revenge of the cheerleaders (richard lerner, usa 1976)

Veröffentlicht: Juli 26, 2019 in Film
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Da THE CHEERLEADERS drei Jahre zuvor ein überaus ertragreiches Geschäft darstellte, war das Sequel nur eine Frage der Zeit, die dann 1976 abgelaufen war. Dabei könnte REVENGE OF THE CHEERLEADERS gut und gern auch ein eigenständiger Film sein: Sieht man mal davon, ab, dass es erneut um die meist sexuellen Abenteuer der titelgebenden Motivierdamen geht, bestehen zwischen beiden Filmen keinerlei inhaltliche Gemeinsamkeiten.

Ein handfester Skandal erschüttert die heruntergekommene kalifornische Aloha High School in ihren Grundfesten: Heather (Rainbeaux Smith), eine der Cheerleaderinnen, ist schwanger und diese Entgleisung sieht der fiese Unternehmer Hartlander (William Bramley) als Chance, die Schule zugunsten einer Shopping Mall dem Erdboden gleichzumachen. Vorher wird jedoch ein neuer Rektor installiert, um dem unmoralischen Treiben ein Ende zu machen. Dem begegnen die Cheerleaderinnen mit vereinten Kräften, Hinterlist und gespreizten Beinen, bevor sie sich des Kapitalisten annehmen.

Der Plot bietet erneut den Hintergrund für all jene Exzesse, die schon den ersten Teil zum Hit in einschlägigen Kinos machten zuzüglich einiger Tanznummern, die erheblich dazu beitragen, REVENGE OF THE CHEERLEADERS auf Spielfilmlänge zu bringen: Schon die Titlesequenz zeigt die sechs ethnisch diversen Heldinnen, wie sie auf ihrer Fahrt durch die Vororte von L.A. am Steuer des Wagens lachend und gut gelaunt blank ziehen, ganz eins mit sich und ihrer weiblichen Natur. David Hasselhoff spielt einen der männlichen Tänzer, die die Cheerleader begleiten, und wird nur wenig später in einer öffentlichen Toilette von der feixenden Blondine Sesame (Patrice Rohmer) durchgezogen, seinem Namen „Boner“ offensichtlich alle Ehre machend. (Dem langen Lulatsch, der später mit seiner Musik die Berliner Mauer zum Einsturz brachte und Deutschland quasi im Alleingang wiedervereinigte, beim Tanzen zuzusehen, ist eine der Freuden, die dieser Film spendet.) Später gibt Tishi (Susie Elene), die Asiatin der Truppe, dem glucksenden Angestellten der örtlichen Eisdiele einen Blowjob hinter dem Tresen, während er einer nichts ahnenden Dame einen Banana Split zubereitet. Seinen frühzeitigen Höhepunkt findet REVENGE OF THE CHEERLEADERS, als die Mädels anlässlich des Besuchs des Schulamts die Mensa-Bolognese mit Marihuana und LSD versetzen und daraufhin eine zügellose Schaumparty samt Rudelbums auslöse.

Im Finale schrammt REVENGE OF THE CHEERLEADERS gar den (preiswerten) Actionfilm und sucht die Nähe zu Werken wie Ted V. Mikels THE DOLL SQUAD, als nämlich der Kampf mit den Schergen Hartlanders aufgenommen und sogar dessen unterirdisch gelegenes, an einen Bondfiesling gemahnendes Schurken-Hauptquartier geentert wird. Das alles ist ohne Sinn für visuelle Gestaltung in ultrabillig aussehenden Settings, dafür aber mit jeder Menge Verve, Freude am Chaos und Sinn für das „Wesentliche“ inszeniert. Absurder Gipfel des Ganzen ist aber eindeutig die Anwesenheit des schwangeren Softsex-Stars Rainbeaux Smith, der seinen Neun-Monats-Bauch beim besten Willen nicht mehr verbergen konnte: Flugs wurde ihre Schwangerschaft im Drehbuch aufgenommen. Man hat ein bisschen Mitleid mit ihr, wie sie da in den „erotischen“ Animierszenen immer an den Rand des Bildes gedrängt wird, damit ihre speziellen Rundungen nicht zu sehr von den anderen ihrer Kolleginnen ablenken: Zur Wiedergutmachung darf sie am Ende mit ihrem echten Kind voll erfülltem Mutterglück in die Kamera lächeln. Ein denkwürdiges Ende für dieses Werk.

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