hatchet ll (adam green, usa 2010)

Veröffentlicht: August 20, 2019 in Film
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Nach dem wunderbaren ersten Teil sind bis zum Sequel vier Jahre ins Land gezogen. Im Filmgeschäft, in dem sich die Trends die Klinke in die Hand geben, ist das eine halbe Ewigkeit. An die Remakes japanischer Horrorfilme, die noch die Tagline des Vorgängers aufs Korn nahm, konnte man sich 2010 kaum noch erinnern und darüber, dass jeder halbwegs erfolgreiche Film ein Sequel erfährt, hatte man sich längst gewöhnt. Darüber zu lästern, verbot sich für einen zweiten Teil ja sowieso. Ich kann mich an 2010 vor allem deshalb erinnern, weil es das Jahr war, in dem ich zum ersten Mal Vater wurde, aber ich würde lügen, wenn ich behauptete, noch zu wissen, wie die Filmlandschaft damals aussah, so im Überblick. Ich würde aber Geld darauf wetten, dass ein Teil wie HATCHET mit seinem Witz, den altmodischen Effekten und seinen satten Farben auch in jener Zeit wie der sprichwörtliche frische Wind gewirkt hätte – umso trauriger, dass das Sequel in jeder Hinsicht zeitgenössisch wirkt. Ich weiß nicht, was da schiefgegangen ist.

HATCHET II knüpft unmittelbar an den ersten Teil an: Nachdem Marybeth (Danielle Harris) die Konfrontation mit Victor Crowley (Kane Hodder) überlebt hat, sucht sie Reverend Zombie (Tony Todd) auf, der die schicksalhafte Tour in die Sümpfe organisiert hatte. Er erzählt ihr nicht nur die ganze Wahrheit über Crowley, sondern auch, dass ihr Vater zu den Lausebengeln gehörte, die für den vermeintlichen Tod des entstellten Kindes verantwortlich waren. Weil Zombie dem Treiben des Killers ein Ende machen will, trommelt er eine Expedition zusammen: Wer ihm den Kopf Crowley bringt, erhält 500 Dollar. Tatsächlich findet sich eine bunte Schar von Draufgängern, die nicht wissen, dass Zombie eigentlich einen ganz anderen Plan verfolgt.

In meinem Text zu HATCHET lobte ich als eine seiner herausragenden Stärken seine Kürze: Er bot eine flotte 80-Minuten-Packung, kam dabei schnell zum Punkt und war zu Ende bevor man zum ersten Mal auf die Uhr schauen konnte. Teil 2 braucht nun allein schon eine gute halbe bis Dreiviertelstunde, bis seine für einen zünftigen Body Count zusammengestellte Opferriege überhaupt einen Fuß in das Jagdgebiet Crowley setzt. Das ist – JAWS-Referenzen hin oder her – eindeutig zu lang für einen Film, dessen Reiz die Auftritte des Monsters, die Creative Killings und die mit diesen einhergehenden Effekte sind. Doch auch dieser Teil des Films wirkt irgendwie lustlos und pflichtschuldig: Das Gelatsche durch den Busch ist öde, weil einem die meisten Figuren herzlich egal sind sowohl die zündenden Gags als auch die schlagfertigen Dialoge fehlen. Selbst die Morde sind nicht mehr so spaßig wie im Vorgänger (wobei die Enthauptung beim Doggystyle-Sex ganz putzig ist). Am meisten enttäuscht hat mich aber die Optik des Films: Keine Spur mehr von den satten Farben, mit denen die Sümpfe von Louisiana im ersten Teil wie geradewegs aus den Seiten greller Horrorcomics auf die Leinwand gebeamt erschienen, stattdessen regiert nun auch hier die monochrom-braunstickige Tristesse, die fast alle neuzeitlichen Filme befallen hat und einem beim Angucken förmlich die Füße einschlafen lässt. Dazu passt Hauptdarstellerin Danielle HALLOWEEN IV Harris, die den ganzen Film über aussieht, als kämpfe sie mit einem amtlichen Hangover oder trauere über den Tod ihres Lieblingspinschers. Und was ist eigentlich mit ihrer rechten Augenbraue los? Ist das das Resultat eines Botox-Unfalls oder eine Reminiszenz an Gregory Pecks Darbietung in THE OMEN? Weiß das jemand?

Wie dem auch sei. Nachdem ich mich riesig auf HATCHET II gefreut und auf mehr vom Schlage des ersten Teils gehofft hatte, bin ich nun einigermaßen ernüchtert. Und ich weiß nicht, ob ich an Teil 3 und 4 wirklich große Hoffnungen knüpfen sollte …

 

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