trampa infernal (pedro galindo lll, mexiko 1989)

Veröffentlicht: August 18, 2019 in Film
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Filmforschung ist mitunter schmerzhaft, vor allem, wenn man es sich zum Ziel gesetzt hat, den Slasherfilm in seiner betäubenden Gänze zu erfassen – und die Perlen schon vor langer, langer Zeit geborgen hat. APPOINTMENT WITH FEAR, ohne Übertreibung einer der ödesten, tristesten Filme, derer ich je ansichtig wurde, stürzte mich gestern fast in eine Sinnkrise. Noch so viele Slasher und so wenig Hoffnung auf echte Ganzlichter. TRAMPA INFERNAL, der Genrebeitrag des mexikanischen Schmuddelexperten Pedro Galindo III, war genau der richtige Stoff, um dem gesunkenen Mut eine Adrenalininjektion zu verpassen – und zwar voll in den Arsch!

Wie es mexikanische Exploiter so an sich haben, schert sich auch TRAMPA INFERNAL nicht lang um eine fein- oder gar hintersinnige Story: Die beiden Superdudes Nacho (Pedro Fernández) und Mauricio (Toño Mauri) befinden sich in einem nicht enden wollenden Schwanzvergleich, bei dem sie von ihren Kumpel und Freundinnen unterstützt und bejubelt werden. Gerade erst hat Nacho, der einen Nackenspoiler mit sich herumträgt, der Michael Bolton vor Neid erblassen ließe, Mauricio in einer Partie Gotcha besiegt, da sinnt Mauricio auch schon auf Revanche. Er schlägt vor, dass die beiden raus in die Wälder fahren, wo ein Bär fünf Touristen massakriert haben soll: Wer den Bär zur Strecke bringt, ist der neue Obermacker, jedenfalls bis zur nächsten Mutprobe. Nacho lässt sich natürlich nicht lumpen und so geht es auf Bärenjagd. Doch die Toten gehen gar nicht auf das Konto von Meister Petz, vielmehr versteckt sich in den Wäldern ein durchgeknallter Vietnam-Veteran, der nicht gemerkt hat, dass der Krieg schon zu Ende ist (und außerdem gar nicht in Mexiko stattfand).

TRAMPA INFERNAL läuft genau so ab, wie man sich das nach dieser Beschreibung vorstellen darf: Die beiden „Helden“ stapfen mit ihrem jeweiligen Anhang durch den Wald und werden bald schon dezimiert, während die Freundinnen in Badeklamotten an einem See rumhängen und sich beim Beachtennis so dusselig anstellen, dass der Ball auch schon mal 30 Meter weit im Wasser landet. Der Vietnamveteran sieht aus wie Sammy Hagar mit einer Michael-Myers-Maske, trägt einen Freddy-Krueger-Gedächtnishandschuh und hat im Wald ein paar Booby Traps installiert (die leider nicht so häufig zum Einsatz kommen, wie ich mir das gewünscht hätte, aber gut). Am Waldrand wohnt ein anderer Veteran in einem Wohnmobil und stattet die Protagonisten mit guten Ratschlägen und Waffen aus. Pedro Galindo III inszeniert die Chose ohne große Prätentionen frisch von der Leber weg. Bahnbrechende Ideen muss man hier nicht erwarten, dafür wird man aber eben auch von fehlgeleiteten Ambitionen verschont. Nach knapp 80 Minuten macht es „Bumm“, der Killer ist platt und was von den Protagonisten noch übrig ist, geht nach Hause. TRAMPA INFERNAL ist ein reiner Gebrauchsfilm, der mit seiner Naivität einnimmt. Nur in einem mexikanischen Slasher wird einem ein Kern-Asi wie Nacho als Identifikationsfigur angeboten, das allein hat mir schon gereicht, um diesen Film zu mögen. Dieser Nackenspoiler ist aber auch einfach zu geil.

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