sudden fury (brian damude, kanada 1975)

Veröffentlicht: Juni 16, 2019 in Film
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Fred (Dominic Hogan) und Janet (Gay Rowan) sind seit acht Jahren verheiratet, aber die Beziehung liegt in den letzten Zügen. Bei einem Ausflug kommt es erneut zum Streit, denn wieder einmal versucht er, sie dazu zu bringen, seine fragwürdigen Geschäftsideen zu finanzieren, für die er selbst kein Geld hat. Der Unfall, in den die beiden verwickelt werden, bedeutet dann die Lösung all seiner Probleme: Er lässt seine schwer verletzte Gattin im Autowrack zurück, deren Vermögen nach ihrem Tod ihm gehört. Doch dann kommt er arglose Al (Dan Hennessey) des Weges und versucht die Frau zu retten. Was er nicht weiß: Fred liegt im Busch auf der Lauer und muss nun einen Weg finden, dem Fremden den Tod Janets in die Schuhe zu schieben …

Der Kanadier Brian Damude drehte SUDDEN FURY – der in Deutschland den Deppentitel DIRTY FRED – DER SCHOCK-KILLER aufgedrückt bekam – mit dem lächerlichen Budget von 115.000 kanadischen Dollars und Laiendarstellern – und schuf einen perfekten kleinen Hochspannungsthriller. SUDDEN FURY bietet mit seinen glasklaren Motivationen und dem bis aufs nackte Skelett heruntergekochten Plotgerüst Affektkino vom Feinsten: Als Zuschauer fühlt man sich bisweilen wie ein Kind im Kasperletheater, das den Helden vor dem Krokodil warnen möchte. Fred ist wirklich ein hassenswertes Arschloch, ohne dabei gleich zum comichaften Oberschurken stilisiert zu werden, Al ist der Hitchcock’sche Held, der immer ein bisschen weniger weiß als alle anderen.

Das Rezept wird von Damude opimal umgesetzt: Voll konzentriert und ohne Schnickschnack, aber mit jener technischen Präzision, die beim Thriller nun einmal den Unterschied macht, zieht er hier sein Ding durch und verliert im Verlauf der knapp 90 Minuten nicht einmal den Überblick. SUDDEN FURY ist finster, bitterböse, sackspannend und mit einem Ende ausgestattet, dass nachhallt, ohne dass dafür die Twistkiste geplündert werden musste. Sein Film ist auch deshalb so gut, weil er immer glaubwürdig bleibt: Das alles könnte sich genau so zutragen. Das kleine Juwel wurde vor einiger Zeit von den Filmarchäologen von Vinegar Syndrome ausfindig gemacht: Nach seinem Kinostart war der Film nur selten gezeigt und dann weitestgehend vergessen worden. Hierzulande feierte er seine Premiere 1985, als er unter oben genanntem Titel direkt auf Video erschien. Jetzt darf man ihn sich in HD-Qualität in den Schrank stellen. Wer kleine Thriller ohne Bullshit genauso mag wie ich und etwa Robert Fuests AND SOON THE DARKNESS zu seinen Geheimfavoriten zählt, muss hier zugreifen.

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