the meg (jon turteltaub, usa 2018)

Veröffentlicht: August 12, 2018 in Film
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Wahnsinn, meine Gattin und ich habe es tatsächlich mal wieder in einen aktuellen Film ins Kino geschafft!

Etwas ganz Ähnliches kann man auch über THE MEG sagen, den Riesenhaifilm um den aus einem tiefen Schlummer geweckten Urzeithai Megalodon. Der Film nach einem Roman von Steve Alten sollte bereits vor über zehn Jahren gedreht werden – damals war Jan de Bont als Regisseur im Gespräch – und schlingerte ca. zwei Jahre lang durch die „development hell“, bevor New Line beschloss, das Projekt auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen (hier die entsprechende Nachricht dazu). Haifisch-Film-Fans wie ich dürfen nun frohlocken, denn der in mehrerer Hinsicht reanimierte Hai ist besser, als man es eigentlich erwarten durfte.

Die Handlung ist mehr oder weniger unwichtig: Ein vom unsympathischen Millionär Morris (Rainn Wilson) finanziertes Forschngsteam hat herausgefunden, dass die tiefste Stelle im Meer tatsächlich noch tiefer liegt als angenommen. Der Boden des Mariannengrabens ist nämlich gar kein Boden, sondern eine Art Nebelschicht, unter der sich ein völlig unerschlossenes Ökosystem befindet. Doch das erste Team, das sich in die unbekannten Tiefen begibt, wird sogleich von etwas sehr, sehr großem attackiert und liegt nun hilflos auf dem Meeresboden. Hinzugezogen wird der Rettungstaucher Jonas Taylor (Jason Statham): Der ist nicht nur der Ex-Mann der verunglückten Lori (Jessica McNamee), er hat seinen Job eigentlich an den Nagel gehängt, seitdem er bei der Bergung eines Atom-U-Bootes mit etwas sehr, sehr Großem konfrontiert, danach aber für verrückt erklärt wurde …

Das Wichtigste an einem Film um einen Monsterhai sind natürlich die Haiszenen selbst, die tricktechnisch sehr gut gelungen sind und viel Abwechslung bieten: Es gibt diese ominösen Bilder, in denen sich das Monster langsam aus dem Dunkel des Meeres schält, plötzliche Attacken, kurz vor der Kamera zuschnappende Mäuler, überraschende Sprungangriffe, Asichten der aus der hungrigen Ego-Perspektive, Blicke von oben, die das Ungetüm in voller Größe zeigen, und immer wieder die bedroliche Rückenflosse. THE MEG funktioniert als eine Art Best-of filmischer Haiattacken: Wer sich in den vergangenen 40 Jahren mit gefräßigen Meeresbewohnern und Unterwasser-Expeditionen im Film beschäftigt hat, wird naturgemäß einiges wiedererkennen. Die Ausgangssituation erinnert etwas an Camerons THE ABYSS und wartet mit einem schönen Panorama des neuen Lebensraumes auf. Das Hickhack auf der Forschungsstation kennt man natürlich aus Harlins DEEP BLUE SEA, manche Aufnahme zitiert den seligen JAWS 3-D. Später, wenn es auf die Jagd nach dem Monster geht, erkennt man die Spielereien mit Harpune und Haikäfig aus Spielbergs Klassiker JAWS wieder und sogar der oft verlachte ORCA wird referenziert. Und am Ende, wenn sich der Hai dem beliebtesten Urlaubsstrand der Welt nähert, wird manche JAWS-Einstellung nahezu eins zu eins übernommen.

Dem großen Vorbild kann Turteltaub erwartungsgemäß nicht das Wasser reichen: THE MEG ist Monsterfilm-nach-Zahlen und er begnügt sich damit, bekannte Situationen zu modifizieren und quantitativ einen draufzusetzen: Spielbergs Hai war sechs Meter lang, der Meg misst 20 Meter. Auch die Charaktere sind nicht mehr als hingeworfene Folien, die man sofort in die schon offene Schublade stecken kann und ihre kleinen Problemchen interessieren wirklich niemanden. Aber die Schauspieler machen das beste aus dem eng gesteckten Rahmen und sorgen dafür, dass man am Ball bleibt. THE MEG ist eigentlich eine mit viel Geld aufgeblasene Videopremiere (wenn es sowas denn noch gäbe) und es freut mich immer wieder, wenn solcher Käse mit viel Geld zum Summer-Event-Movie aufgeblasen wird, insofern hat er eh einen Bonus bei mir. Aber auch ohne diesen hätte ich gestern meinen Spaß gehabt.

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