ghostbusters (ivan reitman, usa 1984)

Veröffentlicht: Dezember 19, 2016 in Fikm, Film
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ghostbustersDie Diskussion über das viel gehasste Remake mit meinem Freund Frank führte zu der Entscheidung, mal wieder das Original anzuschauen: ein Film, den ich zwar mag, der in meiner Kindheit auch eine gewisse Bedeutung hatte, den ich aber bei Weitem nicht so toll finde wie diverse Fanboys im Netz, die gegen die neue Version mit dem Eifer islamistischer Fundamentalisten zu Felde gezogen sind. Die Luft war ja auch schon damals beim zweiten Teil raus, und alle Versuche Aykroyds, eine Neuauflage an den Start zu bekommen scheiterten trotz immer neuer Versprechen und Ankündigungen. Schaut man sich Aykroyds eher ernüchternde Karriere ab den späten Achtzigerjahren an, war sein Wille, die größte Cashcow seiner Laufbahn zu reanimieren, nur zu verständlich. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob er der Welt mit jenem „echten“ dritten Teil, um den sich die Fans nun betrogen fühlen, einen großen Gefallen getan hätte.GHOSTBUSTERS ist für mich das Idealbeispiel eines Filmes, bei dem sich alles glücklich zusammenfügte: Ein Konzept, das einschlug wie eine Bombe, drei Hauptdarsteller auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, ein hervorragendes Design, ein Hitsong  – und natürlich die Tatsache, dass er mit seiner Idee auf ein begeisterungsfähiges Jungvolk stieß, in deren Filmsozialisation er eine Rolle spielen sollte, die seinen echten filmischen Wert weit übersteigt. GHOSTBUSTERS hat etwas, was sich nicht genau festmachen lässt, er ist mehr als die Summe seiner Teile und zweifellos deutlich besser als das umstrittene Remake, allein schon, weil er sich nicht auf irgendwelche Metaebenen flüchten muss, sondern seine Geistergeschichte ganz straight durchspielen kann, aber die ganz große Begeisterung löst er bei mir trotzdem nicht aus.

Das größte Problem, das ich mit ihm habe: Ich finde ihn nur mäßig komisch, ein Vorwurf, der ja auch gegen das Remake erhoben wurde. Schön und gut, Feigs Version ist gewiss nicht der Kulminationspunkt der Witzigkeit, aber wer meint, der Film habe keine Gags, der soll mir doch bitte mal sagen, wo genau diese denn hier eigentlich zu finden sind. Seinen ganzen Humor bezieht der Film aus Bill Murrays seitdem zur Masche verkommenem Arschlochtum, Harold Ramis stoischer Nerderei und Rick Moranis‘ Deppertheit, echte Gags, also entwickelte Pointen, gibt es meiner Meinung nach überhaupt nicht – sieht man mal von Venkmans Experiment ab, mit dem der Film beginnt. Was er hat, sind eben Typen, eine liebenswerte Underdog-Attitude, einen sense of place, eine funktionierende Dramaturgie und einen Spannungsbogen. Reitman nimmt seine Geschichte ernst und es steht etwas auf dem Spiel (auch wenn man natürlich weiß, das alles gut ausgehen wird), mitunter ist der Film – gewiss kein Schocker – sogar ein wenig unheimlich. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass GHOSTBUSTERS nicht sehr angenehme und sympathische Unterhaltung böte, und wer wie ich in den Achtzigern aufwuchs, der wird sehr wahrscheinlich etwas mit diesem Film verbinden, dass es einem nahezu unmöglich macht, ihn „einfach so“ zu schauen. Aber ich meine, man sollte auch in der Lage sein, zu erkennen, wo ein Film aufhört und die subjektive Verklärung beginnt. GHOSTBUSTERS ist ein schöner Eighties-Blockbuster, der seinen Platz in der Popkultur sicher und verdient hat, aber er ist kein RAIDERS OF THE LOST  ARK, kein TEMPLE OF DOOM, kein GREMLINS und auch kein BACK TO THE FUTURE. Meine Meinung.

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