la città gioca d’azzardo (sergio martino, italien 1975)

Veröffentlicht: Oktober 18, 2016 in Film
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00250504Nach seiner produktiven Giallophase in den frühen Siebzigern mit so exzellenten Genrebeiträgen wie LO STRANO VIZIO DELLA SIGNORA WARDH, LA CODA DELLO SCORPIONE, TUTTI I COLORI DEL BUIO, IL TUO VIZIO È UNA STANZA CHIUSA E SOLO IO NE HO LA CHIAVE und natürlich I CORPI PRESANTANO TRACCE DI VIOLENZA CARNALE widmete sich Martino dem populärer werdenden Poliziesco sowie dem Gangsterfilm, ohne dabei jedoch an seine vorangegangenen Höchstleistungen anknüpfen zu können. LA CITTÀ GIOCA D’AZZARDO ist ganz hübsch, aber auch ziemlich unoriginell. Zum Teil ist das durchaus Zweck der Übung: Man merkt dem Film deutlich an, dass Martino mit ihm den großen US-amerikanischen Gangsterfilmen aus den Dreißigerjahren seine Reverenz erweisen wollte.

So scheint die eigentlich in Mailand angesiedelte Geschichte – es geht um den Zocker Luca (Luc Merenda), der vom Casino-Besitzer und Crimelord (Enrico Maria Salerno) eingestellt wird, um Pokerspielern das Geld aus der Tasche zu ziehen, es sich dann aber mit dessen Sohn Corrado (Corrado Pani) verscherzt, als er ihm die hübsche Maria Luisa (Dayle Haddon) ausspannt – zeitweise in einer Simulation der Zwanzigerjahre bzw. einer Siebzigerjahre-Appropriation jener Zeit zu spielen. Da läuft dann Luca in „Gangsteranzügen“ rum, erinnert das Ambiente des Casinos an längst vergangene dekadente Zeiten, während das Casino doch tatsächlich in einem scheußlichen Betonklotz ist, der nicht gerade zum Träumen einlädt. Leider wird diese Qualität nicht weiter ausgebaut und auch inhaltlich nicht aufgegriffen: LA CITTÀ GIOCA D’AZZARDO erzählt einer vor 40 Jahren schon nicht mehr originell zu nennende Geschichte, die nahezu ohne echte eigene Einfälle auskommt. Die Liebe zur schönen Frau, die Rivalität mit Corrado, die Racheaktion, bei der dem Zockerprofi die spitzen Fingerchen zertrümmert werden, die Wiedergenesung, der Hass des Papas auf den Sohn, den er leider nicht ausagieren kann, weil Blut nun mal dicker ist als Wasser, das Gelübde des Helden gegenüber seiner Frau, mit dem Spielen aufzuhören, das natürlich gebrochen werden muss, because a man’s got to do what a man’s got to do: Man kennt das alles irgendwoanders her. Nur von der Hetzjagd, die der Titel verheißt, sollte man sich nicht zu viel versprechen.

LA CITTÀ GIOCA D’AZZARDO ist ein ganz unterhaltsamer kleiner Timewaster, handwerklich sauber gemacht und mit einigen schönen Bildern, aber definitiv keine Glanzleistung. Kann man gucken, wenn man die Highlights schon hinter sich hat, oder was braucht, was leicht reinläuft und nicht belastet.

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