loose screws (rafal zielinski, kanada 1985)

Veröffentlicht: Juni 15, 2019 in Film
Schlagwörter:, , , , ,

Der coole Brad Lovett (Bryan Genesse, der ein paar Jahre später in dem schicken DTV-Actioner HUMAN TIMEBOMB mitspielen würde), der blonde Popper Steve Hardman (Lance van der Kolk), Nerd Hugh G. Rection (Alan Deveau) und Fettsack Marvin Eatmore (Jason Warren) drohen an der Beaver Academy durchzufallen und müssen demnach im Sommer in der Coxswell Academy, „a college for morons“, büffeln. Hier erregt die junge Französischlehrerin Mona Lott (Cynthia Belliveau) ihre Aufmerksamkeit: Das Ziel, sie ins Bett zu zerren, verfolgen die Jungs mit weitaus größerem Ernst, als ihre schulische Ausbildung.

Dass Zielinski die anarchisch-dadaistische Qualität des Vorgängers SCREWBALLS noch einmal erreichen würde, war nicht unbedingt zu erwarten, umso schöner die Erkenntnis, dass LOOSE SCREWS ihr verdammt nahe kommt. Der Film macht genauso viel Spaß wie sein großer Bruder – vorausgesetzt man ist dieser Art anspruchsloser, triebbefriedigender, direkt unter die Gürtellinie zielender Unterhaltung gegenüber aufgeschlossen und hat Freude an doofen Wortwitzen. Schon die oben aufgeführten Namen lassen erahnen, was den Betrachter hier erwartet: Neben diesen gibt es auch noch eine Nikki Nystroke, eine Hilda van Blow und einen chinesischen Masseur namens Hung Lo. Die sequeltypische Steigerung gegenüber dem zwei Jahre älteren Vorläufer besteht darin, dass es nun nicht mehr nur um die Befriedigung voyeuristischer Bedürfnisse geht, sondern um „echten“ Sex – und um dieses Ziel zu erreichen, werden wieder alle Register gezogen. Der Klassiker unter den Anmachstrategien – sich als Mädchen verkleiden und im mit David-Lee-Roth- und Boy-George-Postern tapezierten Schlafraum Einzug halten – darf in diesem Spektakel natürlich ebensowenig nicht fehlen wie der Besuch im lokalen Stripschuppen, in dem Wet-T-Shirt- und Whipped-Cream-Wettbewerbe abgehalten werden.

Super – und tatsächlich besser als im Vorgänger – ist der Gegenspieler der notgeilen Hauptdarstellerclique, der Schuldirektor Arsenault (Mike MacDonald), der nicht nur in Omnipotenzfantasien schwelgt, sondern auch selbst der jungen Lehrerin nachsteigt, während seine nymphomane Ehefrau sich zu Hause lüstern in den Laken wälzt. Ihm bricht am Schluss ein Video, dass die Jungs von ihm und Mona gedreht haben, das Genick. Ein bisschen fies ist es, dass sie die Karriere der Begehrten, die sich bis zum Schluss beharrlich weigert, sich ihren Verehrern zu öffnen, gleich mit ruinieren. Sie hat ihnen ja gar nichts getan, im Unterschied zu ihrer Vorgängerin Purity Busch aus SCREWALLS, die ja eine sadistische Freude daran entwickelte, die Jungs erst geil zu machen und dann auflaufen zu lassen. Aber diese selbstbezogene Aggression der Pubertät, die auf der Jagd nach Befriedigung auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt, wird so natürlich recht adäquat abgebildet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.