Archiv für die Kategorie ‘Veranstaltungen’

und wieder ist morbid movies

Veröffentlicht: April 18, 2018 in Film, Veranstaltungen
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Das aus einer Schnapsidee heraus geborene Festival geht in die dritte Runde. Andere beschwören die Liebe, wir preisen die Verachtung. Im KommKino in Nürnberg bauen wir ein Denkmal für Schmutz, Schund und Schmuddelkram. Nur die Härtesten der Harten erhalten Eingang – und können sich Hoffnungen machen, unbeschadet wieder nach Hause zu gehen. Wer meint, Film habe etwas mit Poesie zu tun, mit Geist und Kunstfertigkeit, den möchten wir an drei schmerzhaften Tagen eines Besseren belehren: Der Zelluloid-Einlauf, den wir ihm verpassen, wird blutigen Stuhl zur Folge haben, explosionsartiges Erbrechen und natürlich schweißtreibende Albträume. Das Programm? Wird jetzt noch nicht verraten. Nur so viel: Es gibt dumpfe Serienmörder, dampfende Eingeweide mampfende Eingeborene, notgeile Zwerge, frontalasoziale Punks, eklig-berüchtigten Mondokram und vielleicht noch mehr. Wer nicht dabei ist. hat wahrscheinlich Recht gehabt.

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Dieser Tage ist Ruggero Deodatos von der Cannon produzierte Fantasyfim DIE BARBAREN als Mediabook bei Koch Media erschienen. Gemeinsam mit Pelle Felsch habe ich dafür mal wieder einen Audiokommentar eingesprochen und das Booklet beigesteuert. Wem das als Kaufanreiz noch nicht reich, den überzeugt vielleicht die Tatsache, dass Deodatos Frühwerk FENOMENA E I TESORO DI TUTANKAMEN (zu Deutsch: FENOMENAL UND DER SCHATZ VON TUTANCHAMUN) enthalten ist.

Außerdem möchte ich noch auf die kleine, aber feine Ausstellung „Raus aus dem Spießerglück: die anderen 60er Jahre“ hinweisen, die man sich derzeit im Freilichtmuseum Detmold anschauen kann. Anhand von mehreren gestifteten Alltagsgegenständen aus den Sechzigern wird ein sehr konkretes und auch emotionales Bild von einem Jahrzehnt gezeichnet, das längst nicht nur aus Hippies und Mondlandungen bestand. Für den gleichnamigen Ausstellungsband durfte ich einen Aufsatz zu den Karl-May-Filmen jener Zeit verfassen, die das deutsche Publikum damals in Scharen in die Kinos lockten und eine bessere Welt voller Edelmut, Tapferkeit, Romantik und Abenteuer erträumten. Mehr zur Ausstellung gibt es hier: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum-Detmold/ausstellungen/sonderausstellungen

bahnhofskino-podcast

Veröffentlicht: Juni 3, 2016 in Film, Movie Blogs, Veranstaltungen

pumpkinhead_1988_monsterWie in meinem Text zu BAD DREAMS schon angekündigt, hat Patrick Lohmeier von Bahnhofskino.com mich zu einem Podcast zu diesem Film und zu Stan Winstons PUMPKINHEAD eingeladen. Das gut eineinhalbstündige Gespräch ist jetzt online und kann hier abgerufen werden. Viel Spaß!

Besonders Wertlos wird volljährig

Veröffentlicht: Februar 23, 2016 in Film, Veranstaltungen

10157348_10207401681294669_341911986794250425_nMittlerweile zum 18. Mal findet in der kommenden Woche, vom 02. bis zum 06. März, das „Besonders Wertlos – Festival des deutschen psychotronischen Films“ statt. Im Filmhauskino zu Köln kann der geneigte Besucher selten gezeigte, vergessene oder gar unterschlagene Filme deutscher Herkunft begutachten – alle als 35-mm-Projektionen (besser gesagt: die Filme werden so gezeigt, wie sie ursprünglich gedreht wurden), viele davon vielleicht zum letzten, manche gar zum einzigen Male, manche mit prominenten Gästen. Eigentlich wollte ich just in jenem Zeitraum Urlaub von der unverschuldeten Tristesse der Arbeitslosigkeit machen, ein Wink des Schicksals erlaubt es mir nun aber doch, einige der verlockendsten Pretiosen vor Ort zu begutachten. Und das solltet ihr auch tun, allein um dem sympathischsten Veranstalterpärchen der deutschen Off-Kino-Kultur – dem lieben Kai und der wunderbaren Eva – euren Respekt zu zollen. Eine Übersicht über das Programm findet ihr, neben allen weiteren relevanten Informationen, hier. Kommet in Scharen, ihr werdet es gewiss nicht bereuen.

