morbid movies 4: the burning (tony maylam, usa 1981)

Veröffentlicht: Juli 6, 2019 in Film
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Ein schönes Wiedersehen bei angemessen tropischen Temperaturen. Maylams Slasher- und Campfilmklassiker ist Teil der ersten Welle, die in Folge des Sensationserfolgs von FRIDAY THE 13TH in den Kinosälen brandete und historisch interessant, als er das Debüt der Weinsteins und ihrer Firma Miramax bedeutete. Bekanntermaßen stieß THE BURNING, der hierzulande direkt auf Video erschien, auf besondere Zuneigung seitens der Jugendschützer und ist heute immer noch beschlagnahmt. Das ist, einiger ruppiger (aber stark abgedunkelter) Effekte von Maestro Savini zum trotz, ziemlich albern, denn THE BURNING raubt heute gewiss niemandem mehr den Schlaf, bleibt eher als fast märchenhafte Coming-of-Age-Geschichte mit einigen Horroreinsprengseln und viel, viel Teeniequatsch im Gedächtnis.

Hier wird alles an die Wand geschmissen, was in den frühen Achtzigern bei der Zielgruppe ankommen sollte: Nach dem Rückblendenauftakt mit eiem der blödesten Streiche der Filmgeschichte gibt es einen streng genommen ziemlich unnötigen Ausflug in den Großstadthorror eines MANIAC bevor sich THE BURNING dann in einen Sommercampfilm verwandelt, mit allem was dazu gehört: eine laaange Duschszene, Spiel und Spaß, die Andeutung von Sex, ein paar Tittchen sowie die üblichen Konflikte zwischen den einzelnen Typen, bevor es dann so langsam losgeht. Das Drehbuch ist ein ziemliches Chaos, baut erst den Waschlappen Alfred (Brian Backer) auf, bevor es sich dann dem Camp Counsellor Todd (Brian Matthews) als eigentlichen Protagonisten auswählt, der aber vergleichsweise wenig Raum erhält. Im Showdown wird es richtig fiebrig, wozu nicht zuletzt der Score von Keyboard-Wizard Rick Wakeman beiträgt – ein ziemlicher unglaublicher Coup der Produzenten. THE BURNING ist natürlich totaler Blödsinn, kommerziell bis ins Mark, aber die Kombination der einzelnen Elemente gelingt irgendwie – ein bisschen wie ein Eintopf oder ein Omelett, in die man einfach alles reinschmeißt, was die Vorratskammer noch so an Resten hergibt.

Es hilft gewiss, dass da ein paar Gesichter auftauchen, die man in den kommenden Jahren in anderen, höherwertigen Produktionen wiedersehen sollte: Das Casting ist hervorragend und lässt die Schablonenfiguren lebendig werden. Trichterbrust Brian Backer würde später in ganz ähnlicher Rolle im Klassiker FAST TIMES AT RIDGEMONT HIGH mitwirken, Jason Alexander aus SEINFELD spielt Dave, dem die Aufgabe zukommt, die Urlauber mit Gummis, Tittenheften und Zigaretten zu versorgen, Fisher SHORT CIRCUIT Stevens gibt den schlaksigen Spaßvogel Woodstock, dem in der wohl berühmtesten Szene des Films die Finger verlustig gehen und Holly Hunter huscht auch mal durchs Bild, allerdings ohne wirklich aufzufallen. Larry Joshua, der als Brooklyner Bully Grazer brilliert, schlug eine illustre Karriere als Nebendarsteller ein, Ned Eisenberg kennt man ebenfalls als kleinen Ganoven aus unzähligen New-York-Filmen, wie z. B. THE EXTERMINATOR, in dem er als „Ghetto Ghoul“ debütierte. Leah Ayres, die die etwas biestige weibliche Camp-Erzieherin spielt, bändelte in BLOODSPORT mit den Muscles from Brussels an und der kernige Schönling Brian Matthews machte Karriere im CALIFORNIA CLAN.

Ich könnte das hier noch ausdehnen, aber das macht nicht so richtig viel Sinn. THE BURNING ist ein schöner Slasher, deutlich über dem Durchschnitt des Genres, aber auch nicht unbedingt ein Film, über den man endlose Debatten führt. Es war toll, ihn mal im Kino gesehen zu haben.

Kommentare
  1. […] gezeigten Filme, welche von Zulawskis wunderbaren „Nachtblende“ über Slasher-Klassiker wie „The Burning“ und Video Nasties wie „Don’t Go in the House“ […]

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