schizo (pete walker, großbritannien 1976)

Veröffentlicht: November 20, 2016 in Film
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tumblr_nf7cy7sdiz1tfvxpao1_1280Über diesen Film zu schreiben und dabei etwas Gehaltvolles zu sagen, ohne auf die große Überraschung hinzuweisen, die den Zuschauer am Ende erwartet, scheint mir nahezu unmöglich. Ich versuche es trotzdem, weil ich niemandem den Spaß verderben will. Und fange konservativ an.

Samantha (Lynne Frederick), eine populäre Eiskunstläuferin, musste als Kind mitansehen, wie ihre Mutter von ihrem Liebhaber William Haskin (Jack Watson) brutal ermordet wurdeNun ist Haskin auf freiem Fuße und Samantha bereit, ihrem Partner Alan (John Leyton) das Ja-Wort zu geben. Als Haskin aus der Zeitung von der anstehenden Hochzeit erfährt, packt er ein Messer ein, und begibt sich nach London. Samantha wird fortan von ihm verfolgt und fürchtet um ihr Leben.

Bis zum Showdown erzählt Walker seine Geschichte als straightes Stalk’n’Slash: Samantha beobachtet immer wieder die Gestalt aus der Vergangenheit in ihrer Nähe, ohne dass sich die Bedrohung jemals wirklich konkretisieren würde. Ihre Versuche, Hilfe zu suchen, scheitern am Unglauben ihrer Freunde, die Überspanntheit und eine lebhafte Fantasie hinter den Ängsten Samanthas vermuten. Dass die Zahl der in ihrem erweiterten Bekanntenkreis aufgefundenen Toten auffällig ansteigt, wird dem Zufall in die Schuhe geschoben. Diese Psychospielchen inszeniert Walker gewohnt souverän und es macht durchaus Freude, den Film dank der blitzsauberen, aber schön körnigen Redemption-Bluray anzuschauen. Ein Riesencoup ist es gewiss, den großartigen Jack Watson als Psychopathen zu besetzen, einen Veteran des britischen Kinos, der eigentlich auf die einfachen, ehrlichen Haudegen von echtem Schrot und Korn abonniert ist (etwa in THE WILD GEESE). Trotzdem fragt man sich irgendwann, warum dieser simple Plot von Walker mit diesem Ernst und dieser Geduld ausgebreitet wird. Die Antwort ist einfach: Weil da natürlich noch was kommt (was sich durchaus auch intradiegetisch andeutet, so ist es nicht). Und weil einem so irgendwann klar wird, dass die Dinge nicht so sein können, wie sie sich darstellen, wird der Finalenthüllung etwas die Kraft genommen, die sie eigentlich haben sollte. Zumal sich nicht gerade viele Optionen anbieten. Will sagen: SCHIZO ist ein guter Film, mit ein hübsch kruden, ketchupblutigen Morden und tollem Seventies-Look, aber keine von Walkers Großtaten. Eher was für Zwischendurch.

 

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