terza visione 3

Veröffentlicht: Februar 19, 2016 in Film, Veranstaltungen

12717705_937194999689643_408530618918299673_nViele werden es schon mitbekommen haben: Vom 01. bis 03. April findet im KommKino bzw. im Filmhaus zu Nürnberg die dritte Ausgabe des Festival für den italienischen Genrefilm statt. Christoph und Andreas haben wieder einem keine Mühen gescheut und ein absolut erstklassiges Programm zusammengestellt. Alle Filme werden selbstredend als 35-mm-Kopien zu sehen sein, einige davon, bei denen der unaufhaltsame Zerfallsprozess schon begonnen hat, vielleicht zum letzten Mal. Wer schon einmal dort war, egal ob zum Hofbauer-Kongress oder zum Terza Visione, der weiß aber, dass man nicht nur der Filme wegen nach Nürnberg pilgern sollte, sondern auch um nette Menschen zu treffen und gemeinsam das Kino zu feiern, wie es in den faden Multiplexen der Welt zweischen Smartphones schwenkenden Kulturbanausen mit Nachoatem und Sextanderblase leider kaum noch möglich ist. Die 55 Euro für eine Dauerkarte, die einem Zutritt zu elf ganz gewiss himmlischen Vorführungen verschafft, sind eine Investition, die niemand bereuen wird. Das komplette Programm und alle weiteren Informationen gibt es auf der Facebook-Seite des Events: https://www.facebook.com/events/193246451036612/

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Das Warten hat ein Ende! Nach einjähriger Pause findet es wieder statt, das erwiesenermaßen wichtigste Filmfestival der Welt: der Hofbauer-Kongress! Vom 07. bis zum 10. Januar präsentiert das illustre Hofbauer-Kommando die wertvollen Ergebnisse seiner obsessiven Trüffelsuche. Rare, vergessene und dem Verfall anheimgegebene Filmperlen erstrahlen in (oftmals eigenhändig restaurierter) 35-mm-Pracht und lassen Nürnberger Nächte zum Tage werden. Freundschaften fürs Leben werden hier geschlossen: Zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Mensch und Film. Wer noch nie dabei war, sollte jetzt seine Siebensachen zusammenschnüren, eine Unterkunft im fränkischen Cinecittà buchen und sich rechtzeitig mit ausgestrecktem Daumen an die Autopista stellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er von einem anderen Kinoromantiker mitgenommen wird, ist gar nicht so gering. Kommt alle und zelebriert das Kino wie es nie wieder sein wird!

Stammleser wissen es: Jedes Jahr im Herbst besuche ich Hypnosemaschine Alex Klotz in der gemütlichen Raststätte in Aachen, um mit ihm einen sorgfältigl von Hand verlesenen Film zu kommentieren. Wer in den letzten Jahren zu Besuch war, wird sicherlich gern bestätigen, dass dabei nicht nur wir beide regelmäßig unseren Spaß haben. Für die mittlerweile 44. Ausgabe haben wir uns das Werk eines weitestgehend unbekannten deutschen Filmemachers ausgesucht, der erst in den vergangenen Jahren von unerschrockenen Filmarchäologen wiederentdeckt worden ist. Das bewusstseinserweiternde, wichtige, aufrichtige und mutige Werk stellt nicht nur eine liebevolle Hommage an die temporeichen Screwball-Komödien der Dreißigerjahre dar, es bricht auch eine Lanze für die Verheißungen der grundehrlichen deutschen Küche. Und wem das noch nicht reicht: Gefickt wird auch. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir uns in Aachen sehen.