hatchet 3 (bj mcdonnell, usa 2013)

Veröffentlicht: August 22, 2019 in Film
Schlagwörter:, , , , , , , ,

Wie Teil 2 zuvor schließt auch Teil 3 der Reihe um die mit einem Fluch belegten, rachsüchtigen Hackfresse Vincent Crowley (Kane Hodder) direkt an den Vorgänger an: Nachdem Marybeth (Danielle Harris) den Killer mit dem Hackebeil erledigt hat, nimmt sie seinen Skalp und wird damit in der Polizeistation von Sheriff Fowler (Zach Galligan) vorstellig. Der glaubt natürlich kein Wort ihrer wilden Geschichte und inhaftiert die junge Frau als mutmaßliche Massenmörderin. Fowlers Frau Amanda (Caroline Williams), eine True-Crime-Bloggerin, die von der Crowley-Legende besessen ist, wird allerdings hellhörig: Und sie glaubt zu wissen, wie man dem Mörder, der ihrer Meinung nach immer noch lebt, endgültig das Handwerk legen kann. Während Fowler und seine Leute im Sumpf vom quicklebendigen Crowley dezimiert werden, begibt sich Amanda mit Marybeth auf die Suche nach der Asche von Crowleys Papa …

Mir hat Teil 3 zwar wieder eine Ecke besser gefallen als der eher dröge zweite Teil – er ist bunter, sieht besser aus und bemüht sich wenigstens ein kleines Bisschen, eine Geschichte zu erzählen -, aber Begeisterungsstürme löst auch er nicht mehr aus. Ja, die Effekte sind wieder hübsch blutig und „handgemacht“, wie es so schön heißt, und die Anwesenheit der Altstars Harris, Williams, Galligan und Haig stellt einen Bonus dar, aber der ganzen Angelegenheit und vor allem dem Killer selbst fehlt irgendwie die Identität. Crowley hat eine ganz brauchbare Backstory und Hodder weiß, wie man unaufhaltsam durchs Unterholz walzt, aber die Figur bleibt letztlich völlig austauschbar, ihr Erscheinen löst nichts aus und mitfiebern kann man auch nicht, das die Filme keinerlei Zweifel daran lassen, dass Crowley unbesiegbar ist. So stellen sich im dritten Film, in dem dem immer gleichen Opferpersonal auf die immer gleiche Art und Weise der Gar aus gemacht wird, deutliche Ermüdungserscheinungen ein. Ich weiß nicht genau, woran das liegt: Jason Voorhees ist auch nicht gerade ein Ausbund an Persönlichkeit, aber die FRIDAY THE 13TH-Filme kann ich mir immer noch alle paar Jahre anschauen und habe dann meinen Spaß damit. Da mag der Nostalgiebonus reinspielen, aber ich will nicht so recht daran glauben, dass das alles ist.

Das Einzige, was ich an den HATCHET-Filmen richtig „schön“ finde, ist die Strategie, jeden Film mit einem abrupten Schnitt zu beenden und den folgenden Teil dann direkt dort ansetzen zu lassen, weil es die einzelnen Teile zu einer langen Geschichte zusammenschweißt und für eine gewisse Dramatik, Kohärenz und Drive sorgt. Anstatt erst wieder neue Charaktere einzuführen und die Geschichte lang einzuleiten, geht sie einfach da weiter, wo sie aufgehört hat. Auch der Gag, Darsteller Parry Shen immer wieder in einer neuen Rolle einzuführen, ist ganz witzig. Als Fazit lässt sich relativ nüchtern feststellen, dass HATCHET 3 deutlich schlechter sein könnte: Die Logik verlangt es eigentlich, den Satz mit „aber auch viel besser“ fortzusetzen, aber ich bezweifle ehrlich gesagt, dass das wirklich der Fall ist. Vielleicht ist die Zeit für diese Art von eindimensionalem Schlitzerentertainment endgültig vorbei, zumindest, wenn man noch irgendwelche Erwartungen oberhalb von „Ganz OK“ daran knüpfen mag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.