mechanic: resurrection (dennis gansel, frankreich/usa 2016)

Veröffentlicht: Dezember 24, 2019 in Film
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Über den wesentlichen Unterschied zwischen Michael Winners THE MECHANIC und Simon Wests Remake, dessen Fortsetzung dies ist, hatte ich damals bereits ausführlich geschrieben. Der deutsche Regisseur Dennis Gansel setzt die von West eingeschlagene Richtung fort, interpretiert Stathams Profikiller Arthur Bishop als James-Bond-Variation, die es in der Ausübung ihres Berufes von einem exotischen Schauplatz zum nächsten verschlägt. Dabei stehen ihm nicht nur ein gestählter Körper, ein planerisches Mastermind und Hightech-Equipment und ein Drehbuch zur Seite, das sich einen guten Einfall nicht von der Realität kaputtmachen lässt, sondern auch die schöne Jessica Alba als damsel in distress und love interest.

Die Handlung lässt sich schnell zusammenfassen: Der Profikiller Bishop wird von seinem alten Weggefährten und heutigen Schurken Crain (Sam Hazeldine) beauftragt, drei Männer umzubringen. Als Druckmittel dient ihm die schöne Human-Rights-Aktivistin Gina (Jessica Alba), die er in seine Gewalt bringt, nachdem Bishop sich in sie verliebt hat. Seine Zielpersonen sind der auf einer Gefängnisinsel eingeknastete Warlord Krill (Femi Elufowoju Jr.), der Milliardär Cook (Toby Eddington) sowie der Waffenhändler Max Adams (Tommy Lee Jones).

MECHANIC: RESURRECTION bietet nette Kurzweil für zwischendurch, die dank der erlesenen Schauplätze sehr ansehnlich, aber inhaltlich auch ein bisschen flach geraten ist. Ethische Grundfragen, die angesichts Bishops Beruf eigentlich angebracht wären und zum Standard des Profikiller-Films gehören, stellt der Film gar nicht mehr, ergötzt sich stattdessen recht unreflektiert an Lifestyle und Technikgedöns und schützt sich und sein Publikum vor Gewissensbissen, indem er keinen Zweifel daran lässt, dass Bishops Opfer absolute Dreckschweine sind, die den Tod mehr als verdient haben. Was ich ja durchaus legitim für einen auf die Affekte abzielenden Actioner finde: Schade nur, dass er seinen drei Schurken nicht mehr Zeit einräumt und ihre Abservierung dem mit allen Wassern gewaschenen Protagonisten kaum eine Mühe abverlangt. Die Infiltration einer Gefängnisinsel samt folgender Annäherung an den von etlichen Meuchelmördern beschützten Schwerverbrecher hätte ja allein als Stoff für einen Hochspannungsthriller gereicht, hier wird das innerhalb von 15 Minuten abgefrühstückt. Der Mord an Cook dreht sich vor allem um das architektonische Gimmick eines hoch über Sidney freischwebenden Swimming Pools, was zwar ein visuell ziemlich cooler Einfall ist, aber die Ausschaltung des Bösewichts dann auch wieder vergleichsweise Einfach macht. Demgegenüber verwendet das Drehbuch ziemlich viel Zeit auf das Geschäker zwischen Bishop und Gina und den Aufbau einer Liebesbeziehung, die jederzeit als reines Plotvehikel erkennbar ist.

MECHANIC: RESURRECTION ist schon ein besserer Vertreter des modernen, großbudgetierten Actionfilms: Er zeigt Stil (auch wenn die frühen Szenen in Rio mit ihrer komischen Tiefen-Unschärfe furchtbar aussehen), ist gut besetzt und ausgestattet, bietet in den Actionszenen den nötigen Rumms und Wumms auf, hat Tempo und läuft gut rein. Nur nachdenken sollte man über all das nicht. Es handelt sich um einen reinen Gebrauchsfilm, eine schöne Oberfläche, hinter der sich kaum etwas verbirgt.

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