appointment with fear (alan smithee, usa 1985)

Veröffentlicht: August 18, 2019 in Film
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Der Anfang ist noch ganz interessant: Ein Mann (Garrick Dowhen) verfolgt eine Frau mi einem Baby, wird dabei wiederum von einem anderen Mann (Douglas Rowe) verfolgt. Die Frau versteckt das Baby in einem Busch, wird dann von Mann Nummer eins ermordet. Ein Mädchen nimmt das Baby von der sterbenden Frau in Empfang, Mann Nummer zwei – ein heruntergekommener Polizist – kommt zu spät. Der Auftakt funktioniert auch deshalb, weil man keinerlei Information hat, außer dem, was gezeigt wird. Doch danach geht APPOINTMENT WITH FEAR gnadenlos den Bach runter.

Es stellt sich raus, dass der Mörder der Vater des Babys ist – und außerdem im Bunde mit einer altägyptischen Macht, die es ihm erlaubt, seinen Körper, der eigentlich in einer Heilanstalt auf einem Tisch festgeschnallt ist, zu verlassen und auf Jagd zu gehen. Der Polizist heißt Kowalski und hatte den Mann damals schon gestellt, als der versuchte, seine Frau umzubringen. Nun muss Kowalski das Mädchen finden, das im Besitz des Babys ist: Die junge Frau plant eine Party mit ihren Freundinnen.

Diese Geschichte wird ohne jeglichen Drive erzählt, bietet dafür aber unfassbar geduldige Einblicke unter anderem in das Liebesleben der Mädels, zu denen sich dann auch noch ein cooler Individualist (Michael Wyle) mit Motorrad und Schaufensterpuppe im Beiwagen sowie ein Penner gesellen, der auf der Ladefläche eines Pick-ups einzieht. Die Suche nach dem Baby und das damit einhergehende Rennen mit der Zeit wird aber nicht nur durch die Engelsgeduld des Drehbuchs ausgebremst, sondern auch durch die Dusseligkeit Kowalskis: In einer Art Running Gag zündet der ständig seinen Autositz mit herunterfallenden Kippenstummeln an, was dann zum Finale hin schließlich sogar in der Explosion seines Autos kulminiert. Erst zum Schluss kommt ein Hauch von Stimmung auf, als erst eine Gruppe von Tänzern eine lustige Performance zu zweitklassigem Eighties-Synthiepop vor dem Haus abliefert, in dem die Mädchen sich einquartiert haben, und dann in der finalen Auseinandersetzung mit dem Killer etwas Hokuspokus aufgefahren wird. Aber das hilft alles nicht: Ich habe schon viele langweilige Filme gesehen, aber wie die Geduld des Zuschauers in APPOINTMENT WIT FEAR strapaziert wird, ist schon Extraklasse.

Angeblich war Produzent Moustapha HALLOWEEN Akkad so dermaßen abgetörnt, vom fertigen Film, dass er Regisseur Ramsey Thomas sofort entließ und APPOINTMENT WITH FEAR noch einmal umschnitt – ganz offenkundig aber ohne Erfolg. Thomas zog daraufhin zwar seinen Namen zurück, weil er mit dem Ergebnis nichts zu tun haben wollte, ich gehe aber trotzdem mal schwer davon aus, dass ihm die volle Verantwortung für dieses Fiasko anzulasten ist. Finger weg, es sei denn ihr leidet unter Schlafstörungen, dann kommt dieser Heuler möglicherweise einem Segen gleich..

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