASSIGNMENT: MIAMI BEACH, dessen Existenz man nach dem unerträglichen vierten Teil nur unendlich mutig finden kann. Ich würde natürlich nicht so weit gehen, hier von einem Meisterwerk der amerikanischen Komödie zu sprechen, aber das vierte Sequel knüpft dann doch wieder an die entfesselten Albernheiten der ersten drei Teile an und wirkte in seiner atemlosen Aneinanderreihung infantiler Zoten sehr ansteckend auf mich.

Es geht wieder einmal um die Rivalität zwischen dem gutmütig-tolpatschigen Commandant Lassard (George Gaynes) und dem karrieregeilen Harris (G. W. Bailey): Letzterer findet heraus, dass ersterer eigentlich schon längst pensioniert worden sein müsste, und erwirkt dass Lassard mit einer Auszeichnung in den Ruhestand weggelobt werden soll. Bei der Zeremonie in Miami Beach will er natürlich unbedingt dabei sein. Zur gleichen Zeit stiehlt der gockelig-schmierige Juwelendieb Tony (Rene Auberjonois) mit seinen dämlichen Kompagnons einige Diamanten im Auftrag eines feisten Gangsterbosses. Doch wie es das Drehbuch will, landen die Steine im Besitz Lassards, der daraufhin entführt wird. Seine Schüler setzen alles daran, ihn zu befreien …
Es gibt vor allem zwei Gags im Film: Der eine setzt den eitlen Harris unablässigen Demütigungen aus, der andere lässt die dusseligen Gangster an Lassards Tolpatschigkeit verzweifeln, die erneut an NAKED GUN-Held Frank Trebin oder auch an die Cartoonfigur Mr. Magoo denken lässt. Dazwischen gibt es den üblichen Schmonzes: Jones macht Geräusche nach, Tackleberry ist waffengeil, Callahan hat dicke Titten, Hightower ist groß, Hooks hat eine Piepsstimme, aber ein großes Herz, Tommy Conklin ist fett und stark. Man merkt dem Film an, dass die Beteiligten großen Spaß daran hatten, die Dreharbeiten in Miami wahrscheinlich einem großen Ferienlager glichen. Dass dabei ein Kinofilm rumkam, ist eine positive Begleiterscheinung, aber wahrscheinlich ist das Ergebnis auch deshalb so liebenswert, weil sich keiner so recht dafür zu interessieren schien. Die deutsche Synchro leistet, wie Berti Vogts einst sagte, „Unmenschliches“, überschlägt sich förmlich mit rammdösigen Wortwitzen und Versprechern, setzt überall noch einen drauf, was angesichts der humoristischen Tiefen, in denen hier gegraben wird, wirklich etwas heißt. Die Anwesenheit Auberjonis‘, seines Zeichens Altman-Veteran, macht den großen Unterschied, denn der hat offensichtlich eine Riesengaudi an seiner Idiotenrolle und muss eigentlich fast gar nichts machen, um Lacher zu ernten. Gesprochen wird er von Jürgen Thormann, dessen Darbietung dem manischen Witz des Films sehr angemessen ist. Dazu das Idiotentrio aus Lassard, Harris und seinem Sidekick Proctor (Lance Kinsey), fertig ist ein wahrlich infernalisches Humor-Panoptikum, an dem man entweder verzweifeln oder dass man lieben muss. Ich habe mich für letzteres entschieden. Ein Film, der einen der schönsten Furzgags der Filmgeschichte aufbietet, darf sich meiner ewigen Zuneigung gewiss sein.

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