gojira, ebirâ, mosura: nankai no daiketto (jun fukuda, japan 1966)

Veröffentlicht: Oktober 20, 2017 in Film
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Im siebten Godzilla-Film geht es ausnahmsweise einmal nicht um das bevorstehende, von Monstern herbeigeführte Ende der Welt. Stattdessen wird eine kleine Gruppe von vom Schicksal zusammengeführten Protagonisten mit den Giganten konfrontiert – und einer seltsamen Miliz names Red Bamboo, die eine Insel in ihre Gewalt gebracht hat und dort die Bewohner von Mothras Heimat „Infant Island“ versklavt.

Als ein Fischer nicht nach Hause zurückkommt, begibt sich sein Bruder Ryota (Toru Watanabe) auf die Suche nach einem geeigneten Schiff, mit dem er ihm hinterherfahren und ihn aufspüren kannn. Er landet bei einem Marathon-Tanzwettbewerb, dessen erster Preis ein Schiff ist: Doch der Wettbewerb ist bereits in vollem Gange und die einzige Hoffnung auf ein Wassergefährt sind die beiden Verlierer Mita (Hideo Sunazuka) und Yata (Tôru Ibuki). Die Yacht, die sie Ryota vorführen, hat sich der zwielichtige Yoshimura (Akira Takarada) unter den Nagel gerissen, der die Eindringlinge überwältigt, aber auch nicht verhindern kann, dass Ryota am nächsten Morgen in See sticht. Ein Angriff der Monsterkrabbe Ebira lässt das Schiff kentern und die  vier Männer finden sich auf einer seltsamen Insel wieder, auf der die Soldaten des Red Bamboo das arme Völkchen von Mothras Heimatinsel zu Zwangsarbeit verdonnern. Um sich Ebira vom Hals zu halten, müssen die Soldaten nämlich einen gelben Saft ins Wasser spritzen, den ihre Sklaven produzieren. Ryota und Konsorten freunden sich mit Daiyo (Kumi Mizuno) an, einem verschleppten Mädchen und wecken Godzilla auf. Auch Mothra soll ins Geschehen miteingreifen, um Ebira und die Schurken zu besiegen.

Verzeiht die ausufernde Inhaltsangabe, aber das ganze Storykonstrukt ist einfach zu schön, um es hier nicht in voller Länge auszubreiten. Die Wandlung vom Science-Fiction- und Katastrophenfilm hin zum klassischen Abenteuer- und Fantasystoff tut sehr gut und Fukuda bietet reichlich Schauwerte auf, der Subplot um die Red-Bamboo-Soldaten hält das Gebalge ebenso interessant (und erinnerte mich ein bisschen an LOST) wie die Ausflüge zur Infant Island, der Heimat von Mothra, die hier nun wieder in voller geflügelter Pracht auftreten darf, nachdem sie zuvor als Raupe umherkroch. Ebira ist auch ein wirklich tolles Monster, dem es gut zu Gesicht steht, dass man es immer nur zur Hälfte zu sehen bekommt: Sein Tennismatch mit Godzilla stellt jenes zwischen Godzilla und Rodan weit in den Schatten. Aber neben den ausgedehnten Monsterfights sind es hier dann doch wieder die kleinen Momente, die das Herz zum Glühen bringen: Godzilla, der sich inmitten einer grauen Felsenkulisse für ein Nickerchen niederlässt. Die Erweckunsgrituale um die friedlich schlummernde Mothra. Die geblackfaceten Eingeborenen, die in ihrer tristen Höhle hocken und tonnenweise gelbes Quittengelee zur Ebira-Abschreckung produzieren. Und einmal wird es gar richtig garstig, als nämlich ein armer Tropf von Ebiras Scheren aufgespießt wird. Es gibt also wieder einmal viel zu sehen und zu staunen, so wie das sein soll.

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