bait (kimble rendall, australien/singapur/china 2012)

Veröffentlicht: September 2, 2019 in Film
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Nach SNAKES ON A PLANE und Haien im Tornado nun also Haie im Supermarkt. So bescheuert das auf dem Papier klingt, so viel Sinn macht es, die gefräßigen Fische aus ihrem natürlichen Lebensraum in die Zivilisation zu holen: Das Meer gibt als Handlungsraum zum einen nicht so wahnsinnig viel her, zum anderen kann man den Haikontakt relativ leicht vermeiden, indem man nicht ins Wasser geht. Anders sieht das aus, wenn eine Gruppe von Menschen nach einem Tsunami in einem gefluteten Supermarkt eingeschlossen ist und plötzlich klar wird, dass mit dem Wasser noch ganz andere Probleme eingedrungen sind.

BAIT greift auf die Mechanismen des Katastrophenfilms zurück isoliert eine Gruppe ganz unterschiedlicher Typen, die alle einen wie auch immer gearteten Ballast mit sich herumschleppen und konfrontiert sie dann mit einer tödlichen Bedrohung, derer sie sich nur gemeinsam erwehren können. Im vorliegenden Fall gehören zu den unfreiwillig eingesperrten u. a. der ehemalige Lifeguard Josh (Xavier Samuel), der einst seinen besten Freund an einen Hai verlor, seine einst große Liebe Tina (Sharni Vinson), eine Problemteenagerin samt besorgtem Polizistenvater, der Supermarktinhaber sowie eine Kassiererin und zwei Gangster (u. a. Julian McMahon), die bei ihrem Überfall von den Fluten überrascht wurden. Abwechslung entsteht durch einen separaten Handlungsraum, denn auch in der Tiefgarage des Marktes sind Menschen eingeschlossen. Unter diesen Voraussetzungen entwickelt sich ein durchaus unterhaltsames, trotz letzten Ende vorhersehbarer Entwicklungen spannender kleiner Thriller. Der begrenzte Raum wird optimal genutzt, das Miteinander der Figuren ist eine Ecke glaubwürdiger als man es erwartet, die Effekte um die Haiangriffe sind überdurchschnittlich gut gelungen.

Natürlich muss man vor allem bei der Logik ein paar Abstriche machen: Zwar sind die Figuren auf den Regalen sitzend annähernd hilflos, doch immer, wenn sie einen Einfall haben, scheint die notwendige Ausrüstung dafür in greifbarer Nähe zu sein. Da fragt man sich dann schon manchmal, was das für ein Supermarkt ist, indem offensichtlich meterlange Seile geführt werden, oder wie es gelungen ist, mehrere Einkaufswagen nicht nur zu bergen, sondern auch noch in praktische Einzelteile zu zerschneiden. Und die Szenen, in denen ein eben ins Wasser Gefallener gerade noch so in letzter Sekunde wieder herausgezogen werden kann, werden auch ein bisschen arg inflationär eingesetzt. Aber im Großen und Ganzen ist BAIT ein netter, handwerklich sehr ordentlich gemachter Timewaster, der das Optimum aus seiner Prämisse rausholt und für Sharksploitation-Liebhaber Pflichtprogramm darstellt.

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