come september (robert mulligan, usa 1961)

Veröffentlicht: Oktober 31, 2018 in Film
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Feelgod-Komödien mir Rock Hudson, die zweite, diesmal noch verstärkt um das unvergleichliche Urlaubsflair dass das italienische Küstensetting mit sich bringt. Und natürlich Gina Lollobrigida, die neben der kurvenreichen Figur auch noch das feurige Temperament ihr eigen nennt (oder es zumindest für die Leinwand perfekt vorzutäuschen weiß), von dem Mulligans vergnügliche Komödie wesentlich profitiert.

Rock Hudson ist wieder einmal in seiner Paraderolle des gutsitutierten amerikanischen Geschäftsmanns zu sehen, dessen Charme alle Frauen erlegen sind. In diesem Fall hat es die Italienierin Lisa (Gina Lollobrigida) getroffen: Einmal im Jahr – immer dann, wenn ihr „Robertino“, wie sie Robert L. Talbot zu nennen pflegt, auf Geschäftsreisen in Italien weilt – ist sie seine Geliebte, liegt er ihr zu Füßen und trägt er sie auf Händen. Doch sie will mehr als einen Mann für ein paar Wochen, also plant sie die Hochzeit mit einem seriösen Briten. Bis der jährliche Anruf von Robert bei ihr eingeht: Der Zukünftige bekommt eine Abfuhr und wieder einmal beschließen die Liebenden sich in Roberts Anwesen für einen amourösen Urlaub zu treffen. Diesmal kommt ihren Plänen aber etwas in die Quere: Roberts Hausdiener Maurice (Walter Slezak) verwandelt das Haus während der Abwesenheit des Meisters nämlich in ein Luxushotel um, dessen Gäste er nun nicht mehr rechtzeitig vor der Ankunft der beiden Turteltauben loswird. Es handelt sich um einen Haufen vergnügungssüchtiger Teens …

Es ist interessant sich vorzustellen, wie COME SEPTEMBER heute wohl ausfiele. Es handelt sich nämlich um einen Film, der seinen Witz zu einem ganz erheblichen Teil daraus bezieht, dass seine beiden attraktiven Protagonisten am Bumsen gehindert werden: eine Cockblock-Comedy also. Es wird nie so richtig explizit gemacht, schließlich befinden wir uns im Jahr 1961, aber es ist dennoch ganz klar. Und es ist wahnsinnig putzig, wie wenig eigentlich nötig ist, um die beiden von ihren Plänen abzuhalten. Die bloße Anwesenheit anderer Gäste macht es den beiden unmöglich, auch nur im selben Zimmer zu nächtigen. Man ahnt, was heute für Geschütze aufgefahren werden müssten und wie häufig die Dialoge die schmerzenden Testikel des männlichen Protagonisten umkreisten. Aber um solcherlei Unrat soll es jetzt und hier nicht gehen, denn Robert Mulligan wusste diese durch und durch menschlichen Probleme auf eine Art und Weise zu behandeln, die man nur als „sophisticated“ bezeichnen kann. Was man jetzt nicht unbedingt mit anspruchsvoll verwechseln sollte, ganz im Gegenteil, aber COME SEPTEMBER ist in seiner alles erfassenden Leichtgkeit einfach beeindruckend.

Diese seine herausragendste Eigenschaft ist aber schon fast wieder ein Problem, denn richtig viel bleibt nicht hängen von ihm und im letzten Drittel, in dem die erwartbaren Konflikte auf ebenso erwartbare Art und Weise gelöst werden, geht ihm auch ein bisschen die Puste aus. Richtig herauststechend ist vielleicht noch am ehesten die Szene, in der Robert die vor spätpubertärem Omnipotenzwahn überlaufenden American boys um das britische Rock’n’Roll-Sternchen Bobby Darin gepflegt unter den Tisch säuft, triumphierend zu seiner Lisa zurückkehr, die er nun endlich für sich hat … und dann besoffen zusammenbricht. Aber dieser Mangel an einzelnen Highlights ist auch nicht so richtig entscheidend, weil COME SEPTEMBER einfach so gut reinläuft wie ein fruchtiger Cocktail auf dem Liegestuhl am Pool in der strahlenden Sonne. Es ist eine große Kunst, diese Leichtigkeit auf die Leinwand zu bringen, wahrscheinlich ganz besonders in so einer prestigeträchtigen Produktion. Rock Hudson tut, was er immer tut und ist famos darin, Gina Lollobrigida sieht fantastisch aus und ist besonders gut, wenn die aufbrausende Italienerin durchbricht. Die wunderbare Urlaubskulisse trägt viel zum Vergnügen bei. Es ist tatsächlich so: Diese Form des Entertainments hat Hollywood leider komplett verlernt.

Kommentare
  1. Martin Otremba sagt:

    Allein bei Erwähnung des Namens Rock Hudson zieht sich bei mir ein ganz breites Grinsen über das Gesicht. Ob er nun mit Gina L. spielte, oder mit Doris D.; und nicht zu vergessen der saukomische „Man’s Favorite Sport?“; so werde ich diese Filme noch in vielen Jahren genauso lieben wie vor 40 Jahren in meiner Jugend…
    Danke für Deine Reviews!

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