screwballs (rafal zielinski, kanada 1983)

Veröffentlicht: Juni 15, 2019 in Film
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„SCREWBALLS is utter lunacy – or keeping with the nature of the movie, ,udder lunacy‘. Opening with an actual image of the word ,coming‘, accompanied by orgasmic female squeals, the camera pulls back to reveal a pair of teenage nubiles hanging a ,COMING SOON‘ banner outside a hot-dog stand as a giant inflatable wiener pokes them repeatedly to-and-fro in their crotches and butts. Each bump is punctuated, of course, by Three Stooges-style sound effects. From there, the wit just keeps, like the sign says, coming.“

Ich habe mir die Beschreibung Mike „McBeardo“ McPaddens Buch „Teen Movie Hell“ ausgeborgt, weil ich besagtes Eröffnungstableau selbst nicht besser hätte in Worte fassen können, es gleichzeitig aber so wunderbar dazu geeignet ist, einen Eindruck vom Wahnsinn dieses Films zu vermitteln. Die Protagonisten von SCREWBALLS sind fünf Jungs der Taft and Adams High School – deren Cheerleader passenderweise Trikots mit der Aufschrift „T&A“ tragen -, und ihre Wege kreuzen sich schicksalhaft, als sie gemeinsam nachsitzen müssen. Der smarte Rick (Peter Keleghan) hatte sich als Doktor getarnt in eine schulärztliche Brustuntersuchung geschlichen, der bebrillte Nerd Howie (Alan Deveau) war dabei erwischt worden, wie er seinen MItschülerinnen mithilfe einer Spiegelkonstruktion unter die Röcke schauen wollte, der dicke Melvin Jerkovski (Jason Warren) war seinem Namen im Kühlraum der Schulcafeteria gerecht geworden, das Landei Tim (Jim Coburn) aus Versehen in die Mädchenumkleide gestolpert und der Preppie Brent van Dusen III (Kent Deuters) hatte ein Mädchen im Französischunterricht dazu gebracht, ein Modell des Eiffelturms zu fellationieren – die superheiße Lehrerin war bei der wiederholten Aussprache des Wortes „la bouche“ so heiß geworden, dass sie das Klassenzimmer verlassen musste. Alles klar?

Die fünf Jungs teilen eine Obsession: Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einen Blick auf die Brüste der Schulkönigin Purity Busch (Linda Speciale) werfen zu können. Die weiß aber ganz genau um die Wirkung, die sie auf die im Hormonwirbel taumelnden Jungmänner ausübt – und wie wichtig es für diese Zuneigung ist, ihre beiden sekundären Geschlechtsorgane wie ein gutes Geheimnis zu hüten. SCREWBALLS ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung der verschiedenen Versuche der Jungs, sich ihren Traum zu erfüllen, immer wieder unterbrochen von orgiastischen Szenen mit den weniger verkniffenen Cheerleadern um die geile Bootsy Goodhead (Linda Shayne): Eine Autokino-Sichtung des Films „Wild Women of Wango“ (hinter dem Titel verbirgt sich nicht etwa WILD WOMEN OF WONGO, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern das Pam-Grier-Vehikel THE ARENA) artet in eine Massenschlägerei aus, als Tim bemerkt, dass Brent es mit seiner Schwester treibt. Bei einer Runde Strip-Bowling bleibt Howie bestes Stück in einer Bowlingkugel stecken (fragt nicht …), schießt dann aber natürlich unter lüsterner Mithilfe der Cheerleader zum eruptiven Strike in die Pins. Der Schulball gerät zum Gelage, als die Jungs aus Versehen eine ganze Flasche Aphrodisiakum aus dem Sexshop in die Bowle kippen. Nur die heiligen Hügel von Purity bleiben verhüllt – bis zum großen Finale: Während die frisch gekürte Homecoming Queen die Nationalhymne singt, zeigt Howies neueste Erfindung ihre Wirkung und reißt der sonst so zugeknöpften Schönen die Kleider vom Leib. Während die Credits laufen, werden nun immer wieder die beiden überaus ansehnlichen Brüste eingeblendet, auf die man so lange warten musste. Ein wahrhaft sensationelles Ende.

SCREWBALLS hat alles, was das Genre der Teenie-Sexkomödie auszeichnet: Jede Menge selbstzweckhafte Zurschaustellung nackter Mädchenkörper, männliche Charaktere, die nur das eine im Kopf haben, laute Zoten, Kalauer, Wortwitze und Slapstickeinlagen, die mal mehr, mal weniger gut funktionieren, aber in einer solchen Vielzahl auf den Betrachter niedergehen, dass das irgendwann keine Rolle mehr spielt, und haufenweise abstruse Einfälle. Was den Film dabei besonders auszeichnet ist seine Direktheit – und die Gleichsetzung der Protagonisten mit der Zielgruppe, deren Motivation sie teilen: Sie wollen Titten sehen, nicht mehr, nicht weniger. Um es mit den Worten des Songs zu sagen, den die Cheerleader singen: „We must, We must, We must develop our bust. The bigger the better, the tighter the sweater, the boys depend on us.“

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